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08.01.2005

22:51 Uhr

Sunnitische Geistliche für Verschiebung der Abstimmung

US-Diplomat will sunnitischen Wahlboykott im Irak abwenden

Ein nicht genannter hochrangiger US-Diplomat hat sich im Irak mit sunnitischen Geistlichen getroffen, um sie von einem Wahlboykott abzubringen.

HB BERLIN. Die USA haben einen Versuch unternommen, um die irakischen Sunniten von einem Boykott der Wahl am 30. Januar abzubringen. Laut Aussage von Botschaftssprecher Bob Callahan traf ein ranghoher Diplomat der US-Botschaft im Irak am Samstag mit führenden Vertretern der Sunniten zusammen.

Callahan bezeichnete das Gespräch als einen «Meinungsaustausch». Wer der ranghohe Diplomat sei, sagte Callahan nicht. Er dementierte, dass es sich dabei um Botschafter John Negroponte gehandelt habe.

Angesichts der unsicheren Lage im Irak, vor allem in den sunnitischen Regionen, forderte die Vereinigung sunnitischer Geistlicher erneut, die Wahl zu verschieben. Freie und faire Wahlen seien unter diesen Umständen nicht möglich, hieß es.

Die Sunniten wollen einem Bericht des Fernsehsenders Al Dschasira zufolge außerdem einen Zeitplan für den Abzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak. Es gilt als sicher, dass die Sunniten bei der Parlamentswahl Ende Januar ihre bisherige Dominanz an die Schiiten verlieren werden, die 60 Prozent der irakischen Bevölkerung ausmachen.

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