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04.08.2012

04:32 Uhr

Sudan und Südsudan

Einigung im Streit um Erdöl

Der Sudan und der Südsudan haben eine Einigung im Streit um Transitgebühren beim Export von Erdöl erreicht. Die seit Januar ausgesetzte Förderung soll wieder aufgenommen werden.

US-Außenministerin Hillary Clinton in Juba, Südsudan. AFP

US-Außenministerin Hillary Clinton in Juba, Südsudan.

Addis AbebaDer Sudan und der Südsudan haben eine Einigung im Streit um die beim Export von Erdöl anfallenden Transitgebühren erreicht. Die beiden Staaten hätten ein Abkommen über die finanziellen Details getroffen, erklärte der Vermittler der Afrikanischen Union, Thabo Mbeki, in der Nacht zu Samstag nach einer Sitzung des Friedens- und Sicherheitsrats des Staatenbundes in Addis Abeba. Die im Januar gestoppte Ölförderung werde wieder aufgenommen.

US-Außenministerin Hillary Clinton hatte am Freitag bei einem Besuch in der südsudanesischen Hauptstadt Juba die beiden Staaten zum Kompromiss aufgerufen, um die seit der Unabhängigkeit am 9. Juli 2011 ungelösten Streitfragen zu regeln. Clinton rief auch die südsudanesische Regierung auf, im Streit um die beim Export zu entrichtenden Transitgebühren ein "vorläufiges Abkommen" mit Khartum zu treffen, um eine Wiederaufnahme der Förderung zu erlauben.

Der UN-Sicherheitsrat hatte den beiden Staaten eigentlich eine Frist bis zum 2. August gesetzt, um den Streit zu regeln. Der Südsudan hat bei der Teilung des Landes drei Viertel der Erdölreserven erhalten. Zum Export ist er aber weiter auf die Ölpipelines des Norden angewiesen. Angesichts von Differenzen über die Transitgebühren hatte Khartum entschieden, als Bezahlung selbstständig Öl abzuzweigen. Der Süden hatte daraufhin im Januar die Produktion gestoppt.

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Damit verlor der junge Staat jedoch 98 Prozent seiner Einnahme, während die Inflation in die Höhe schnellte. Auch die Wirtschaft des Nordens litt unter dem Produktionsstopp. Zu dem Streit um die Transitgebühren kommen eine Reihe ungeklärter Grenzfragen, insbesondere in den Ölfeldern, hinzu. Die beiden Staaten lieferten sich wiederholt blutige Kämpfe im Grenzgebiet. Zudem werfen sie einander vor, feindliche Rebellengruppen zu unterstützen.

Mbeki kündigte in der Nacht zu Samstag auch ein Treffen zwischen Sudans Präsident Omar al-Baschir und seinem südsudanesischen Kollegen Salva Kiir im September an, um über den Status der erdölreichen Grenzregion Abyei zu sprechen. Trotz der Einigung warf der südsudanesische Chefunterhändler Pagan Amum dem Norden vor, die Gespräche untergraben zu wollen. Insbesondere warf er dem Sudan vor, weiter Luftangriffe auf Ziele im Süden zu fliegen.

Von

afp

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