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16.09.2014

13:28 Uhr

Studie zur Konjunktur

Wirtschaftsgesetze top, Nachwuchs flop

VonMartin Pirkl

ExklusivWirtschaftsprüfer bewerten die heimische Ökonomie: Deutschland landet nach einer Studie im oberen Mittelfeld. Viel positiver bewerten die Experten die wirtschaftlichen Bedingungen. Die Befragten sehen aber auch Probleme.

Gut aufgestellt: Nach einer Studie liegt die deutsche Unternehmenskultur über dem EU-Durchschnitt. dpa

Gut aufgestellt: Nach einer Studie liegt die deutsche Unternehmenskultur über dem EU-Durchschnitt.

DüsseldorfDarüber freut sich jeder Unternehmer: billige Kredite, effektive Wirtschaftsgesetze und ein gutes Bildungssystem. Genau das ist es, was 107 Wirtschaftsprüfer aus Deutschland laut einer Umfrage hierzulande positiv bewerten. Genauso wie die staatlichen Rahmenbedingungen und die Unternehmenskultur. Die Befragung war Teil einer erstmals erscheinenden Studie eines Netzwerkes von Wirtschaftsprüfern, „RSM“, die „Handelsblatt Online“ exklusiv vorliegt. „RSM“ berät vor allem mittelständische Firmen in rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen.

Im Sommer befragten Mitarbeiter der Unternehmerhochschule „Bits“ im Auftrag von RSM Wirtschaftsprüfer aus 13 EU-Mitgliedsstaaten und Norwegen über die dortigen volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Unternehmenskultur der jeweiligen Länder. Gelobt wird Deutschland in der Studie vor allem für seine effektiven Wirtschaftsgesetzte. 77 Prozent der deutschen Wirtschaftsprüfer sind mit der Gesetzgebung zufrieden. Im EU-Schnitt äußerten sich nur 20 Prozent der Befragten positiv über die Rechtslage.

DWS-Prognose: Konjunktur

Weltwirtschaft: Solides Wachstum

Nach Ansicht der Experten der DWS ist die Weltwirtschaft auf einem guten Weg. 2014 sollte zu einem soliden Jahr für die Anleger an den internationalen Finanzmärkten werden. „Die Bäume wachsen, aber sie wachsen nicht in den Himmel“, sagte Asoka Wöhrmann, Chefstratege und Geschäftsführer der Deutsche Asset & Wealth Management Investment GmbH.

Europa: Auf Erholungskurs

Im vergangenen Jahr habe der Patient Europa die Intensivstation verlassen, nun sei er endgültig auf dem Wege der Besserung - vor allem dank der Wirtschaftserholung in Südeuropa.

EU-Konjunktur: Kaum Inflation

Deswegen dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Euro-Raum 2014 um 0,7 Prozent wachsen, so Wöhrmann. „Die Inflation dürfte niedrig bleiben, die Gefahr einer Deflation besteht nicht“, so der Chefstratege.

Deutschland: Keine Blase

„Eine Blase sehe ich nicht – nicht bei deutschen Aktien und auch nicht an den deutschen Immobilienmärkten“, sagte Wöhrmann. Die DWS empfiehlt den Anlegern für das kommende Jahr, ein Schwergewicht auf Aktien zu legen.

USA: Positiver Ausblick

Die Dynamik für höheres Wachstum weltweit dürfte im kommenden Jahr von den entwickelten Volkswirtschaften ausgehen, allen voran von den USA. Steht Amerika sich nicht durch einen Shutdown selbst im Weg, dürfte es den moderaten Wachstumskurs beibehalten.

Asien: Japan gewinnt

Japan wird eine größere Rolle als in den vergangenen Jahren spielen: Hier stehen die Strukturreformen der dritten Phase des Premierministers Shinzo Abe (Abenomics) im Kampf gegen die Deflation auf dem Programm.

China: Positive Impulse

Auch China wird mit einem Wachstum von 7,5 Prozent weiterhin für einen positiven Impuls für das globale Wachstum sorgen.

Ein weiterer Pluspunkt für die deutschen Unternehmen ist die gute Verfügbarkeit von Bankkrediten. Dies gilt allerdings nicht für die Risikofinanzierung. Dort liegt Deutschland laut der Studie im EU-Schnitt. In Krisenländern wie Spanien und Griechenland ist es schwierig an neue Kredite zu kommen. „Je höher das Vertrauen der Akteure einer Volkswirtschaft zueinander ist, desto einfacher ist es für die Unternehmen Kredite zu erhalten“, sagt Michael Vogelsang, VWL-Professor an der Bits und Koordinator der Studie. Dieses Vertrauen der Banken in die Unternehmen sei nach der Rezension in den beiden Ländern noch nicht wieder da.

Die Wirtschaftsprüfer beobachten bei deutschen Unternehmen unterschiedliche Strategien, je nachdem, ob die Firma global oder nur national aktiv ist. International tätige Unternehmer agieren offensiver. so die Studie. Das bedeutet, sie setzen auf Wachstum, steigern ihre Marktanteile und entwerfen neue Produkte. In anderen EU-Staaten ist das genauso.

Es gibt noch einen weiteren Unterschied in den Strategien von international und national aktiven Firmen. Deutsche Unternehmen, die ihre Produkte weltweit verkaufen, setzten eher auf Qualität als auf den Preis als Verkaufsargument. Bei Firmen mit nationalem Fokus gibt es keine eindeutige Zuordnung.

Kommentare (3)

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... bürste

16.09.2014, 14:04 Uhr

Wirtschaftsprüfer bewerten die heimische Ökonomie: Deutschland landet nach einer Studie im oberen Mittelfeld.

ooh, schön - "das Plansoll ist wieder übererfüllt worden" - super ...

wie hier oder?

hier:
>>>{b[heise.de/tp/foren/S-Bibbi-Blocksberg-Welt/forum-280126/msg-25261285/read/[/b]<<<



Frage an Radio Eriwan:

"Stimmt es, dass im Stalinismus der Weizen so hoch wie Telegraphenmaste wächst?"
"Im Prinzip ja - nur nicht so hoch, sondern so weit auseinander."

(... für den Politoffizier )


Im übrigen ...

"Journalismus/Aufklärung heißt ...
etwas zu drucken/zu sagen, von dem jemand will,
dass es nicht gedruckt/gesagt wird.
Alles andere ist Public Relations."

”George Orwell“

... bürste

16.09.2014, 14:42 Uhr

(sorry)

.... und rein demonstativ zur Demonstration
dieser "de politik"
wie einst (Das System Pol Pot und die Roten Khmer), in Ehren?


"Das diesjährige Treffen der Wirtschaftsnobelpreisträger in Lindau am Bodensee in der vorletzten Augustwoche und insbesondere Angela Merkels ... "

Auftritt, ist weitgehend vom Mainstream verheimlicht worden,
aus guten Grund?


"... beim Mainstream, kein Lernfortschritt bei Angela Merkel"
hier:
>>nachdenkseiten.de/?p=23297<<



Fazit
Heiner Flassbeck schreibt zu Angela Merkels Vortrag in Lindau völlig zu Recht: „Diese Rede, man muss es sagen, wird in hundert Jahren von den Historikern als bestes Beispiel dafür genommen werden, wie weit abgehoben von der Realität die deutsche Regierung kurz vor dem Höhepunkt der großen europäischen Krise war“ (Flassbeck 2014). In der Tat sind die Ausführungen Angela Merkels in Lindau, die hier nur in wenigen Auszügen wiedergegeben werden können, eine einzige Ansammlung von Leerphrasen, Halbwissen und schlichtem Unfug. Das lässt für die Zukunft wenig Gutes erahnen.

Frau Margrit Steer

16.09.2014, 16:10 Uhr

Und was will uns diese Studie wieder sagen?
Deutschland braucht mehr Zuwandferug, uns fehlen Fachkräfe.
Mehr ist diese Ansammlung von Worten nicht.

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