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23.04.2011

16:10 Uhr

Syrien

Assad lässt auf Trauerzug schießen

Syriens Opposition begräbt die 112 Toten des Regime-Massakers. Dem Regime fällt wieder nichts anderes ein, als auf die Trauernden zu schießen. Doch es gibt Zeichen dafür, dass Assads Macht bröckelt.

Demonstranten in Zabadani in der Nähe von Damaskus mit syrischer Flagge. Diktator Assad ließ am Samstag erneut auf Oppositionelle schießen. Quelle: Reuters

Demonstranten in Zabadani in der Nähe von Damaskus mit syrischer Flagge. Diktator Assad ließ am Samstag erneut auf Oppositionelle schießen.

Damaskus/BeirutSyriens immer stärker werdende Opposition hat am Samstag um 112 Demonstranten getrauert, die bei den Anti-Regime-Protesten am Vortag getötet worden waren. Das Regime von Präsident Baschar al-Assad antwortete mit neuen Schüssen auf die Begräbniszüge. In der südsyrischen Stadt Isra (Provinz Daraa) wurden sechs, in einem Vorort von Damaskus drei Teilnehmer erschossen. Das berichteten syrische Aktivisten der Nachrichtenagentur dpa am Telefon. Zwei Abgeordnete des an sich linientreuen Parlaments aus der Provinz Daraa gaben unter Protest ihr Mandat zurück.

Nach Angaben der Opposition vom Samstag waren am Vortag in ganz Syrien 112 Demonstranten getötet worden. Aktivisten sprachen von einem „Karfreitags-Massaker“. Es war der blutigste Tag seit Beginn der Proteste vor fünf Wochen. Landesweit waren am Freitag Hunderttausende auf die Straße gegangen, um gegen die despotische Assad-Herrschaft zu demonstrieren, so viele wie noch nie.

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Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete derweil, bei „Angriffen“ von Bewaffneten auf Polizei- und Armeeposten seien zehn Menschen getötet worden. Unter ihnen seien zwei Polizisten sowie zusammen acht Soldaten und angebliche Angreifer. Auf die große Zahl getöteter Demonstranten gingen die Regimemedien nicht ein.

Ausländische Journalisten erhalten kaum Arbeitsvisa für Syrien und werden von den Behörden obendrein daran gehindert, die Proteste selbst zu beobachten.

Zu dem hohen Blutzoll kam es, weil Heckenschützen in Zivil von Hausdächern willkürlich in die Menschenmengen feuerten. Die Regimemedien sprachen nur vage von „unidentifizierten Bewaffneten“. Die Aktivisten gingen aber davon aus, dass sie zu Sonderkommandos des allmächtigen Geheimdienstes gehörten.

Kommentare (1)

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wolf

23.04.2011, 20:01 Uhr

Wo bleibt da der Aufschrei der Genossen?!?!?!

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