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14.06.2013

09:12 Uhr

Surpreme Court

Wegweisende Entscheidung über Homo-Ehe

Seit Jahren tobt in den USA ein Streit um Gleichstellung von Schwulen und Lesben. Während Konservative noch protestieren, gibt es in der Öffentlichkeit mehr Befürworter. Nun fällt das oberste Gericht wegweisende Urteile

Für viele homosexuelle Paare könnten die Gerichtsurteile alles verändern: Fällt das Verbot, homosexuelle Partnerschaften rechtlich gleich zu stellen, könnten sie von Steuervorteilen und anderen Vergünstigungen profitieren.

Für viele homosexuelle Paare könnten die Gerichtsurteile alles verändern: Fällt das Verbot, homosexuelle Partnerschaften rechtlich gleich zu stellen, könnten sie von Steuervorteilen und anderen Vergünstigungen profitieren.

WashingtonMillionen „Same-Sex“-Paare in den USA müssen sich gedulden. In den kommenden Wochen fällt das höchste US-Gericht zwei Urteile, die wohl schwerwiegende Folgen für ihr Leben haben werden. Es geht um die Frage, welche Rechte Partnern in Homo-Ehen zustehen. Das Gericht könnte die Definition von Ehe in den USA völlig auf den Kopf stellen.

Zur Debatte steht, ob zwei Gesetze, die eine Ehe ausschließlich als eine Verbindung zwischen Mann und Frau definieren, verfassungsmäßig sind. Die neun Richter des Supreme Courts prüfen zum einen die Rechtmäßigkeit eines Volksentscheides in Kalifornien, mit dem Homo-Ehen vor gut vier Jahren verboten worden waren.

Darüber hinaus befassen sich die obersten Richter mit dem „Defense of Marriage Act“ (DOMA), einem nationalen Gesetz, das der Kongress 1996 verabschiedet hatte. Darin wird Bundesstellen untersagt, Homo-Ehen die gleichen juristischen, finanziellen oder sozialen Vorteile zu gewähren wie traditionellen Ehen. Dazu gehören etwa Vorteile bei Steuern und Krankenversicherungen.

Keine leichte Aufgabe für das Gericht. Schließlich geht es nicht nur darum, komplexe juristische Fragen zu lösen. Seine Urteile muss es auch im Rahmen der sich wandelnden öffentlichen Meinung fällen. Denn in den USA wächst die Akzeptanz für gleichgeschlechtliche Paare, allen voran wird dies bei den Äußerungen Barack Obamas deutlich.

Während der Präsident im Weißen Haus in den ersten vier Jahren seiner Amtszeit das Thema eher zögerlich anging, spricht er sich heute klar für die Homo-Ehe aus. Auch im US-Senat unterstützt mittlerweile eine Mehrheit der 100 Abgeordneten gleichgeschlechtliche Ehen, darunter zwei Republikaner. Der Wandel ist nicht mehr nur in der öffentlichen Meinung spürbar, längst hat er die Politik erreicht.

Wird das Gericht nun Fakten schaffen? Zwölf US-Bundesstaaten erlauben die Homo-Ehe, darunter New York, Maryland und Connecticut. Auch in der Hauptstadt Washington können Schwule und Lesben sich das Ja-Wort geben. Einige andere Staaten haben entsprechende Gesetze bereits auf den Weg gebracht oder erwägen es. In 30 US-Staaten sind gleichgeschlechtliche Ehen aber per Verfassung verboten.

Kommentare (2)

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WAAhnsinn

14.06.2013, 10:20 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Studierend

14.06.2013, 12:49 Uhr

@Anonym: Ihre Ignoranz gegenüber gesellschaftlicher Vielfalt ist in der Tat hochgradig extrem, um nicht zu sagen: extremistisch. Ihnen fehlt eine klare demokratische und verfassungsgemäße Werteorientierung. Siehe die Serie aktueller Urteile des Bundesverfassungsgerichtes zur Frage, ob Menschen und Kinder, die nicht in das Weltbild bürgerlicher Ideologen passen, als minderwertig behandelt werden dürfen. Dank klarer humanistischer Werteorientierung lautet die Antwort inzwischen immer wieder: Nein! Dafür gilt es sich weiter aktiv einzusetzen.

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