Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.03.2012

20:26 Uhr

Syrien

Assad will Annans Friedensplan unterstützen

Syriens Präsident will sich dafür einsetzen, dass der Friedensplan von Annan Erfolg hat. Die Opposition ist allerdings skeptisch. Sie befürchtet ein taktisches Manöver. Der Druck auf Assad steigt indes weiter.

Syriens Präsident Baschar Assad bei einer Gang durch Homs. dpa

Syriens Präsident Baschar Assad bei einer Gang durch Homs.

BeirutDer syrische Präsident Baschar Assad will nach eigener Aussage alles für den Erfolg des Friedensplans des Sondergesandten Kofi Annan tun. Der von UN und Arabischer Liga beauftragte Annan müsse aber auch die Zusage der bewaffneten Gruppen einholen, ihre „terroristischen Akte“ gegen die Regierung einzustellen, wurde Assad am Donnerstag von der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur SANA mit einer ersten Stellungnahme zitiert.

Die Opposition reagierte vorsichtig auf Assads Ankündigungen. Sie fürchtet, dessen Einwilligung in den Friedensplan sei lediglich ein taktisches Manöver, um Zeit zu schinden, damit Assad weiter militärisch gegen seine Gegner vorgehen könne. Ohnehin ist es unwahrscheinlich, dass die bewaffneten Rebellen ihre Aktivitäten einstellen, solange die Regierungstruppen nicht ihrerseits auf Angriffe verzichten.

Der internationale Druck auf Assad nimmt aber weiter zu. Die zum Gipfel der Arabischen Liga in die irakische Hauptstadt Bagdad gekommenen Staats- und Regierungschefs machten deutlich, dass es an Assad sei, die Kämpfe zu beenden. „Die syrische Regierung muss heute auf die Stimme der Vernunft und der Weisheit hören und das Töten und die Gewalt beenden“, sagte der Emir von Kuwait bei dem Treffen.

Großbritannien kündigte außerdem am Donnerstag an, nun auch die syrische Opposition in Syrien unterstützen zu wollen. Bislang gab London rund 450.000 Pfund (540.000 Euro) für ins Ausland geflohene Oppositionsaktivisten aus. Am Donnerstag verkündete die britische Regierung, für die Unterstützung der Regierungsgegner in Syrien mit nicht-tödlicher Ausrüstung sollten 500.000 Pfund bereitgestellt werden.

Welche Unterstützung und welche Ausrüstung im Einzelnen geliefert werden soll, stand zunächst noch nicht fest. Sehr wahrscheinlich gehören auch sichere Telefone dazu. Am Sonntag wollen mehrere europäische und arabische Nationen sowie die USA in Istanbul darüber beraten, wie die syrische Opposition unterstützt werden kann.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×