Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.04.2015

17:17 Uhr

Suche nach Handelspartnern

Russland bietet Thailand Kampfflugzeuge an

Kaufe Kautschuk, liefere Kampfflugzeuge: Russland will sein Handelsvolumen mit Thailand verdoppeln und bietet dabei auch Rüstungsgüter an. Der Kreml nutzt die Gelegenheit gleich noch für einen Seitenhieb auf den Westen.

Der russische Premierminister Dmitri Medwedew (l.) auf Besuch in Thailand. Russland will seine Handelsbeziehungen mit den Asiaten ausbauen und bietet dabei auch Rüstungsgüter an. dpa

Neue Handelsbeziehungen

Der russische Premierminister Dmitri Medwedew (l.) auf Besuch in Thailand. Russland will seine Handelsbeziehungen mit den Asiaten ausbauen und bietet dabei auch Rüstungsgüter an.

BangkokZwischen Russland und Thailand zeichnet sich eine deutliche Intensivierung des Handels ab. Der russische Handelsminister Denis Manturow bot Thailand am Mittwoch auch die Lieferung von Kampfflugzeugen und anderen Rüstungsgütern an. Man sei dabei, die Interessen Thailands an militärischen Gütern auszuloten, sagte der Minister bei einem Besuch in Bangkok. Denn „unsere Freunde im westlichen Teil der Welt ignorieren Thailand“, fügte er hinzu.

Die USA haben ihre militärische Zusammenarbeit mit Thailand reduziert, weil das Militär vor knapp einem Jahr die gewählte Regierung stürzte. Auch andere westliche Staaten halten sich seitdem zurück. Thailand orientierte sich daraufhin nach China und Russland, zu dem der Westen wegen des Ukraine-Konflikts ebenfalls auf Distanz gegangen ist. Derzeit ist der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew in Thailand - der erste Besuch eines russischen Regierungschefs seit 25 Jahren.

Russland leidet unter den Sanktionen des Westens wegen der Ukraine-Krise. Der russische Außenhandel brach im ersten Quartal wegen der Strafmaßnahmen, des niedrigen Ölpreises und des schwachen Rubels um 20 Prozent ein.

Die Gespräche über eine militärische Kooperation konzentrierten sich auf die Lieferung von Kampfflugzeugen, das Training der Piloten und die Wartung der Maschinen, sagte Manturow, ohne Details zu nennen. Russland wolle aber auch Zivilflugzeuge nach Thailand verkaufen. Ende 2016 oder Anfang 2017 könnte der erste von drei Suchoi Superjets geliefert werden, sagte er.

Deutschlands Handel mit Russland

Deutschland und Russland...

...sind wirtschaftlich eng verwoben. Daimler ist am russischen Lkw-Hersteller Kamaz beteiligt, die BASF-Tochter Wintershall arbeitet eng mit Gazprom zusammen, Siemens unterhält eine Partnerschaft mit der Russischen Staatsbahn RZD.

76,5 Milliarden Euro

2013 tauschten beide Länder Güter im Wert von rund 76,5 Milliarden Euro aus. Dabei überstiegen die Importe aus Russland die Exporte.

Erdöl und Erdgas...

...machten drei Viertel der Importe aus Russland aus, die sich insgesamt auf 40,4 Milliarden Euro beliefen.

Im Gegenzug...

...lieferte Deutschland dem Statistischen Bundesamt zufolge Waren im Wert von 36,1 Milliarden Euro nach Russland.

Autos, Maschinen und Chemie

An der Spitze standen die Maschinenbauer (8,1 Milliarden Euro), die Autoindustrie (7,6 Milliarden Euro) und die Chemiebranche (3,2 Milliarden Euro).

Deutschland...

...liegt hinter China auf Rang zwei der Lieferländer Russlands.

Russland hingegen...

...ist der elftwichtigste Absatzmarkt für die deutsche Exportwirtschaft.

Im Gegenzug will Russland 2016 mindestens 80.000 Tonnen Naturkautschuk kaufen. Das ist das Vierfache der für 2015 geplanten Menge. Thailand ist der weltgrößte Exporteur von Naturkautschuk und leidet unter den weltweite Überangebot und einer sinkenden Nachfrage nach dem Rohstoff.

Ihren bilateralen Handel wollen Thailand und Russland nach Angaben des thailändischen Ministerpräsidenten Prayuth Chan-ocha im kommenden Jahr auf zehn Milliarden Dollar verdoppeln.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×