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08.08.2011

13:09 Uhr

Syrien

Arabische Liga fordert Ende der Gewalt

Die Arabische Liga hat erstmals das brutale Vorgehen des syrischen Präsidenten Assad kritisiert. Der saudische König fordert ein Ende der Tötungsmaschinerie. In der vergangenen Woche sind 300 Menschen ums Leben gekommen.

Syrische Regimekritiker demonstrieren in Idlib im Nordwesten Syriens. Quelle: AFP

Syrische Regimekritiker demonstrieren in Idlib im Nordwesten Syriens.

Damaskus/Kairo/BeirutNach der bislang blutigsten Woche seit Beginn der Unruhen in Syrien haben erstmals auch arabische Länder das Vorgehen der Truppen von Präsident Baschar Assad kritisiert. Die Arabische Liga sagte am Sonntag, sie sei alarmiert angesichts der Lage in Syrien und rief zu einem sofortigen Ende der Gewalt auf. Der saudische König Abdullah rief seinen Botschafter in Damaskus zu Konsultationen zurück. In der vergangenen Woche waren bei den seit fünf Monaten andauernden Protesten gegen das Assad-Regime mehr als 300 Menschen ums Leben gekommen.

Am Montag kam die belagerte Stadt Deir el Sur im Osten des Landes erneut unter Artilleriebeschuss. Ein Augenzeuge berichtete über laute Explosionen und Maschinengewehrfeuer. Die Menschen hätten zu große Angst, die Verletzten in staatliche Krankenhäuser zu bringen, sagte der Aktivist. Stattdessen würden die Verwundeten zu Hause behandelt. Am Sonntag waren in der Stadt nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mindestens 42 Menschen von den Streitkräften getötet worden. Syrische Truppen haben Augenzeugenberichten zufolge am Montagmorgen auch die Stadt Maaret al Numan im Norden des Landes gestürmt.

Angesichts der bisher blutigsten Woche der Unruhen äußerte am Sonntag das saudische Königshaus scharfe Kritik an der syrischen Regierung. König Abdullah forderte „ein Ende der Tötungsmaschinerie sowie des Blutvergießens“ und kündigte an, seinen Botschafter aus Damaskus zwecks Konsultationen zurückzubeordern. Das saudische Königshaus selbst duldet keinen Widerspruch im Land und hat Truppen nach Bahrain entsandt, um das sunnitische Königshaus gegen mehrheitlich schiitische Demonstranten zu unterstützen.

Die jordanische Nachrichtenagentur Petra meldete, Außenminister Nasser Judeh habe die eskalierende Gewalt als beunruhigend bezeichnet und Damaskus aufgefordert, die versprochenen Reformen einzuleiten. Syriens Nachbarland Türkei will am Dienstag seinen Außenminister nach Damaskus schicken, um eine starke Botschaft der Regierung in Ankara an das Assad-Regime bezüglich der eskalierenden Gewalt zu übermitteln.

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