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03.11.2015

15:23 Uhr

Südchinesisches Meer

USA wollen weiter Kriegsschiffe schicken

Die Spannungen zwischen China und den USA im Streit um Gewässer im Südchinesischen Meer verschärfen sich. Die USA wollen weiterhin demonstrativ Kriegsschiffe schicken, China wertet das als Provokation und protestiert.

Neben China erheben auch Taiwan, Vietnam, Brunei, Malaysia und die Philippinen Anspruch auf die Inselgruppe. Reuters

Die umkämpften Spratly-Inseln

Neben China erheben auch Taiwan, Vietnam, Brunei, Malaysia und die Philippinen Anspruch auf die Inselgruppe.

PekingTrotz chinesischer Proteste wollen die USA in Zukunft wieder mit Kriegsschiffen in umstrittenen Gewässern im Südchinesischen Meer kreuzen. Solche Einsätze seien weltweit „Routine“, sagte der Chef des US-Pazifikkommandos, Admiral Harry Harris, am Dienstag in einer Rede in Peking. „Keine Nation sollte sie als Bedrohung verstehen.“

Vor einer Woche war der amerikanische Zerstörer „USS Lassen“ durch die von China als Hoheitsgebiet beanspruchte Zwölf-Meilen-Zone nahe der Spratly-Inseln gefahren. Chinas Führung wertete dies als „Provokation“ und warnte, solche Zwischenfälle könnten einen Konflikt auslösen.

„Unser Militär wird weiter fliegen, segeln und operieren, wann immer und wo immer es vom Völkerrecht erlaubt ist“, sagte US-Admiral Harris. Das Südchinesische Meer sei dabei keine Ausnahme. Die USA würden seit Jahrzehnten weltweit solche Einsätze unternehmen, um das Recht auf Navigationsfreiheit zu unterstreichen.

China im Streit mit den Nachbarn

Streitpunkt Aufrüstung

Chinas Aufrüstung wird von den Nachbarländern kritisch verfolgt. Peking streitet über Territorien im Ostchinesischen und Südchinesischen Meer. Zudem ist das Tauziehen um Nordkoreas Atomwaffenprogramm ein Dauerthema.

Quelle: dpa

Ostchinesisches Meer

Die chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannten Inseln 200 Kilometer nordöstlich von Taiwan sind nur unbewohnte Felsen. Angesichts großer Fischbestände und vermuteter Gas- und Ölvorkommen sind sie aber von strategischer Bedeutung. China macht alte Ansprüche auf das heute von Japan verwaltete Territorium geltend. Der Streit flammte 2012 neu auf, als Japans Regierung drei Inseln von privater Hand kaufte. In China gab es heftige japanfeindliche Proteste. Die Fronten sind verhärtet.

Südchinesisches Meer

China streitet mit Vietnam um die Paracel genannten 130 Korallen-Inseln südöstlich von Hainan. Außerdem ringt China mit seinen Nachbarn um die Spratly-Inseln genannten 200 Korallenriffe und Sandbänke, die ganz oder teilweise von Vietnam, Taiwan, den Philippinen, Malaysia und Brunei beansprucht werden. In dem Gebiet an wichtigen Schifffahrtswegen werden Öl- und Gasvorkommen vermutet. Die Philippinen haben 2013 den Seegerichtshof in Den Haag angerufen. Doch erkennt China das Verfahren nicht an.

Nordkorea

Trotz diplomatischer Isolation und Armut im Lande baut Nordkorea eine Atomstreitmacht auf, die als große Bedrohung angesehen wird. Nordkorea hat seit 2006 drei Atomtests durchgeführt. Nach US-Einschätzung ist Nordkorea heute prinzipiell in der Lage, einen Atomsprengkopf für eine Interkontinentalrakete zu bauen. Die Sechser-Gespräche über ein Ende des Atomprogramms mit Nordkorea, China, den USA, Russland, Südkorea und Japan sind seit 2009 eingefroren. Pjöngjang unterstellt den USA eine feindselige Politik.

Mit der Aktion hatten sich die Spannungen im jahrelangen Streit um die Inselgruppe verschärft. Sowohl China als auch Taiwan, Vietnam, Brunei, Malaysia und die Philippinen erheben Anspruch auf das Gebiet. Die Inseln liegen an einer der wichtigsten Handelsrouten für Schiffe. Zudem werden dort große Vorkommen von Erdgas und Öl vermutet.

Von

dpa

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