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20.03.2013

09:11 Uhr

Südkorea

Polizei ermittelt wegen Server-Blackout

Die Server großer südkoreanischer TV-Sender und Banken sind ausgefallen. Internetanbieter gehen von einem Hacker-Angriff aus. Die Polizei ermittelt. Erste Spekulationen nannten einen alten Bekannten.

An einen Server angeschlossene Datenkabel. In Seoul gab es ein großes Server-Blackout. ap

An einen Server angeschlossene Datenkabel. In Seoul gab es ein großes Server-Blackout.

SeoulDie südkoreanische Polizei ermittelt wegen eines Blackouts bei Servern von großen TV-Sendern und Banken. Betroffen sind unter anderem die Banken Shinhan und Nonghyup sowie mehrere Sender. Ein Sprecher des Internet-Anbieter LG UPlus sagte am Mittwoch, er gehe davon aus, dass sein Netzwerk geknackt wurde.

Der Grund für den Blackout sei noch offen, erklärten Polizei und Behörden. Die südkoreanische Börse weitete nach den Meldungen ihre Verluste aus.

Die Techniken der Datendiebe

Trojanische Pferde

Eine der gebräuchlichsten Methoden, Daten abzufangen, ist die Einschleusung sogenannter Trojanischer Pferde, meist schlicht Trojaner genannt. Dabei wird eine schädliche Software meist per E-Mail oder über infizierte Webseiten auf dem Computer installiert, die dort Daten – etwa die Kontonummer – meist ohne Wissen des Benutzers abruft und weiterschickt. Trojaner können sich auch in Fotos, Dokumenten oder auf Speichermedien verbergen.

Phishing

Beim sogenannten Phishing versuchen Datendiebe, sich über gefälschte Webseiten Konten- oder Kreditkartennummern, TANs, PINs oder Passwörter der Opfer zu angeln. Häufig bauen sie dafür bis ins Detail den Internetauftritt von Banken, Versicherungen oder anderen Institutionen nach. Danach verschicken sie E-Mails, um Kunden per Klick auf einen enthaltenen Link auf die getürkte Seite zu führen. Dabei wird das Opfer aufgefordert, sensible Daten einzugeben, die dann zusammen mit der Identität der Opfer missbraucht werden.

Keylogger

Diese Art von Schadsoftware wandert über ähnliche Wege wie Trojaner in den Computer ein und zeichnet die Tastenanschläge des Benutzers auf, um sie an Datendiebe weiterzuleiten. Diese Tasten-Speichersysteme machen für die Täter Passwörter ersichtlich, selbst wenn die Übermittlung an die passwortgeschützte Webseite verschlüsselt erfolgt.  An öffentlich zugänglichen Computern können Datengangster auch kleine Geräte zwischen Tastatur und Rechner schalten, die dann die Eingaben des Benutzers zeigen und so Daten und Zugänge erschließen lassen.

Klassisches Hacking

Dabei versuchen die Hacker über Programmierattacken in Zentralrechner oder Netzwerke einzudringen. In offenen Netzwerken wie unverschlüsselten WLANs ist dies sehr einfach, in geschützten Bereichen gestaltet sich das schwieriger. Immer wieder hatten solche Angriffe auf Behörden wie die NASA oder das US-Verteidigungsministerium für Schlagzeilen gesorgt. Selbst Industrieanlagen können damit theoretisch lahmgelegt werden, wie die Attacke des Stuxnet-Wurms auf Urananreicherungsanlagen im Iran zeigt.

Zufall und Schlamperei

Zwischenfälle mit sensiblen Daten sind allerdings nicht nur auf professionelle Hacker-Software zurückzuführen, sondern mitunter auch den blanken Zufall oder Unaufmerksamkeit. Dazu zählen auf EC-Karten notierte Geheimzahlen, Haftnotizen mit Passwörtern am Computerbildschirm oder fehlgeleitete Informationen. Ein Beispiel: Vor einigen Jahren erregte eine Panne der Landesbank Berlin Aufsehen. Zwei Kurierfahrer hatten sich über einen von der LBB verschickten Christstollen hergemacht und dann Etiketten von Päckchen vertauscht, um ihren Mundraub zu vertuschen. Prompt landeten tausende Kreditkartendaten in der Redaktion der „Frankfurter Rundschau“, für die eigentlich die Weihnachtsleckerei gedacht war.

In ersten Spekulationen hieß es, dass möglicherweise Nordkorea hinter dem Ausfall stehen könnte. Das Land hatte bereits in der Vergangenheit Hackerangriffe in Südkorea verübt. Südkoreas Agentur für Internet-Sicherheit müsse aber noch Anzeichen für einen Angriff von außen finden, berichtete einer der betroffenen Sender.

Von

rtr

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