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07.08.2015

18:52 Uhr

Suleiman al-Assad

Assad-Cousin erschießt Offizier wegen Verkehrsstreit

Ein Überholmanöver endete für einen ranghohen syrischen Offizier tödlich: Der Luftwaffenoberst hatte einen Cousin des Präsidenten überholt. Der nahm laut einem Bericht die Verfolgung auf und erschoss den Offizier.

Der Beobachtungsstelle zufolge gab es in der Gegend nach dem Vorfall Demonstrationen, weil Assads Verwandter nicht festgenommen wurde. ap

Präsident Baschar al-Assad

Der Beobachtungsstelle zufolge gab es in der Gegend nach dem Vorfall Demonstrationen, weil Assads Verwandter nicht festgenommen wurde.

BeirutEin Cousin des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hat offenbar wegen eines Streits im Straßenverkehr einen ranghohen Offizier erschossen. Suleiman al-Assad habe den Luftwaffenoberst am Donnerstagabend im Badeort Lattakia getötet, „weil letzterer ihn an einer Kreuzung überholte“, sagte der Leiter der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman.

Der Vorfall ereignete sich zu einem Zeitpunkt, als rund 30 Kilometer weiter östlich syrische Regierungstruppen gegen bewaffnete islamistische Rebellen kämpften.

Den Angaben zufolge verfolgte Assads Cousin den Offizier mit seinem Fahrzeug und schnitt ihm den Weg ab. Danach sei er aus seinem Auto ausgestiegen und habe den Oberst „mit einer Salve aus einer automatischen Waffe erschossen“. Der Beobachtungsstelle zufolge gab es in der Gegend daraufhin Demonstrationen, weil Assads Verwandter nicht festgenommen wurde. Einige Demonstranten hätten sogar die Hinrichtung von Suleiman al-Assad verlangt.

Sechs Gründe, warum der Bürgerkrieg in Syrien noch nicht beendet ist

Einmischung von außen

Das Regime von Baschar al-Assad hat mit Russland und dem schiitischen Iran mächtige Verbündete im Ausland. Teheran unterstützt Damaskus mit Geld und Kämpfern. Zudem kämpft die libanesische Schiiten-Miliz an der Seite Assads. Aber auch die Rebellen erhalten Geld und Waffen aus dem Ausland, unter anderem aus Saudi-Arabien. So wurde die Krise zu einem regionalen Konflikt. (Quelle: dpa)

Assads Unnachgiebigkeit

Der Präsident sagte am Anfang der Proteste Reformen zu - die nie kamen. Stattdessen brandmarkt sein Regime sämtliche Gegner als „Terroristen“, auch moderatere Oppositionelle. Viele Kritiker des Regimes sitzen in Gefängnissen. Im Kampf ums Überleben setzt die Armee zudem immer wieder sogenannte Fassbomben ein - Metallbehälter, die mit Sprengstoff und Metall gefüllt sind.

Zerstrittene Opposition

Den Regimegegnern ist es bis heute nicht gelungen, sich zu einen und eine gemeinsame Führung zu bilden. Die Exil-Opposition in Istanbul wird zwar international anerkannt, zeigt sich aber immer wieder zerstritten und hat in Syrien kaum Einfluss. Auch mit der Inlandsopposition aus Damaskus konnte sie sich noch immer nicht auf konkrete gemeinsame Ziele einigen.

Konfessionalismus

Längst ist der Bürgerkrieg auch zu einem Konflikt zwischen den Konfessionen geworden. Das Regime wird von Alawiten kontrolliert, einer Nebenlinie des schiitischen Islams. Die Alawiten befürchten blutige Rache, sollte Assad stürzen. Auch viele Christen sehen den Präsidenten als ihren Schutzpatron. In den Reihen der Rebellen kämpfen dagegen vor allem Sunniten.

Politik des Westens

Die USA und Europa lehnen eine militärische Intervention gegen das Assad-Regime ab. US-Präsident Barack Obama drohte zwar für den Fall des Einsatzes von Chemiewaffen durch das Regime in Syrien mit einem Eingreifen, nahm dann aber doch davon Abstand. Der Westen steht politisch zwar an der Seite der moderateren Rebellen, unterstützt diese aber kaum mit Waffen.


Stärke der Extremisten

Als die Krise in Syrien eskalierte, dehnte sich die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus dem Irak ins Nachbarland aus. Jetzt kontrolliert sie dort ein Drittel der Fläche. Andere Teile Syriens stehen unter Herrschaft der Nusra-Front, Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida. Moderate Kräfte sind auf dem Rückzug. Die von den USA unterstützte Harakat Hasm löste sich kürzlich auf.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich nach eigenen Angaben auf ein dichtes Netz von Informanten in Syrien. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite wegen des Bürgerkriegs nur sehr schwer überprüft werden.

Von

afp

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