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24.08.2012

17:38 Uhr

Suche nach Lieferanten

Syriens Armee geht der Treibstoff aus

Wegen der Sanktionen der USA und der Europäischen Union hat die syrische Regierung arge Schwierigkeiten mit dem Diesel-Nachschub. Auch Firmen aus Asien und Nahost halten sich zurück. Syrien hofft daher auf Russland.

Syriens Regierung hat Schwierigkeiten beim Beschaffen von frischem Diesel. AFP

Syriens Regierung hat Schwierigkeiten beim Beschaffen von frischem Diesel.

LondonSyrien sucht händeringend nach neuen Treibstofflieferanten. Laut Dokumenten, die der Nachrichtenagentur Reuters vorlagen, bemüht sich die Führung in Damaskus um neue Bezugsquellen vor allem für Diesel, ohne den kein Panzer fährt und der auch die Wirtschaft am Laufen hält. Im Gegenzug bieten die Syrer Rohöl an. Grund für die Aktivitäten sind Sanktionen der USA und der Europäischen Union, die den Nahost-Staat von seinen traditionellen Lieferanten abgeschnitten haben.

Sporadische Lieferungen aus dem Iran deckten den Bedarf nicht und neue Verträge mit Russland ließen auf sich warten, sagte der stellvertretende syrische Ministerpräsident Kadri Dschamal in dieser Woche. Der französische Außenminister Laurent Fabius schätzt die Kosten des Krieges auf monatlich eine Milliarde Dollar. Präsident Baschar al-Assad gehe das Geld aus, erklärte er. Ohne russische Hilfe blieben Assad nur wenige Monate.

Obwohl Geschäfte mit Syrien nicht untersagt sind, halten sich viele Firmen im Nahen Osten und Asien mit Vertragsabschlüssen zurück. Sie fürchten Experten zufolge, mit einer Regierung in einem Atemzug genannt zu werden, die für den gewaltsamen Tod Tausender Zivilisten verantwortlich gemacht wird. Kritiker werfen den Treibstofflieferanten vor, Assad an der Macht zu halten. Der Import von Sprit brach zusammen, nachdem die EU die für die Einfuhr zuständige syrische Firma auf ihre schwarze Liste gesetzt hatte.

Von

rtr

Kommentare (1)

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norbert

24.08.2012, 20:24 Uhr

Interessant, wie Sanktionen greifen können, wenn man es konsequent macht.
Wieviel Haß hätte man in Jugoslawien damals mit einer Blockade verhindern können ...

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