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28.11.2016

20:30 Uhr

Syrien

Assad marschiert in Aleppo ein

Das syrische Regime hat weite Teile Aleppos zurückerobert. Jetzt droht den Rebellen in der Stadt eine vollständige Niederlage. Davon dürften sie sich kaum noch erholen.

Die syrische Armee ist in Aleppo weit vorgerückt und hat große Teile der Stadt wieder eingenommen. Die Rebellen werden die Niederlage kaum verkraften. AFP; Files; Francois Guillot

Zerstörte Stadt

Die syrische Armee ist in Aleppo weit vorgerückt und hat große Teile der Stadt wieder eingenommen. Die Rebellen werden die Niederlage kaum verkraften.

AleppoDas syrische Regime hat im Kampf um Aleppo die Rebellen in wichtigen Teilen der Großstadt zurückgeschlagen und damit eine neue Fluchtbewegung ausgelöst. Die Armee und ihre Verbündeten nahmen nach heftigen Kämpfen und Luftangriffen den kompletten Norden der Rebellengebiete Aleppos ein, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die staatliche Nachrichtenagentur Sana am Montag meldeten. Damit haben die Regimegegner mehr als ein Drittel des bislang von ihnen kontrollierten Gebietes in der Stadt verloren. „Das ist die schwerste Niederlage der Rebellen, seitdem sie Aleppo 2012 eingenommen haben“, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman.

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Rund 6.000 Menschen seien in einen von Kurden beherrschten Stadtteil geflohen, erklärten die Menschenrechtler. Das Auswärtige Amt in Berlin forderte, dass die Kampfhandlungen eingestellt werden müssten. „Der Menschen in Aleppo willen ist eine sofortige humanitäre Feuerpause notwendig“, sagte eine Sprecherin der Ministeriums am Montag. Viele der Geflüchteten seien schwer verletzt, ohne noch die geringste Chance auf überlebensnotwendige medizinische Hilfe zu haben. „Diese Tragödie muss ein Ende haben. Dafür tragen das Regime und seine Unterstützer, allen voran Russland und Iran, die größte Verantwortung.“ Humanitären Zugang zu gewähren sei ein Gebot der Menschlichkeit und der humanitären Normen, so die Sprecherin.

Von den Kurden verbreitete Bilder zeigten, wie Menschen nur mit dem Nötigsten als Gepäck in dem Viertel Scheich Maksud ankamen. Etwa 4.000 Zivilisten zogen laut den Menschenrechtlern in Stadtteile, die kürzlich vom Regime eingenommen worden waren. Aktivisten der Opposition berichteten zugleich, viele Menschen flöhen auch in andere Rebellengebiete im Südosten Aleppos.

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Die frühere Handelsmetropole gehört im bald sechs Jahre dauernden syrischen Bürgerkrieg zu den umkämpftesten Gebieten. Als neben Damaskus größte Stadt des Landes ist sie strategisch und symbolisch wichtig. Bislang ist Aleppo geteilt: Das Regime und Verbündete kontrollieren die Stadtteile im Westen, Rebellen den Osten. Die Oppositionsgebiete sind seit Anfang September wegen einer Blockade der Armee von der Außenwelt abgeschottet. Mehrere Versuche, eine dauerhafte Waffenruhe für die Stadt zu erreichen, scheiterten in den vergangenen Monaten.

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