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04.12.2013

08:05 Uhr

Suche nach Dialog

Europarat will in der Ukraine vermitteln

Der Europarat will sich in der Ukraine für einen Dialog in dem politisch zerstrittenen Land einsetzen. Oppositionsführer Klitschko fährt indes weiter seine harte Linie: „Die Tage von Janukowitsch sind gezählt.“

Vitali Klitschko während einer Demonstration vor dem Parlament: „Wir machen weiter mit unserem Kampf gegen diese korrupte Regierung.“ AFP

Vitali Klitschko während einer Demonstration vor dem Parlament: „Wir machen weiter mit unserem Kampf gegen diese korrupte Regierung.“

Kiew/StraßburgDer Europarat will im innerukrainischen Streit um den außenpolitischen Kurs des Landes vermitteln. Generalsekretär Thorbjørn Jagland wollte sich dazu am Mittwoch in Kiew unter anderem mit Regierungschef Nikolai Asarow und den Vorsitzenden der Parlamentsparteien treffen. Ziel sei es, die Spannungen im Mitgliedsland des Europarates abzubauen und zu prüfen, ob ein Dialog möglich erscheint, teilte der Europarat in Straßburg mit. Auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz setzen Tausende prowestliche Ukrainer die 13. Nacht in Folge ihre Proteste gegen Präsident Viktor Janukowitsch fort.

Bei Temperaturen unter Null forderte die Opposition um Boxweltmeister Vitali Klitschko am Mittwochmorgen weiter einen Rücktritt der Regierung. Die Demonstranten hielten noch immer mehrere Gebäude in der Stadt besetzt. Viele Ukrainer verbrachten die Nacht in einer Zeltstadt im Zentrum der Millionenstadt. Die Massenproteste richten sich gegen eine Abkehr des Landes von einem EU-Kurs.

Die Wirtschaft der Ukraine

Rohstoffe

Das flächenmäßig nach Russland größte europäische Land besitzt jede Menge davon - Eisenerz, Kohle, Mangan, Erdgas und Öl, aber auch Graphit, Titan, Magnesium, Nickel und Quecksilber. Von Bedeutung ist auch die Landwirtschaft, die mehr zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt als Finanzindustrie und Bauwirtschaft zusammen. Etwa 30 Prozent der fruchtbaren Schwarzerdeböden der Welt befinden sich in der Ukraine, die zu den größten Weizenexporteuren gehört. In der Tierzucht spielt das Land ebenfalls eine führende Rolle.

Wirtschaftskraft

Sie ist gering. Das jährliche Bruttoinlandsprodukt liegt umgerechnet bei etwa 130 Milliarden Euro, in Deutschland sind es mehr als 2500 Milliarden Euro. Das Pro-Kopf-Einkommen beträgt nicht einmal 3900 Dollar im Jahr. Wuchs die Wirtschaft 2010 um 4,1 und 2011 um 5,2 Prozent, waren es 2012 noch 0,2 Prozent. 2013 dürfte es nur zu einem Plus von 0,4 Prozent reichen.

Außenhandel

Exportschlager sind Eisen und Stahl, gefolgt von Nahrungsmitteln, Rohstoffen und chemischen Produkten. Wichtigstes Importgut ist Gas. Auch Erdöl muss eingeführt werden. Die Ukraine könnte aber vom Energie-Importeur zum -Exporteur werden, weil sie große Schiefergasvorkommen besitzt.

Industrie

Sie ist von der Schwerindustrie geprägt, besonders von der Stahlindustrie, dem Lokomotiv- und Maschinenbau. Ein Grund ist, dass die Sowjetunion einen Großteil der Rüstungsproduktion in ihrer Teilrepublik Ukraine angesiedelt hatte. Eine Westorientierung und die Übernahme von EU-Rechtsnormen könnte das Land zunehmend zum Produktionsstandort für westliche Firmen machen.

Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner der Ukraine. Gemessen an der Größe des osteuropäischen Landes ist das deutsche Handelsvolumen aber unterdurchschnittlich. Zu den wichtigsten deutschen Exportgütern zählen Maschinen, Fahrzeuge, Pharmaprodukte und elektrotechnische Erzeugnisse. Wichtigste ukrainische Ausfuhrgüter sind Textilien, Metalle und Chemieprodukte. Nach Angaben des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft sind knapp 400 deutsche Unternehmen in der Ukraine vertreten. Bei den Direktinvestitionen liegt Deutschland auf Platz zwei hinter Zypern.

Chancen ergeben sich für die deutsche Wirtschaft vor allem im ukrainischen Maschinen- und Anlagenbau. Zudem ist die frühere Sowjet-Republik mit ihren rund 45 Millionen Einwohnern ein potenziell guter Absatzmarkt für Fahrzeuge. Korruption und hohe Verwaltungshürden stehen Investitionen indes im Wege.

Wirtschaftsbeziehungen zur EU

Rund ein Drittel der ukrainischen Exporte fließt in die EU. Eine engere wirtschaftliche Verknüpfung durch ein Handels- und Assoziierungsabkommen liegt auf Eis, nachdem Präsident Viktor Janukowitsch auf russischen Druck seine Unterschrift verweigerte. Für die EU ist die Ukraine von Bedeutung für die Versorgung mit Erdgas. Rund ein Viertel ihres Gases bezieht die EU aus Russland, die Hälfte davon fließt durch die Ukraine.

Wirtschaftsbeziehungen zu Russland

Mit Abstand wichtigster Handelspartner der Ukraine ist Russland. Ein Drittel der Importe stammt aus dem Nachbarland, ein Viertel der Exporte gehen dorthin. Der Regierung in Moskau ist jegliche Orientierung der Ukraine nach Westen ein Dorn im Auge. Stattdessen drängt sie das Land zum Beitritt zur Zollunion mit Kasachstan und Weißrussland. Streit flammt zwischen beiden Ländern immer wieder über Gaslieferungen auf. Die Ukraine importiert fast ihr gesamtes Gas aus Russland, muss dafür aber einen für die Region beispiellos hohen Preis zahlen. Der Konflikt über Preise und Transitgebühren hat in der Vergangenheit zu Lieferunterbrechungen geführt, die auch die Gasversorgung Europas infrage stellten.

Staatschef Janukowitsch hatte seine Unterschrift unter ein fertig ausgehandeltes Partnerschaftsabkommen mit der EU verweigert, weil er politische Spannungen mit dem mächtigen Nachbarn Russland fürchtet. Aktuell hält sich der ukrainische Präsident in China auf, um mit der Führung dort über Investitionen in die Wirtschaft der finanzschwachen früheren Sowjetrepublik zu verhandeln. Ende der Woche wird Janukowitsch in Russland erwartet. Bei den Gesprächen dort geht es auch um mögliche Rabatte für russische Gaslieferungen.

Der Oppositionspolitiker Klitschko kündigte eine Verschärfung der Proteste gegen Janukowitsch an. „Wir machen weiter mit unserem Kampf gegen diese korrupte Regierung. Die Tage von Janukowitsch sind gezählt“, sagte er der „Bild-Zeitung“.

Dem Europarat gehören 47 Staaten Europas an, darunter auch die Türkei und Russland. Er ist nicht mit der Europäischen Union verbunden und dient als Forum für europäische Debatten und Fragen.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

04.12.2013, 15:47 Uhr

in den MassenMedien der Public-Relation Hollywoods
laufen auch zu Ukraine die vergleichbare Propaganda wie zu den Völkerrechts-/Kriegsverbrechen im Irak, Libyen, Syrien, Palästinenser.

Mit gezielten Falschmeldungen werden die Tatsachen in der Ukraine verdreht, ins Gegenteil verkehrt.

Die Proteste der Menschen in der Ukraine stehen in keinem Zusammenhang mit diesen, zu Recht abgelehnten Verträgen/“Annäherung“, zu der undemokratischen/diktatorischen EUR-ZONE (als Hollywoods Globale "Neu 1/2 Welt"[2-3 Banken/Konzern-Welt] aus "US-Washington D.C." + "City of London")
sondern richten sich gegen die Selben Machenschaften aus Vetternwirtschaft und massiver Korruption der dortigen Politiker, nicht anders wie in dieser EUR-ZONE + NeuBRD zur Vernichtung der Bonner-Republik. (*1)

Zusätzlich wurden bezahlte Schlägertrupps engagiert, sich die Protesten zu nutzen zu machen und als Demo für Pro EUR-ZONE den MassenMedien die Bilder/Videos (Europafahnen) zu liefern, die sie für ihre Falschdarstellungen in der Glotze & Presse benötigen
(nicht anders wie - Nazi PRO-NRW, die vom M.f.S (tatsächliche LINKS-Nazis) aufgebaut um die Antifa-SA (vom M.f.S aufgebaut) mit 1.000de Gegendemonstranten dann die Pressefotos/Videos zu liefern! für den „Nazi-Westen“)

hier:
--http://russianmoscowladynews.com/author/1965ms/

--http://www.politaia.org/wichtiges/abgeordneter-bittet-um-einmarsch-russischer-truppen-in-die-ukraine/

--http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2013/12/die-ukraine-braucht-die-eu-nicht.html

(*1)
Die Französische (sozialistischen) EUR-ZONE + NeuBRD (stalinistisch) zur Vernichtung der Bonner-Republik (die Demokratische Gesellschaft im Miteinander) um nicht nur das Gesellschaftsmodell zu zerstören, sondern vor allen Dingen den lange Überfälligen Friedensvertrag und Herstellung des Territorialen Hoheitsgebietes, wie jedes eigenständige Land, zu verhindern!

vogel

04.12.2013, 16:11 Uhr

Der Europarat hat sich in ein fremdes Land nicht einzumischen! Basta!

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