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30.05.2017

08:22 Uhr

Südkorea

US-Streitkräfte schicken Langstreckenbomber

Die US-Streitkräfte sollen laut Medienberichten erneut einen Langstreckenbomber nach Südkorea geschickt haben. Nordkorea sieht das als Provokation. Am Montag hatte das abgeschottete Land wiederholt eine Rakete getestet.

Das Standbild eines Videos, welches vom nordkoreanischen Fernsehsender KRT zur Verfügung gestellt wurde, soll den mutmaßlichen Start einer Mittelstreckenrakete mit hoher Reichweite vom Typ Pukguksong-2 zeigen. Die Lage spitzt sich im Nordkorea-Konflikt immer weiter zu. dpa

Nordkorea

Das Standbild eines Videos, welches vom nordkoreanischen Fernsehsender KRT zur Verfügung gestellt wurde, soll den mutmaßlichen Start einer Mittelstreckenrakete mit hoher Reichweite vom Typ Pukguksong-2 zeigen. Die Lage spitzt sich im Nordkorea-Konflikt immer weiter zu.

SeoulAngesichts zunehmender Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben die US-Streitkräfte nach Medienberichten erneut Langstreckenbomber nach Südkorea geschickt. Zwei Überschallbomber des Typs B-1B seien bereits am Montag, nur wenige Stunden nach einem erneuten Raketentest durch Nordkorea, über dem Luftraum vor der Ostküste erschienen, berichtete der südkoreanische Sender KBS am Dienstag unter Berufung auf Regierungskreise. Anschließend hätten sie an Übungen mit Südkoreas Luftwaffe teilgenommen.

Die Überflüge der US-Bomber über Südkorea werden als Demonstration der Stärke gesehen. Nordkorea warf den USA am Dienstag militärische Provokation vor. Die USA hätten die Bomber von ihrer Pazifikinsel Guam geschickt, um „erneut eine Übung für den Abwurf von Atombomben durchzuführen“, hieß es in den Staatsmedien. 

Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm (2016)

6. Januar 2016

Nordkorea führt seinen vierten Nukleartest aus. Nach eigenen Angaben wurde eine „miniaturisierte“ Wasserstoffbombe getestet. Experten ziehen die Angaben in Zweifel. (Quelle: AP)

7. Februar 2016

Nordkorea schießt nach eigenen Angaben eine Langstreckenrakete ins All.

9. März 2016

Machthaber Kim Jong Un erklärt, sein Land habe verkleinerte Atombomben entwickelt, die auf Raketen platziert werden können.

18. März 2016

Zum ersten Mal seit 2014 feuert Nordkorea eine Mittelstreckenrakete vom Typ Rodong ab. Das Geschoss fliegt rund 800 Kilometer weit, ehe es östlich des Landes ins Wasser fällt.

23. April 2016

Nordkorea schießt eine Rakete von einem U-Boot ab. Aus dem südkoreanischen Verteidigungsministerium heißt es daraufhin, das Geschoss habe eine Strecke von knapp 30 Kilometern zurückgelegt. Pjöngjang erklärt, der Start ziele darauf ab, die Atomsprengkopftechnologien voranzubringen.

22. Juni 2016

Washington und Seoul melden, dass Nordkorea zwei mutmaßliche Mittelstreckenraketen vom Typ Musudan abgefeuert hat. Diese Raketen könnten eines Tages in der Lage sein, weit entfernte Militärbasen der USA in Asien zu treffen. Pjöngjang gibt später bekannt, erfolgreich eine Mittelstreckenrakete getestet zu haben. Diese habe eine Höhe von 1400 Kilometern erreicht, bevor sie wie geplant in 400 Kilometer entfernten Gewässern gelandet sei.

19. Juli 2016

Nordkorea schießt drei Raketengeschossen ab. Zwei davon fliegen 500 bis 600 Kilometer weit. Die Tests sind nach Angaben der Führung in Pjöngjang Teil eines simulierten Präventivschlags auf südkoreanische Häfen und Flugplätze.

3. August 2016

Regierungsbeamten aus Südkorea und Japan zufolge legt eine nordkoreanische Mittelstreckenrakete einen Weg von rund 1000 Kilometern zurück und landet in der Nähe von japanischen Hoheitsgewässern. Es handelt sich vermutlich um eine Rodong-Rakete.

24. August 2016

Eine erneut von einem U-Boot abgefeuerte Rakete ist 500 Kilometer unterwegs, ehe sie nahe Japan ins Wasser stürzt. Kim erklärt, sein Land habe die Fähigkeit erlangt, einen vollausgerüsteten Atomangriff auszuführen. Auch das US-Festland befinde sich in Schlagdistanz.

5. September 2016

Wieder fliegen drei mutmaßliche Mittelstreckenraketen Nordkoreas fast 1000 Kilometer weit, ehe sie in Gewässern nahe Japan landen.

9. September 2016

Nordkorea hat nach eigenen Angaben einen nuklearen Sprengkopf erfolgreich zur Explosion gebracht.

Die USA hatten in der Vergangenheit als Zeichen der Bündnisstärke bereits mehrfach Langstreckenbomber über Südkorea fliegen lassen. Beim B-1B Lancer handelt es sich laut dem Hersteller Boeing um einen „konventionellen Bomber“. Die ursprünglich für die Beförderung von Atomwaffen konzipierte B-1 wurde später entsprechend umgerüstet. 

Nordkorea hatte am Montag nach Angaben Südkoreas erneut eine ballistische Rakete getestet. Dabei habe es sich um eine Kurzstreckenrakete gehandelt. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test ballistischer Raketen. Das sind in der Regel militärische Boden-Boden-Raketen. Sie können je nach Bauart auch atomare Sprengköpfe befördern.

Von

dpa

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