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02.05.2014

13:07 Uhr

Syrien

Al-Qaida will Kämpfe zwischen Islamisten beenden

In Syrien geraten immer wieder militante Islamisten aneinander. Das Terrornetzwerk al-Qaida will das beenden. Die ISIS hatte Tage zuvor erklärt, al-Qaida habe sich von den Grundsätzen des „Heiligen Kriegs“ entfernt.

Auto-Bomben flogen in Homs in die Luft: Auslöser der Kämpfe zwischen den „Dschihadisten“ waren Rivalitäten und ein Streit um Waffen. dpa

Auto-Bomben flogen in Homs in die Luft: Auslöser der Kämpfe zwischen den „Dschihadisten“ waren Rivalitäten und ein Streit um Waffen.

IstanbulDie militanten Islamisten in Syrien sollen nicht mehr gegeneinander kämpfen. Das hat der Anführer des Terrornetzwerkes al-Qaida, Eiman al-Sawahiri, in einer Audio-Botschaft gefordert, die am Freitag über die Internet-Plattform YouTube veröffentlicht wurde.

Er forderte die Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) von Abu Bakr al-Baghdadi auf, sich aus Syrien zurückzuziehen und ihre Operationen künftig auf den Irak zu begrenzen. Die Al-Nusra Front unter Abu Mohammed al-Dschaulani solle ihrerseits alle Angriffe auf noch bestehende ISIS-Stützpunkte in Syrien einstellen, fügte er hinzu.

Assads Streitkräfte gehörten zu den stärksten der arabischen Welt

Truppenstärke

In der Theorie verfügen die Streitkräfte über 178.000 Soldaten, davon 110.000 beim Heer, 36.000 bei der Luftabwehr, 27.000 bei der Luftwaffe und 5000 bei der Marine. 2009 wurde die Truppenstärke noch auf 325.000 Mann geschätzt, davon 220.000 beim Heer. Überläufe, Desertionen und Verluste hätten die Zahl reduziert, schreiben die IISS-Experten. Einige Brigaden seien auch "verschwunden", weil sie als politisch wenig verlässlich betrachtet worden seien.

Paramilitär und Miliz

Neben den regulären Truppen verfügte Machthaber Baschar al-Assad 2009 über geschätzte 108.000 paramilitärische Kräfte, die meisten von ihnen in der Miliz der Baath-Partei. Die Einheiten spielen im Kampf gegen die Aufständischen eine große Rolle. Wie hoch deren Zahl gegenwärtig ist, kann das IISS nicht einschätzen.

Struktur

Das Heer verfügt regulär über sieben Panzerdivisionen, drei Divisionen Panzergrenadiere, zwei Divisionen Spezialeinheiten und eine Division der Republikanischen Garde, die für Damaskus zuständig ist. Als besonders effizient gelten die Spezialkräfte und die Republikanische Garde, ihre Mitglieder gehören wie Assad den Alawiten an. Zusammengenommen wird die Zahl der Elitesoldaten auf 50.000 geschätzt.


Ausrüstung

Das Material der Streitkräfte stammt überwiegend aus Russland oder noch aus der Sowjetunion. Vor den Kämpfen verfügte das Heer über 4950 Panzer. Die Zahl sei inzwischen deutlich reduziert, schätzt das IISS. Das Kommando für das beachtliche Raketenarsenal befindet sich in Aleppo im Norden des Landes. Die Marine hat zwei Fregatten zur Verfügung. Bei der Luftwaffe gibt es zwar noch 365 Kampfjets. Ein großer Teil der Luftflotte sei aber vermutlich nicht richtig einsatzbereit, heißt es in der Bestandsaufnahme des Instituts. Von den Kämpfen am wenigsten geschwächt sei vermutlich die Luftabwehr. Die Kapazität wird auf tausende Boden-Luft-Raketen aus russischer Produktion geschätzt, darunter auch einige modernere Waffen.

Ein führendes Mitglied von ISIS hatte vor einigen Tagen erklärt, die al-Qaida-Führung um Al-Sawahiri habe sich von den Grundsätzen des „Heiligen Krieges“ entfernt. Al-Dschaulani hat dagegen seine Loyalität mit der al-Qaida-Führung bekundet.

Die Kämpfe zwischen der vor allem aus Syrern bestehenden Al-Nusra Front und der Gruppe ISIS, der vorwiegend ausländische Kämpfer angehören, hatten Anfang des Jahres begonnen. Auslöser der Kämpfe zwischen den „Dschihadisten“ waren Rivalitäten und ein Streit um Waffen. Im syrischen Bürgerkrieg sollen seit 2011 bereits mehr als 150.000 Menschen getötet worden sein.

Von

dpa

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