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29.09.2012

16:36 Uhr

Syrien

Bürgerkrieg droht Weltkulturerbe zu zerstören

Der Bürgerkrieg in Syrien zieht vor allem Aleppo mit seiner historischen Altstadt in Mitleidenschaft: Jahrhundertealte Gebäude, die zum Weltkulturerbe gehören, brennen nieder. Experten suchen eine Lösung.

In Aleppo wütet ein Feuer in der historischen Altstadt. dapd

In Aleppo wütet ein Feuer in der historischen Altstadt.

Damaskus/IstanbulBei der Schlacht um die syrische Stadt Aleppo werden immer mehr Baudenkmäler zerstört. Die Altstadt von Aleppo steht auf der Unesco-Liste des Weltkulturerbes. Aktivisten veröffentlichten am Samstag ein Video, das brennende Geschäfte im historischen Basar zeigt. Der Leiter der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter, Rami Abdulrahman, sagte der Nachrichtenagentur dpa, die historischen Gebäude der Stadt würden nach und nach alle beschädigt oder sogar zerstört.

An diesem Montag wollen Experten aus der Region in Kairo diskutieren, wie man die Zerstörung historischer Stätten in Syrien - dazu zählen Kreuzfahrerfestungen, osmanische Moscheen, römische und byzantinische Siedlungen - eindämmen kann. An der Tagung nehmen nach Angaben der ägyptischen Antikenverwaltung auch Diplomaten aus Kuwait, Syrien, Katar und Saudi-Arabien teil.

Das syrische Regime warf den Monarchen in den arabischen Golfstaaten derweil vor, sie arbeiteten auf eine Machtübernahme von Islamisten in Damaskus hin. Die regierungsamtliche Tageszeitung „Al-Thawra“ (Samstag) schrieb: „Die Scheichs vom Golf wollen Chaos und Islamismus in Syrien verbreiten. Sie wollen das Regime von Baschar al-Assad stürzen und es durch die Muslimbrüder ersetzen.“

Zuvor hatte Saudi-Arabiens Vizeaußenminister Abdulasis bin Abdullah sich vor der UN-Vollversammlung beklagt, dass der Sicherheitsrat keine Entscheidung getroffen habe, das Blutvergießen in Syrien zu beenden. Das habe „dem syrischen Regime grünes Licht gegeben, in einem Rennen gegen die Zeit seine Verbrechen gegen die syrischen Menschen fortzusetzen“. Der Emir von Katar, Scheich Hamad bin Chalifa al-Thani, forderte sogar eine arabische Militärintervention in Syrien.

Bei Gefechten und Razzien starben am Samstag nach Angaben der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter mehr als 52 Menschen, unter ihnen 18 Angehörige der Regierungstruppen. In der Ortschaft Hajan, die zur Provinz Aleppo gehört, sei ein 13 Jahre alter Junge bei einem Luftangriff auf eine Gruppe von Kurden gestorben. 20 Menschen hätten Verletzungen erlitten, darunter mehrere Mitglieder der Demokratische Union Partei. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben war nicht möglich.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Thomas-Melber-Stuttgart

29.09.2012, 16:51 Uhr

Zwei Fragen: wer hat den Krieg gegen den erklärten Widerstand der meisten Bürger Aleppos in die Stadt getragen? Von wem werden diese Kräfte - diplomatisch und materiell / personell - unterstützt?

Analyst

29.09.2012, 16:55 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

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Mipolix

29.09.2012, 22:41 Uhr

Also ich hab noch keinen einzigen Vergasst!
Sollten sie daran mit gewirkt haben, dann ist klar das ihr hohes Alter woll ihre Urteilsfähigkeit beeinträchtigt.
Aber ansonsten muss ich fragen was geht den Deutschen an was dort unten statt findent? Und was hat das überhaupt mit den Juden zutun.

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