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16.08.2012

20:38 Uhr

Südafrika

Polizei schießt auf streikende Minenarbeiter

Um einen Streik zu brechen, haben südafrikanische Polizisten haben auf eine Gruppe Arbeiter einer Platinmine geschossen und dabei 18 Menschen getötet. Der Streik sei illegal gewesen, argumentiert der Betreiber Lonmin.

Südafrikas Polizei schießt auf Bergleute

Video: Südafrikas Polizei schießt auf Bergleute

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MarikanaIn Südafrika ist der Konflikt zwischen streikenden Bergleuten einer Platin-Mine und der Polizei eskaliert. Mehrere Menschen starben, als die Beamten am Donnerstag das Feuer auf mit Macheten und Stöcken bewaffnete Kumpel eröffnete. Die südafrikanische Nachrichtenagentur SAPA meldete 18 Tote in einem Lager nahe der Mine, auf Reuters-Filmaufnahmen waren mindestens sieben Leichen zu sehen.

An dem rund 100 Kilometer nordwestlich von Johannesburg gelegenen Marikana-Bergwerk hatten sich etwa 3000 Bergarbeiter versammelt, als die schwer bewaffnete Beamten Stacheldrahtbarrikaden aufbauten und die Verhandlungen in dem seit sechs Tagen anhaltenden Streik für gescheitert erklärten.

Einige Beobachter fühlten sich an Konflikte während der Apartheid-Regierung der weißen Minderheit in Südafrika vor 1994 erinnert, als Aufnahmen von auf Gruppen Schwarzer schießender Polizisten zu trauriger Berühmtheit gelangten. „Mir fällt seit 1994 keine andere Konfrontation zwischen Demonstranten und der Polizei ein, die entlang dieser Konfliktlinien verlief", sagte der politische Analyst Nic Borain.

Der Streik der rund 3000 Arbeiter begann am 10. August. Seit Sonntag starben bei Auseinandersetzungen zwischen Streikenden und Sicherheitskräften bereits mindestens neun Menschen, darunter zwei Polizisten. Lonmine, weltweit drittgrößter Platinproduzent, stuft den Streik als illegal ein.

Vor dem tödlichen Zusammenstoß an der Mine hatten die Behörden erklärt, nach dem Scheitern der Verhandlungen mit den Gewerkschaften gebe es keine andere Möglichkeit, als den Streik gewaltsam aufzulösen. „Heute ist leider der Tag X", sagte ein Polizeisprecher. Die radikale Gewerkschaft AMCU beschuldigte die Sicherheitskräfte eines Massakers.

Die Unruhen haben den Minenbetreiber Lonmin gezwungen, die Produktion im ganzen Land einzustellen. Das in London und Johannesburg gelistete Unternehmen teilte mit, es werde seine Produktionsziele für das Gesamtjahr verfehlen. An beiden Börsenplätzen brachen die Aktien rund sieben Prozent ein. Der Preis für Platin stieg an den Weltmärkten um bis zu 30 Dollar je Unze, was einem Aufschlag von mehr als zwei Prozent entspricht. In Südafrika befinden sich etwa 80 Prozent der bekannten Vorräte des Edelmetalls.

Kommentare (6)

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whisky

16.08.2012, 18:46 Uhr

Kann in Deutschland nicht passieren. Oder?
Irgendwelche Vorbereitungen laufen auch hier http://www.taz.de/!99382/ und auch in der EU http://de.wikipedia.org/wiki/Indect http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2009-09/indect-ueberwachung

Account gelöscht!

16.08.2012, 21:53 Uhr

Es ist erschreckend, zumal ein Flächenbrand nicht mehr ausgeschlossen werden kann: http://2010sdafrika.wordpress.com/2012/08/16/no-comment-bergwerk-krise-in-sudafrika-eskaliert-weiter/.

Nurmalso

17.08.2012, 08:44 Uhr

Was sollten die Polizisten tun, als die bewaffneten odioten auf die Farbigen / schwarzen Polizisten los gingen.... Man kann sich von den Scharfmachern der Gerwerkschaften und des ANCYL nicht alles gefallen lassen.
Die Message ist nun klar, eine gewisse Grenze nicht zu überschreiten. Gut so!

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