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24.08.2012

11:49 Uhr

Stützmaßnahmen

China plant Mega-Konjunkturschub

VonFinn Mayer-Kuckuk

Die Regierung steuert energisch gegen den Negativtrend der Konjunktur in China. Die Provinzen planen die Förderung strukturschwacher Regionen. Aus Angst vor Arbeitslosigkeit kündigen sie spektakuläre Stützprogramme an.

Das Kohlekraftwerk Shengtou in der chinesischen Provinz Shanxi. dpa

Das Kohlekraftwerk Shengtou in der chinesischen Provinz Shanxi.

PekingWährend in China immer mehr Wirtschaftsindikatoren einbrechen, beginnt die Regierung energisch gegenzusteuern. Die Zentralbank hat diese Woche in kurzer Folge zusätzliche 280 Milliarden Yuan (35 Milliarden Euro) in den Markt gedrückt, um den Banken mehr Geld zuzuführen. In den vergangenen Tagen haben örtliche Regierungen in Provinzen und Großstädten zudem Bau- und Ausgabenprogramme im Gesamtwert von erstaunlichen sieben Billionen Yuan (885 Milliarden Euro) angekündigt.

Die extremen Stützmaßnahmen zeigen die Nervosität der chinesischen Akteure. Zu Recht: Die Schnellmeldung eines wichtigen Konjunkturindikators zeigte gestern, dass der Negativtrend dieses Jahres noch nicht gebrochen ist. Der Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC erreichte lediglich einen Wert von 47,8. Werte über 50 zeigen Wachstum, darunter deutet das Barometer auf Schrumpfung der Wirtschaftsaktivität. Der Index stand damit auf dem tiefsten Wert seit November.

Im ersten Halbjahr 2012 war Chinas Wirtschaft nur noch um 8,1 Prozent gewachsen, nachdem der Schnitt in den vergangenen Jahren bei zehn Prozent lag. "Wir empfinden bei der Konjunkturentwicklung weiter Gegenwind", gab Premier Wen Jiabao zu. Er stellte jedoch kein weiteres nationales Konjunkturprogramm in Aussicht. Man wolle lieber seriöses Wachstum statt Investmentblasen.

Der Premier ließ aber einen Plan zur Förderung strukturschwacher Regionen ausarbeiten. Chinas Provinzregierungen reagierten sofort und kündigten spektakuläre Stützprogramme an. Aus Angst vor Arbeitslosigkeit übertrumpften sie sich gegenseitig. Die Provinz Guangdong will 250 Milliarden Yuan ausgeben, Changsha 830 Milliarden, das eher rückständige Shaanxi gar eine Billion. Nun legte die Agrarprovinz Guizhou noch einen drauf und kündigte drei Milliarden an. Addiert sind es für mehrere Jahre sieben Billionen Yuan.

Experten bezweifeln jedoch, dass die Programme durchzuhalten sind. "Die Ankündigungen sind völlig außer Proportion", meint Chefökonom Li Xunlei von Haitong Securities. Das gesamte Konjunkturprogramm des Jahres 2009 umfasste nur gut die Hälfte und schon damals floss ein Teil davon in unnütze Projekte, Korruption oder spekulative Anlagen. Zumindest der unterentwickelte Westen China könne jedoch kräftig profitieren. Ökonom Zhang Zhiwei vom Wertpapierhaus Nomura erwartet auf jeden Fall " eine Wachstumsüberraschung im zweiten Halbjahr ".

Kommentare (3)

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Pro-D

24.08.2012, 12:07 Uhr

China ist ein aufstrebendes und sehr erfolgreiches Land. Man spürt deutlich, wie dort noch imemr die buddistischen Werte dort die eigentliche Basis darstellen.

Wie beriets schon sehr viele deutsche Unternehmen, so sollten wir China als Chance sehen und nicht nur immer das Haar in der Suppe suchen.

Ich verstehe, dass Minderverdiener und Sozialschmarotzer / Sozialarbeiter zu Recht vor den Chinesen Angst haben.

Aber man weiß doch, dass die Cheniesen nie das erreichen werden, was deutsche Ingenieure, Tüftler und Erfinder sich alles so einfallen lassen. [...]

+++Beitrag von der Redaktion editiert+++

torso

24.08.2012, 12:40 Uhr

@pro-d
klar, die halbe welt als schmarotzer beschimpfen aber nicht mal richtig schreiben können.
und die angeblichen chinesischen werte sind nicht buddhistisch sondern basieren auf konfuzianismus.

f.r.

24.08.2012, 12:55 Uhr

Vorschlag an die HB-Admins
Vielleicht sollten sie die Kommentarfunktion mit einem IQ-Test verbinden, liegt IQ unter Zimmertemperatur, bleibt die Kommentarfunktion gesperrt. Das würde uns von verbaler Umweltverschmutzung a la Pro-D verschonen.

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