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19.09.2012

13:33 Uhr

Südafrika

Kundgebung bei Platinmine gewaltsam aufgelöst

Eine Kundgebung nahe einer Platinmine im Norden Südafrikas ist am Mittwoch gewaltsam von der Polizei aufgelöst worden. Die Beamten setzten Gummigeschosse und Tränengas ein. Über Verletzte gab es zunächst keine Angaben.

Minenarbeiter demonstrieren nahe Rustenburg. dapd

Minenarbeiter demonstrieren nahe Rustenburg.

JohannesburgDie südafrikanische Polizei hat am Mittwoch eine Kundgebung nahe einer Platinmine im Norden des Landes gewaltsam aufgelöst. Sicherheitskräfte setzten Gummigeschosse und Tränengas ein, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur AFP sagte. Die Versammlung sei nicht genehmigt gewesen. Eine Sprecherin des Betreibers Amplats bestätigte den Einsatz von Tränengas in der Nähe der Mine in Rustenburg.

Das Unternehmen hatte am Vortag mitgeteilt, dass die Produktion in fünf vorübergehend geschlossenen Bergwerken wieder normal laufe. Allerdings seien „viele“ Arbeiter im Platingürtel um die Stadt Rustenburg nordwestlich von Johannesburg noch nicht an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Für Mittwoch lagen zunächst keine Zahlen vor. Ein Vertreter der Arbeiter sagte, allein in einem von vier Schächten hätten die Kumpels ihre Arbeit wieder aufgenommen.

Amplats ist nach Lonmin das zweite große Bergwerkunternehmen, das in Südafrika von Streiks und Protesten getroffen wird. In der Platinmine des Betreibers Lonmin im nahegelegenen Marikana wollen die streikenden Arbeiter aber am Donnerstag ihre Arbeit wieder aufnehmen. Die Arbeiter seien „sehr zufrieden“ mit dem jüngsten Angebot einer Lohnerhöhung, hatte der anglikanische Bischof und Vermittler Jo Seoka am Dienstag erklärt.

Der Streik hatte am 10. August begonnen und sich auf andere Platin- und Goldminen des Landes ausgeweitet, nachdem die Polizei am 16. August bei einem Einsatz am Rande der Mine 34 streikende Arbeiter erschossen hatte. Es war der blutigste Polizeieinsatz in Südafrika seit dem Ende der Apartheid 1994. Insgesamt wurden im Zusammenhang mit dem wilden Massenstreik 45 Menschen getötet, darunter auch mehrere Polizisten und Wachleute.

Von

afp

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