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08.02.2016

19:29 Uhr

Südsudan und Somalia

Millionen Menschen von Dürre und Hunger bedroht

Menschen im Krisenstaat Südsudan steht eine Hungersnot noch nie dagewesen Ausmaßes bevor. Fast drei Millionen Menschen sind dringend auf Nahrungsmittel angewiesen. Die Trockenzeit steht bevor, Wasserpegel sinken.

Millionen Menschen in Somalia und dem Südsudan, darunter viele Kinder, sind auf Hilfe angewiesen. dpa

Lebensmittelausgabe in Somalia

Millionen Menschen in Somalia und dem Südsudan, darunter viele Kinder, sind auf Hilfe angewiesen.

Juba/MogadischuIm Krisenstaat Südsudan nimmt zu Beginn der Trockenzeit eine Hungersnot ein noch nie dagewesenes Ausmaß an. Rund 2,8 Millionen Menschen – etwa ein Viertel der gesamten Bevölkerung – benötigen dringend Nahrungsmittelhilfe, wie drei Organisationen der Vereinten Nationen (UN) am Montag erklärten. Mindestens 40.000 Menschen seien akut vom Hungertod bedroht.

Besonders betroffen seien Binnenflüchtlinge in der umkämpften Provinz Unity State im Norden des Landes, wie das Welternährungsprogramm (WFP), das UN-Kinderhilfswerk Unicef und die Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) mitteilten. Viele Vertriebene dort ernährten sich bislang von Fischen und Wasserlilien, doch „wegen des sinkenden Wasserpegels verlieren sie ihre letzten Nahrungsquellen“, warnten die UN-Organisationen.

Aufgrund der prekären Sicherheitslage im Land sei es schwierig, manche der betroffenen Gegenden zu versorgen, erklärte Unicef-Sprecher Jonathan Veitch.

Der erst 2011 unabhängig gewordene Südsudan wird seit Ende 2013 von einem Bürgerkrieg erschüttert. Ausgelöst wurden die Kämpfe durch die Rivalität zwischen Präsident Salva Kiir und seinem früheren Stellvertreter, dem späteren Rebellenführer Riek Machar. Mehr als 2,3 Millionen Menschen sind wegen der Gewalt auf der Flucht.

Die wichtigsten Punkte des EU-Afrika-Plans zur Migration

Finanzielle Ausstattung

Einrichtung eines speziellen EU-Topfes, der sich alle migrations-relevanten Fragen abdecken soll. Die EU-Kommission hat 1,8 Milliarden Euro aus dem EU-Haushalt bereitgestellt und hofft auf die Verdopplung der Summe durch nationale Beiträge. (Quelle: Reuters)

Kampf gegen illegale Migration

Dazu gehören auch Rückführungsabkommen. Es wird durch die Referenz auf bisherige Abkommen festgehalten, dass afrikanische Staaten die Pflicht haben, illegal in die EU eingereiste Landsleute zurückzunehmen. Die Staaten verpflichten sich, mehr Informationen auszutauschen und gegen Schlepper vorzugehen. Landesgrenzen sollen besser geschützt und in vielen Ländern erst einmal eine Gesetzgebung gegen illegale Einwanderung geschaffen werden.

Ordnung der Migration

Entlang der Migrationsrouten soll das UNHCR neue Aufnahmeeinrichtungen prüfen. Zudem soll der Ausbau von Informationszentren wie im nigerianischen Agadez geprüft werden, die Migranten auch über Fehlinformationen über die EU aufklären soll. Flüchtlingslager sollen durch internationale Organisationen besser versorgt werden.

Erweiterung der legalen Wege in die EU

Die EU und die Afrikanische Union (AU) wollen die Möglichkeiten zu einer legalen Arbeitsanwerbung erweitern. Zudem sollen etwa Studenten- und Dozenten-Austauschprogramme 2016 gegenüber 2014 verdoppelt werden. Die Visa-Prozesse sollen vereinfacht werden.

Billigere Auslandsüberweisungen

Die Auslandsüberweisungen von Afrikanern in der EU sollen verbilligt werden. Bis 2030 sollen die Gebühren nicht mehr als drei Prozent betragen. Dies ist ein wichtiger Punkt für die afrikanischen Staaten, da ihre in die EU ausgewanderte Bürger jährlich insgesamt zweistellige Milliardenbeträge in die Heimat überweisen.

Stabilisierung von Staaten

Die EU und Afrika streben eine engere Zusammenarbeit bei der Stabilisierung von Staaten in Afrika und der Beseitigung von Fluchtursachen an. Dazu gehört auch die Förderung der regionalen Zusammenarbeit in Afrika sowie der Kampf gegen Terrorismus.

Auch für den Krisenstaat Somalia am Horn von Afrika schlugen die Vereinten Nationen am Montag Alarm. In Somalia benötigt demnach infolge der andauernden Dürre fast die Hälfte der Bevölkerung Nahrungsmittelhilfe, rund 4,7 Millionen Menschen. „Fast 950 000 dieser Menschen sind akut bedroht und haben jeden Tag Schwierigkeiten, genug zu Essen zu bekommen“, erklärte die UN-Organisation der Nothilfekoordination (OCHA).

Wegen der Dürre könnte die Zahl der akut bedrohten Menschen bis Mitte des Jahres auf 3,6 Millionen steigen, warnte die UN-Organisation.

Die Dürre ist Experten zufolge auf das Klimaphänomen El Niño zurückzuführen. Dessen Auswirkungen sollen in den nächsten Monaten weiter zunehmen. Derzeit seien in Somalia bereits 305 000 Kinder unterernährt, 58 000 ohne Hilfe vom Hungertod bedroht. „Die Dürre könnte diese Zahlen in den nächsten Monaten noch weiter steigen lassen. Wir müssen jetzt handeln“, forderte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe, Peter de Clercq.

Wegen des Klimaphänomens El Niño sieht sich auch das benachbarte Äthiopien mit einer Hungersnot konfrontiert. Dort sind UN-Zahlen zufolge 10,2 Millionen Menschen auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

Von

dpa

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