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11.12.2013

16:53 Uhr

Syrien

Empörung nach Entführung von bekannter Menschenrechtlerin

Menschenrechtsaktivisten sind jetzt auch in den Gebieten Syriens nicht mehr sicher, die von Rebellen kontrolliert werden. Mit der Entführung von Rassan Saituneh ist ein neuer Tiefpunkt in diesem Konflikt erreicht.

Rebellenkämpfer in Syrien: Auch im Winter gehen die Kämpfe mit unverminderter Härte weiter. AFP

Rebellenkämpfer in Syrien: Auch im Winter gehen die Kämpfe mit unverminderter Härte weiter.

Damaskus/IstanbulSyrische Oppositionelle und Revolutionsaktivisten haben mit Empörung auf die Entführung der prominenten Menschenrechtlerin Rassan Saituneh reagiert. Saituneh, für ihr Engagement vor zwei Jahren mit dem Sacharow-Preis des Europaparlaments ausgezeichnet, war am Montagabend zusammen mit ihrem Ehemann Wael Hamada und zwei weiteren Aktivisten aus ihrem Büro in dem Damaszener Vorort Duma verschleppt worden. Zu der Entführung bekannte sich zunächst niemand. Mitstreiter der Anwältin verdächtigen islamistische Milizen.

Die Union der Syrischen Demokraten erklärte am Mittwoch: „Diese Aktion widerspricht den Grundsätzen der Revolution.“ Ein Kommandeur der Freien Syrischen Armee (FSA) aus Duma sagte: „Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um die Entführten zu finden.“ Die Kleinstadt Duma östlich von Damaskus wird von FSA-Kämpfern und islamistischen Rebellen kontrolliert. Ein Aktivist aus Duma berichtete, die Entführer hätten auch alle Computer sowie 40.000 US-Dollar aus dem Büro der Menschenrechtler mitgenommen.

Der amtierende Außenminister Guido Westerwelle (FDP) forderte die Freilassung der Bürgerrechtler. Er erklärte: „Ich erinnere daran, dass alle Konfliktparteien in Syrien dem humanitären Völkerreicht und der Wahrung der Menschenrechts verpflichtet sind.“ Auch die oppositionelle Nationale Syrische Allianz, die ihren Sitz in Istanbul hat, verurteilte die Entführung. Aktivisten, die nicht nur Menschenrechtsverletzungen der Regierungstruppen dokumentieren, sondern auch Verbrechen anderer Bürgerkriegsparteien, werden in Syrien von islamistischen Brigaden zunehmend unter Druck gesetzt.

Saituneh hatte wenige Stunden vor ihrer Verschleppung in einer Botschaft an die Redaktion einer libanesischen Website geschrieben: „Der Weg ist noch lang und voller Minen, und am Ende ist er gesperrt. Was danach kommt, ist unbekannt, nach der Blockade, nach der Revolution und nach dem Krieg, ein Traum, der uns alle vereint.“

Zu einer neuen Konfrontation zwischen Al-Kaida-Terroristen und den Kurden kam es indes in der nördlichen Provinz Al-Rakka. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete, die Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) habe in der Ortschaft Tell Abjad unweit der türkischen Grenze 15 kurdische Großfamilien aus ihren Häusern vertrieben. Ein Teil der syrischen Kurden hat sich der Revolutionsbewegung angeschlossen, andere Gruppen kooperieren mit dem Regime von Präsident Baschar al-Assad. In einigen Gebieten haben die Kurden eine Art autonome Verwaltung etabliert.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Freiheit

11.12.2013, 17:33 Uhr

„Diese Aktion widerspricht den Grundsätzen der Revolution.“ Wie wahnsinnig naiv. In Syrien herrscht Religionskrieg und keine Revolution. Menschenrechte mit Islamisten?

Rechner

11.12.2013, 17:39 Uhr

O-Ton Handelsblatt
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Menschenrechtsaktivisten sind jetzt auch in den Gebieten Syriens nicht mehr sicher, die von Rebellen kontrolliert werden
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Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich:

AL-CIAda kämpft gegen die Menschenrechte.

uri125

11.12.2013, 19:15 Uhr

Das geht auf das Konto der saudischen Mörderbanden eines Scheichs Prince BANDAR, der Mörder aus saudischen Gefängnissen einsetzt, die mordend und vergewaltigend, durch Syrien ziehen. Unterstützt von der CIA.
Das ist schon lange kein Krieg mehr von Parteien, das ist das Abschlachten der Zivilbevölkerung.

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