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03.12.2014

11:38 Uhr

Südkorea

Parlament erhöht Zigarettenpreis um 80 Prozent

3,27 Euro statt 1,82 Euro: Eine Zigarettenpackung kostet in Südkorea künftig beinahe doppelt so viel. Damit will das Parlament in Seoul die Zahl der Raucher eindämmen. Aktuell raucht fast jeder zweite Südkoreaner.

Eine Packung ungesunden Tabakqualm für 4500 Won: Südkoreanische Raucher müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen. dpa

Eine Packung ungesunden Tabakqualm für 4500 Won: Südkoreanische Raucher müssen deutlich tiefer in die Tasche greifen.

SeoulIm Kampf gegen das Rauchen hat Südkoreas Parlament eine 80-prozentige Preiserhöhung für Zigaretten beschlossen. Gemeinsam mit dem Staatshaushalt für 2015 billigten die Abgeordneten am Dienstagabend den Plan der Regierung, vom 1. Januar an den Preis einer Zigarettenpackung von 2500 auf 4500 Won (1,82 auf 3,27 Euro) anzuheben. In Südkorea rauchen 44 Prozent der Männer – dies ist der höchste Anteil unter den Ländern der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) noch vor der Türkei, Griechenland, Estland und Japan.

Durch die Preiserhöhung will das Gesundheitsministerium in Seoul den Anteil der Raucher bis Ende 2016 auf 35 Prozent drücken. Zu diesem Zweck wurde kürzlich auch das Rauchen an öffentlichen Orten verboten. Zudem sollen auf Zigarettenpackungen abschreckende Bilder gedruckt und Zigarettenwerbung im Einzelhandel verboten werden. Über die Auswirkung von Rauchen auf die öffentliche Gesundheit wird seit einigen Jahren verstärkt diskutiert. Zudem gab es eine Reihe von Gerichtsverfahren gegen Tabakhersteller.

So wies das oberste Gericht im April eine Schadenersatzklage von 30 Lungenkrebspatienten gegen den Tabakkonzern KT&G ab, der rund 60 Prozent des südkoreanischen Tabakmarkts kontrolliert. Daraufhin reichten mehrere staatliche Krankenkassen Klage gegen drei südkoreanische und ausländische Tabakkonzerne ein, um 53,7 Milliarden Won Schadenersatz zu fordern. Die Versicherungen geben an, jährlich 1,7 Billionen Won zur Behandlung von Krankheiten auszugeben, die durchs Rauchen verursacht werden.

Von

afp

Kommentare (1)

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Herr Carsten Härtl

03.12.2014, 13:20 Uhr

Genau betrachtet raucht nicht "fast jeder zweite Südkoreaner", sondern nur fast jeder zweite männliche Südkoreaner (die Frauen fast gar nicht). Insofern ist das ein Programm, die extreme Lücke in der Lebenserwartung zwischen Männern und Frauen dort etwas zu schließen.

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