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08.05.2014

04:19 Uhr

Südafrika-Wahl

„Extrem hohe“ Wahlbeteiligung in Südafrika

Die Wahllokale haben geschlossen, ein Endergebnis wird nicht vor Freitag erwartet. Was jetzt schon klar ist: Die Wahlbeteiligung war massiv und der Sieg dürfte der Präsidentenpartei ANC gehören.

25 Millionen waren zur Wahl aufgerufen in der fünften Wahl nach dem Ende der Apartheid. ap

25 Millionen waren zur Wahl aufgerufen in der fünften Wahl nach dem Ende der Apartheid.

JohannesburgDie Südafrikaner haben am Mittwoch ohne größere Zwischenfälle ein neues Parlament gewählt. Bei der Wahl in Südafrika liegt der Afrikanische Nationalkongress (ANC) von Präsident Jacob Zuma nach Auszählung der ersten Stimmen wie erwartet klar vorne. Allerdings lagen in den frühen Morgenstunden des Donnerstags erst wenige Ergebnisse vor. Sie signalisieren, dass der ANC wieder mehr als 60 Prozent der Stimmen bekommt. 2009 hatte die Partei des im Dezember gestorbenen Nationalhelden Nelson Mandela 66 Prozent erreicht.

Die oppositionelle Demokratische Allianz (DA) wird den ersten Ergebnissen zufolge Gewinne verbuchen können und auf über 20 Prozent kommen. Vor fünf Jahren waren es 16,6 Prozent. Die neue linksradikale Partei Kämpfer für Wirtschaftsfreiheit (EFF) des Populisten Julius Malema (33) kommt demnach nur auf wenige Prozent. Die nationale Wahlkommission rechnet damit, dass die meisten Ergebnisse im Laufe des Donnerstags in Pretoria eintreffen. Das offizielle Endergebnis wird wohl erst am Freitag bekanntgegeben.

Südafrika – Land der Gegensätze

Die Regenbogennation...

... wird Südafrika genannt, weil das Land mit seinen gut 50 Millionen Einwohnern ethnisch sehr gemischt ist. Das führt und führte immer wieder zu Konflikten zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen, etwa zwischen der nichteuropäischen Mehrheitsbevölkerung und den europäischstämmigen, meist weißen Einwanderern.

Der Wirtschaftsmotor...

... des gesamten afrikanischen Kontinents ist Südafrika. Mit einem Bruttoinlandsprodukt von etwa 400 Milliarden US-Dollar ist das Land die größte Volkswirtschaft Afrikas und gehört der G8+5 an. Die Staatsverschuldung lag 2012 bei 43,3 Prozent des BIP – also vergleichsweise niedrig, die Inflationsrate betrug fünf bis sechs Prozent.

Die Kehrseite der Medaille...

... sind noch immer massive Unterschiede beim Wohlstand. Der Gini-Koeffizient als Maß für das Ungleichgewicht bei Einkommen und Konsum gehören jeweils zu den höchsten weltweit. Die Arbeitslosigkeit liegt weit über 20 Prozent. Noch immer sind Schwarze, wenn auch nicht mehr rechtlich, benachteiligt. Die Armutsquote steigt. Viele Fachkräfte, insbesondere Ärzte und Ingenieure, wandern aus.

Die Apartheid...

... hat die Nation an der Südspitze Afrikas massiv geprägt. Eingeführt wurde sie nach ihrem Wahlsieg 1948 von der National Party, der Partei der meist niederländischstämmigen Buren. Die massive Diskriminierung, Benachteiligung und Herabwürdigung der schwarzen Bevökerung existierte bis 1990. Nach mehr als 40 Jahren meist friedlichem Kampf der benachteiligten Bevölkerungsmehrheit unter politischen Führern wie Nelson Mandela brach das System schließlich zusammen.

Das Ende des autoritär geführten Systems...

... mündete 1994 in die ersten Parlamentswahlen mit einem gleichen Wahlrecht für alle Bürger und veränderten das politische Leben im Land grundlegend. Nelson Mandela wurde am 27. April 1994 zum zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt. Er starb 2013.

Die Weißen...

... machen nur knapp neun Prozent der Bevölkerung aus, die hauptsächlich sind es Nachfahren niederländischer, deutscher, französischer und britischer Einwanderer sind, die ab Mitte des 17. Jahrhunderts nach Südafrika immigrierten. Die Zahl der europäischstämmigen Bevölkerung nimmt sinkt kontinuierlich. Fast eine Million Weiße haben seit den 90er-Jahren haben das Land verlassen.

Die Schwarzen...

... stellen knapp 80 Prozent der gesamten Bevölkerung und teilen sich in verschiedene Volksgruppen auf, etwa die Zulu, Xhosa, Basotho, Venda, Tswana, Tsonga, Swazi und Ndebele.

Knapp neun Prozent...

... machen die sogenannten Coloureds (Farbige) aus. Sie sind meist die Nachkommen der ersten europäischen Siedler, deren Sklaven und der ursprünglich in Südafrika lebenden Völker, zu einem kleineren Teil auch von eingewanderten Asiaten.

Asiaten...

... machen 2,5 Prozent der Bevölkerung aus. Der Großteil kommt ursprünglich aus Indien und ist Mitte des 19. Jahrhunderts ins Land geholt worden, um auf den Zuckerrohrfeldern zu arbeiten.

Bei der fünften Wahl seit Ende des rassistischen Apartheidsystems waren über 25 Millionen Südafrikaner aufgerufen, das nationale Parlament in Kapstadt und den Nationalrat der Provinzen zu bestimmen.
Die Beteiligung sei „extrem hoch“ gewesen, teilte die unabhängige Wahlkommission Vote Watchdog mit. Insbesondere in den Städten sei der Andrang groß gewesen. Die starke Mobilisierung könnte den ANC bis zu fünf Prozentpunkte kosten, prognostizierte das Umfrageinstitut IPSOS. Jedes Ergebnis unter 60 Prozent wäre ein Rückschlag für den ANC.

Angeblich zahlreiche Unregelmäßigkeiten

Die DA-Vorsitzende Helen Zille (63) beklagte zahlreiche Unregelmäßigkeiten bei der Wahl. Viele Lokale hätten zu spät geöffnet, in manchen hätte es nicht genug Wahlzettel oder Wahlurnen gegeben, sagte sie am Abend dem Nachrichtensender eNCA. Sie kenne aber noch nicht das Ausmaß der Probleme. Zille schloss eine Wahlanfechtung nicht aus. Auch die Vorsitzende der Wahlkommission, Pansy Tlakula, hatte in Pretoria Probleme in einigen der über 22 000 Wahllokalen eingeräumt.

Die Wahl war am Mittwoch zwar fast überall weitgehend friedlich verlaufen. Allerdings nahm die Polizei nach eigenen Angaben 97 Menschen fest, die an verschiedenen Orten versucht hätten, mit Protesten und Krawallen die Wahl zu stören.

Zudem wurde dem ANC zufolge am Wahltag ein ANC-Mitglied an einem Stand der Partei in KwaDukuza (Provinz KwaZulu-Natal) getötet. Der ANC beschuldigte Anhänger einer Oppositionsgruppe, die Tat geplant und ausgeführt zu haben.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

08.05.2014, 07:57 Uhr

Dann kann ja die korrupte Clique des ANC das Land weiter ausbluten lassen.
Man sind die Wähler dort bescheiden, gut ist in deutschland ja nicht anders bei Wahlen.

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