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05.07.2016

14:06 Uhr

Südchinesisches Meer

Vietnam protestiert gegen Manöver Chinas

Von Dienstag an will China Militärmanöver im Südchinesischen Meer abhalten. Die Regierung in Vietnam protestiert: Die Manöver trügen zur Eskalation der Spannungen bei. Die Übungen sollen bis zum 11. Juli dauern.

Der Streit um die rohstoffreichen Inseln droht zu eskalieren. dpa

Spratly-Inseln

Der Streit um die rohstoffreichen Inseln droht zu eskalieren.

HanoiIm Territorialstreit um Inseln im Südchinesischen Meer hat Vietnam scharf gegen eine Militärübung Chinas in umstrittenen Gewässern protestiert. Die Manöver sollten am Dienstag beginnen und bis zum 11. Juli dauern. Einen Tag später entscheidet das Schiedsgericht in Den Haag im Territorialstreit zwischen den Philippinen und China im Südchinesischen Meer.

Die Manöver rund um die sowohl von Vietnam als auch von China beanspruchten Paracel-Inseln bedrohten die Sicherheit und trügen zur Eskalation der Spannungen bei, sagte der Sprecher des vietnamesischen Außenministeriums am Montagabend in Hanoi.

Das Haager Schiedsgericht entscheidet nicht darüber, wem etwa die umstrittenen Spratly-Inseln und Scarborough-Riffe gehören. Es geht lediglich darum, ob es sich bei umstrittenen Formationen um Inseln handelt, von denen der Anspruch auf Territorialgewässer ausgeht, oder um Felsen. China spricht von Inseln und beharrt auf exklusiven maritimen Zonen. Peking erkennt das Schiedsgericht nicht an und will die Entscheidung ignorieren.

Peking beansprucht 80 Prozent des rohstoffreichen Südchinesischen Meers, teils bis vor die Küsten Vietnams und der Philippinen. Auch Taiwan, Malaysia und Brunei erheben aber Ansprüche.

China im Streit mit den Nachbarn

Streitpunkt Aufrüstung

Chinas Aufrüstung wird von den Nachbarländern kritisch verfolgt. Peking streitet über Territorien im Ostchinesischen und Südchinesischen Meer. Zudem ist das Tauziehen um Nordkoreas Atomwaffenprogramm ein Dauerthema.

Quelle: dpa

Ostchinesisches Meer

Die chinesisch Diaoyu und japanisch Senkaku genannten Inseln 200 Kilometer nordöstlich von Taiwan sind nur unbewohnte Felsen. Angesichts großer Fischbestände und vermuteter Gas- und Ölvorkommen sind sie aber von strategischer Bedeutung. China macht alte Ansprüche auf das heute von Japan verwaltete Territorium geltend. Der Streit flammte 2012 neu auf, als Japans Regierung drei Inseln von privater Hand kaufte. In China gab es heftige japanfeindliche Proteste. Die Fronten sind verhärtet.

Südchinesisches Meer

China streitet mit Vietnam um die Paracel genannten 130 Korallen-Inseln südöstlich von Hainan. Außerdem ringt China mit seinen Nachbarn um die Spratly-Inseln genannten 200 Korallenriffe und Sandbänke, die ganz oder teilweise von Vietnam, Taiwan, den Philippinen, Malaysia und Brunei beansprucht werden. In dem Gebiet an wichtigen Schifffahrtswegen werden Öl- und Gasvorkommen vermutet. Die Philippinen haben 2013 den Seegerichtshof in Den Haag angerufen. Doch erkennt China das Verfahren nicht an.

Nordkorea

Trotz diplomatischer Isolation und Armut im Lande baut Nordkorea eine Atomstreitmacht auf, die als große Bedrohung angesehen wird. Nordkorea hat seit 2006 drei Atomtests durchgeführt. Nach US-Einschätzung ist Nordkorea heute prinzipiell in der Lage, einen Atomsprengkopf für eine Interkontinentalrakete zu bauen. Die Sechser-Gespräche über ein Ende des Atomprogramms mit Nordkorea, China, den USA, Russland, Südkorea und Japan sind seit 2009 eingefroren. Pjöngjang unterstellt den USA eine feindselige Politik.

Von

dpa

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