Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.06.2013

02:01 Uhr

Syrien-Einsatz

Uno schlägt Putins Blauhelm-Angebot aus

Wegen schwerer Kämpfe an der syrisch-israelischen Grenze hat Österreich seine UN-Blauhelme abgezogen. Russland bot umgehend Ersatz an - doch aus formalen Gründen lehnte die Uno ab. Russland sieht das nicht ein.

Keine Russen-Verstärkung: Ein Blauhelmsoldat der Uno auf der israelischen Seite der Golanhöhen. ap

Keine Russen-Verstärkung: Ein Blauhelmsoldat der Uno auf der israelischen Seite der Golanhöhen.

Moskau/New YorkDie Vereinten Nationen haben die Stationierung russischer Blauhelmsoldaten auf den Golanhöhen abgelehnt. Als einer der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats dürfe sich Russland an den Friedensmissionen der Uno nicht beteiligen, erklärte der Sprecher von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Martin Nesirky, am Freitag in New York.

„Wir sind für die russische Bereitschaft sehr dankbar“, sagte Nesirky. „Gleichwohl können wir nicht darauf eingehen, weil das Entflechtungsabkommen, das der UN-Mission zugrunde liegt, die Beteiligung von ständigen Mitgliedern des Sicherheitsrates ausschließt.“ Russland gehört ebenso wie die USA, China, Frankreich und Großbritannien zu diesen fünf permanenten Mitgliedern.

Russland hält dennoch an seinem Angebot fest. Der russische UN-Botschafter Witali Tschurkin sagte dazu vor Journalisten am New Yorker UN-Hauptsitz, er habe Putins Vorschlag dem Sicherheitsrat vorgetragen. „Wir kennen natürlich dieses Dokument, glauben aber, dass sich die Zeiten geändert haben“, erklärte Tschurkin. „Das Dokument wurde vor 39 Jahren auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges unterzeichnet und im gesamten Kontext des Krieges von 1973. Der Kontext ist jetzt ein völlig anderer.“

Die Sicherheitsratsmitglieder hätten darauf hingewiesen, dass Syrien einer Stationierung russischer UN-Soldaten auf den Golanhöhen zustimmen müsse. Zu prüfen sei auch, ob eine russische Beteiligung an der UNDOF-Mission von einer Sicherheitsresolution autorisiert werden müsste.

Uno-Mission: Putin will Blauhelme auf den Golan schicken

Uno-Mission

Putin will Blauhelme auf den Golan schicken

Russlands Präsident Wladimir Putin nutzt die Chancen zur außenpolitischen Profilierung: Nach dem Abzug der Österreicher könnte Russland Soldaten für die Uno-Mission an der Grenze zwischen Israel und Syrien stellen.

Zuvor hatte Putin der Uno angeboten, russische Soldaten als Ersatz für das österreichische Kontingent auf die Golanhöhen an der Grenze von Israel und Syrien zu entsenden. Die Mission Undof überwacht dort die israelisch-syrischen Waffenstillstandslinie. Der Antrag dazu müsse aber von der Uno kommen. Russland ist der wichtigste Verbündete des syrischen Machthabers Baschar al-Assad.

Die Regierung in Wien hatte den Abzug ihrer Blauhelmsoldaten mit den Gefahren durch die schweren Kämpfe im syrischen Bürgerkrieg begründet. Das sogenannte AusBatt war seit Beginn der Mission 1974 an Undof beteiligt und stellte zuletzt gut ein Drittel der etwa 900 Soldaten.

Die Uno teilte zudem mit, sie brauche für Hilfsmaßnahmen in Syrien und für Syrer in Nachbarländern die Rekordsumme von 5,2 Milliarden Dollar (knapp vier Milliarden Euro). UN-Flüchtlingskommissar António Guterres warnte vor einer Ausweitung des Syrien-Konflikts. Wenn die Kämpfe nicht aufhörten, drohe "eine Explosion im Nahen Osten", erklärte er.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

hasstnicht

07.06.2013, 22:31 Uhr

Was sollen eigentlich noch diese Verblödungsartikel. Jeder Dumme weiß doch inzwischen das dieser Konflikt bewusst geschürt wurde und die "Opposition" eine reine idiologische Söldnerbande ist, die zum Teil gut bezahlt wird. Natürlich vom Westen und seinen Verbündeten wie der Türkei und Saudi Arabien usw. Alles Geschwätz was sonst so abgelassen wird ist irrelevant.

Syrien wird nicht fallen. Hier hat Russland eine rote Linie gezogen. Die USA sind nicht umsonst nicht vor Ort. Wenn Israel im Alleingang Harakiri begehen will dann sollen sie sich ihr Bett bereiten.

Many

07.06.2013, 22:48 Uhr

Oh Herr bewahre die Menschheit vor dem 3 Weltkrieg,
dieser wird in Syrien beginnen.

btw

07.06.2013, 23:09 Uhr

Der Westen will den Flächenbrand.
Hoffen wir dass es nicht dazu kommen wird.

Und keiner im Westen weiß wie es nach dem Flächenbrand aussehend wird in der Region.

Die Russen wissen es auch nicht: wenigstens gehen die verantwortungsvoller damit um, wie es aussieht.

Es bleibt erstaunlich, dass immer noch in Modellen aus dem 2ten Weltkrieg handlungsleitend gedacht wird.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×