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19.09.2012

13:29 Uhr

Südkorea

Ein Software-Entwickler als Präsident?

Ein parteiunabhängiger Kandidat hat in Südkorea gute Aussichten, Präsident zu werden. Der Softwareexperte Ahn Cheol Soo ist in seiner Heimat vor allem bei Jüngeren sehr populär. Jetzt kündigte Ahn seine Kandidatur an.

Ahn Cheol Soo will die „alte Politik“ erneuern. Reuters

Ahn Cheol Soo will die „alte Politik“ erneuern.

SeoulIm Rennen um das Präsidentenamt in Südkorea zeichnet sich ein spannender Dreikampf ab. Der populäre, aber politisch unerfahrene Gründer eines Software-Unternehmens und Hochschulprofessor Ahn Cheol Soo erklärte am Mittwoch in Seoul, bei der Wahl im Dezember kandidieren zu wollen. Zahlreiche Menschen seien mit dem Wunsch nach politischen Reformen zu ihm gekommen. Die „alte Politik“ müsse erneuert werden, sagte der 50-jährige Multimillionär und studierte Mediziner. Der parteiunabhängige Ahn gilt als aussichtsreicher Kandidat, der vor allem unter jungen liberalen Wählern beliebt ist.

Ahns stärkste Gegnerin ist die 60 Jahre alte Tochter des früheren Diktators Park Chung Hee, Park Geun Hye, die für die regierende konservative Saenuri-Partei kandidiert. Für die größte Oppositionspartei, die Demokratische Einheitspartei (DUP), tritt der frühere Stabschef unter Präsident Roh Moo Hyun, Moon Jae In (59), an. Der jetzige Präsident Lee Myung Bak, dessen fünfjährige Amtszeit im Februar 2013 endet, kann nicht wiedergewählt werden.

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Nach den bisherigen Umfragen zur Wahl am 19. Dezember könnte Park bei einem Dreier-Rennen am Ende die Nase vorn haben, da sich Ahn und der Mitte-Links-Kandidat der DUP gegenseitig Stimmen wegnehmen würden. Ob er sich auf eine Debatte mit der DUP über die Aufstellung nur eines Kandidaten einlässt, ließ Ahn am Mittwoch offen.

Ahn räumte den Mangel an politischer Erfahrung ein. „Doch ich weiß nicht, ob zuviel davon notwendigerweise eine gute Sache ist.“ Er bringe Erfahrungen in der Informationstechnologie, Medizin, im Management und in der Bildung mit. Ahn war 2005 vom Chefposten bei AhnLab, dem größten südkoreanischen Software-Entwickler für Computersicherheit, zurückgetreten, hat aber weiter einen Sitz im Aufsichtsrat. Er ist Leiter der Schule für Wissenschafts- und Technologie-Konvergenz an der Seouler Nationaluniversität.

Im Falle seiner Wahl wolle er sich auch vom Rest seiner Anteile an AhnLab trennen, sagte Ahn. Er hatte bereits die Hälfte seiner Anteile im Wert von rund 150 Milliarden Won (etwa 103 Millionen Euro) veräußert, um damit eine Wohltätigkeitsstiftung zu gründen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

19.09.2012, 13:37 Uhr

"Ein Software-Entwickler als Präsident?"

Logo, wieso nicht? Schau sich doch mal einer an was HIER so als Präsident oder gar Politiker durchgeht.

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