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09.03.2012

19:53 Uhr

Syrien

Annan kommt - Assad lässt schießen

Auch vor dem Besuch des früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan lässt der syrische Staatschef Baschar al-Assad auf das eigene Volk schießen. Der Bürgerkrieg tobt unvermindert weiter.

Ein Junge trauert um seinen Vater, der von einem Scharfschützen der syrischen Armee getötet worden ist. dapd

Ein Junge trauert um seinen Vater, der von einem Scharfschützen der syrischen Armee getötet worden ist.

AmmanAuch am Vortag eines Treffens mit dem früheren UN-Generalsekretär Kofi Annan geht der syrische Staatschef Baschar al-Assad mit unverminderter Härte gegen seine Gegner vor. Regierungstruppen töteten nach Angaben der Opposition am Freitag mindestens 54 Zivilisten. Allein in der Rebellen-Hochburg Homs kamen im Feuer von Panzern und Granatwerfern 17 Menschen ums Leben. Doch auch in den eigenen Reihen regt sich Widerstand gegen den autokratisch herrschenden Assad: Nach Darstellung der Rebellen laufen immer mehr Vertreter von Regierung und Armee zur Opposition über. Bundesaußenminister Guido Westerwelle sieht darin erste Erosionserscheinungen des Regimes.

Der frühere UN-Generalsekretär Kofi Annan will im Auftrag der Weltorganisation und der Arabischen Liga am Samstag Assad treffen und dabei einen Anlauf zu einer politischen Lösung des Konflikts unternehmen. Dafür ist es nach Einschätzung von Oppositionellen zu spät. Annans Ankündigung, er wolle für einen Dialog zwischen Assad und seinen Gegnern werben, stieß bei der Opposition auf Ablehnung. Assad geht seit einem Jahr mit großer Härte gegen einen Volksaufstand vor. Dabei wurden Berechungen der Vereinten Nationen (UN) mehr als 7500 Zivilisten getötet. China kündigte an, einen weiteren Sonderbeauftragten in den Nahen Osten und nach Frankreich zu entsenden.

Mit Panzern und Granatwerfern ging die Armee erneut gegen Zentren der Opposition in der Millionenstadt Homs vor, wie Regierungsgegner berichteten. Die Panzersoldaten hätten ihre Kanonen auf Wohnhäuser abgefeuert. In eine Demonstration seien Granaten eingeschlagen. Auch eine Moschee sei getroffen worden. Tote gab es den Oppositionsangaben zufolge auch in der Hauptstadt Damaskus sowie in den Provinzen Hama, Idlib und Aleppo. Aus Damaskus meldete die amtliche Nachrichtenagentur Sana auch eine Pro-Assad-Demonstration. Die Angaben von Regierung und Opposition können nicht nachgeprüft werden, weil eine unabhängige Berichterstattung nicht möglich ist.

Nach dem stellvertretenden Ölminister Abdo Hussameldin laufen immer mehr Vertreter des Regimes zur Opposition über. Die von Rebellen gebildete Freie Syrische Armee berichtete von vier ranghohen Offizieren, die in den vergangenen Tagen Assad den Rücken gekehrt hätten und in ein Lager von Deserteuren in die Türkei geflohen seien. Mittlerweile seien sieben Brigadegeneräle übergelaufen.

Kommentare (2)

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Rainer_J

09.03.2012, 20:30 Uhr

Assad ist Alawit und die Opposition sind die radikalen Moslembrüder. USA un Frankreich wollen die Regierung in Syrien stürzen, weil sie russlandfreundlich ist. Der Westen macht sich seine Probleme mal wieder selbst, wie in Afghanistan.

VOLKSZORN

09.03.2012, 21:11 Uhr

Gebt dem Volk Waffen, die Strasse wird sich von Machthabern, Parasiten, fette Maden und verwaltender Diktatur befreien.

Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit ist kein beständiges Gut, wird von Lobbysten für den eigenem Luxustrog entwendet.

Nur ein gewaltbereites einiges Volk wird das Gleichgewicht, nach den gesetzen der Strasse, wieder herstellen.

DAS WAR IN DER GESCHICHTE IMMER SO , IST HEUTE NICHT ANDERS !!

DER FISCH STINKT VOM KOPF HER, WELTWEIT, MUSS ABGESCHNITTEN WERDEN

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