Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.08.2013

20:47 Uhr

Syrien

Assad will Aufstand mit „eiserner Faust“ niederschlagen

Syriens Machthaber übt sich in scharfer Rhetorik. Die „Terroristen“ verstünden nur die Sprache der Gewalt. Assads Militär scheut sich auch nicht, sie anzuwenden: mit dem Raketenbeschuss von Wohngebieten.

Syriens Präsident Bashar Assad weicht nicht von seiner harten Linie gegen die Widerstandskämpfer ab. ap

Syriens Präsident Bashar Assad weicht nicht von seiner harten Linie gegen die Widerstandskämpfer ab.

DamaskusSyriens Präsident Baschar al-Assad bleibt bei der Bekämpfung des Aufstands gegen sein Regime unnachgiebig. „Es gibt keine Lösung im Umgang mit dem Terrorismus, außer ihn mit eiserner Faust zu schlagen“, sagte Assad während einer Rede vor ausgewählten Gästen in einem der Präsidentenpaläste. Mit Terroristen beschreibt Assad gewöhnlich die Aufständischen, die seit März 2011 sein Regime bekämpfen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft indes der syrischen Armee vor, Wohngebiete ohne militärische Notwendigkeit mit Raketen zu beschießen. Die Opposition erhebt zudem neue Giftgas-Vorwürfe.

Trotz der jüngsten militärischen Erfolge seiner Truppen versprach Assad am Sonntagabend seinen Landsleuten kein baldiges Ende des Konflikts. „Die alles dominierende Frage ist immer: "Wann endet die Krise?", aber wir können nicht genau sagen, wann sie enden wird.“

Über die Exil-Opposition, deren Führung im Moment im türkischen Gaziantep über ihr weiteres Vorgehen berät, sagte er: „Diese Leute vertreten nicht das syrische Volk, sie vertreten nicht einmal sich selbst, sondern nur diejenigen, die sie finanziell unterstützen und die ihnen sagen, was sie zu sagen und zu tun haben.“

Details noch unklar: UN-Chemiewaffen-Experten reisen nach Syrien

Details noch unklar

UN-Chemiewaffen-Experten reisen nach Syrien

Immer wieder schrecken Berichte über den Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg auf. Regierung und Rebellen beschuldigen sich gegenseitig. Jetzt schicken die Vereinten Nationen ein Expertenteam.

Bei dem Treffen in Gaziantep einigte sich die Führung der Exil-Opposition nach Angaben aus Delegationskreisen inoffiziell auf den langjährigen Dissidenten Ahmed Tome als Kandidaten für den Posten des Schatten-Ministerpräsidenten. Die Generalversammlung des Bündnisses soll in einer Woche über seine Nominierung abstimmen. Die Oppositionellen sprachen sich zudem generell für eine Teilnahme an den von Russland und den USA geplanten Friedensverhandlungen mit dem Regime in Genf aus.

Zugleich beschuldigten die Regierungsgegner jedoch erneut das Assad-Regime, Giftgas einzusetzen. Rami Abdel Rahman von der in London ansässigen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sagte unter Berufung auf Regierungsgegner, die Armee habe am Wochenende Rebellenstellungen nordöstlich von Damaskus mit Giftgas angegriffen. Dutzende Bewohner des Ortes Adra und mindestens 30 Kämpfer würden wegen Übelkeit und Atemnot medizinisch behandelt. Regime und Rebellen werfen sich gegenseitig immer wieder den Einsatz von Giftgas vor.

Human Rights Watch hielt derweil in einem Bericht fest, die häufigen Raketenangriffe der Regime-Truppen auf Wohngebiete hätten keinen ersichtlichen militärischen Grund und töteten eine große Zahl von Zivilisten. Zwischen Zivilisten und Kämpfern könne kein Unterschied gemacht werden. „Das führt fast unweigerlich zu zivilen Opfern.“ Die Organisation untersuchte neun Raketenangriffe dieser Art, bei denen zwischen Februar und Juli dieses Jahres mindestens 215 Zivilisten getötet wurden, unter ihnen 100 Kinder.

Von

dpa

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

05.08.2013, 21:29 Uhr

Assad hat sich in den vergangenen Jahren als relativ friedfertiger und "Zuverlässiger" Machthaber erwiesen .
Die Nachbarschaftlichen Beziehungen ( soweit es sowas überhaupt gab ) zu Israel waren überwiegend als friedlich zu bezeichnen , insofern muss man Assad recht geben und eigentlich auch unterstützen , denn lieber ein friedlicher teufel als einer der es wissen will ...

Angela-Wendehals

05.08.2013, 21:51 Uhr

Ich weiß nicht, wie sich unsere Politiker verhalten hätten, wenn man die Bader Meinhof Gruppe als deutsche Exilregierung bezeichnet hätte.

Die syrischen Aufständischen sind nichts anderes als Terroristen nach dem Muster von Bäder Meinhof.

Thomas-Melber-Stuttgart

05.08.2013, 22:31 Uhr

Mit eiserner Faust? Solange es nicht die "chemische Keule" ist ...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×