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15.09.2013

16:39 Uhr

Syrien

Gemäßigter Islamist wird neuer Oppositionsführer

Der gemäßigte Islamist Ahmed Tomeh ist zum Chef der inoffiziellen syrischen Übergangsregierung gewählt worden. Der neue Oppositionsführer kündigte die Gründung einer „neuen humanen Republik für alle Syrer“ an.

Tomeh (links) übernimmt die Aufgaben des im Juli zurückgetretenen Chefs der „Übergangs-Regierung“ für die von den Aufständischen kontrollierten Gebiete, Ghassan Hitto. AFP

Tomeh (links) übernimmt die Aufgaben des im Juli zurückgetretenen Chefs der „Übergangs-Regierung“ für die von den Aufständischen kontrollierten Gebiete, Ghassan Hitto.

IstanbulDie syrische Opposition hat sich bei einem Treffen in Istanbul auf den gemäßigten Islamisten Ahmed Tomeh als neuen „Übergangs-Regierungschef“ geeinigt. Wie Vertreter der Nationalen Koalition am zweiten Tag der Beratungen in der türkischen Metropole am Samstag mitteilten, entfielen auf Tomeh 75 Stimmen bei zehn Nein-Stimmen und zwölf Enthaltungen. Tomeh kündigte die Gründung einer „neuen humanen Republik für alle Syrer“ an.

Tomeh übernimmt die Aufgaben des im Juli zurückgetretenen Chefs der „Übergangs-Regierung“ für die von den Aufständischen kontrollierten Gebiete, Ghassan Hitto. Diesem war es angesichts der Zerstrittenheit der syrischen Opposition nicht gelungen, eine Alternativ-Regierung zu der des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu bilden.

Tomeh kündigte an, die „Regierung“ werde vor Ort mit Unterstützung der Kämpfer der Freien Syrischen Armee arbeiten. Alle, die dringend humanitäre Hilfe benötigten, sollten diese erhalten. In der neuen „humanen Republik“ werde es keinen Platz für „Mörder und Kriminelle“ geben, sagte der 48-Jährige.

Tomeh stammt aus Deir Essor im Osten Syriens und ist Zahnarzt. Hitto hatte seinen Rücktritt am 8. Juli bekanntgegeben - zwei Tage nach der Wahl von Ahmed Assi Dscharba auf den Chefposten der Nationalen Koalition. Der von Saudi-Arabien unterstützte Dscharba hatte sich nach monatelangen Grabenkämpfen im zweiten Wahlgang mit 55 zu 52 Stimmen gegen den von Katar unterstützten Kandidaten des Lagers der Muslimbrüder - Mustafa al-Sabbagh - durchgesetzt. Weil dem Sammelbecken der Assad-Gegner eine klare Struktur fehlt und auch radikale Islamisten mitkämpfen, zögert der Westen damit, die Opposition zu unterstützen.

Von

afp

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

15.09.2013, 17:26 Uhr

Was taugen diese Wahlen, wenn es noch keinen freien Staat für diesen "gewählten" Chef gibt.
Vielleicht liebes Handeslblatt, haben sie bei aller Gemäßigkeit der "Opposition" vergessen das der Chef der al Quaida, dem die stärkste Kampfeinheit Schabhat an Nusra angehören, offen dazu aufgerufen in den USA Anschläge zu verüben um die USA wirtschaftlich auszubluten.
Vielleicht würde aber durch diese Meldung auch der Eindruck entstehen, dass die sogenannte Opposition und die Rebellen schlicht und einfach islamistische Fanatiker und Terroristen sind.
Ich bin mir allerdings fast sicher das sie diesen Kommentar auch nicht auf ihrer Seite haben wollen.

Hannes

15.09.2013, 18:36 Uhr

Was bitte schön ist den ein "gemäßigter Islamist"?
Noch dazu wenn zum er Chef einer kriegs- und blutgierigen Mörderbande aufsteigt.
Etwa das Selbe wie ein zärtlicher Vergewaltiger?
Ein verständnisvoller Massenmörder? Oder ein liebevoller Sadist?
Na was soll´s. Uns wird ja auch ständig eingeredet, die heroische USA kämpft nur für Frieden und Menschenrechte!
Also lachen wir ein wenig darüber und Schwamm drüber!

alacran

15.09.2013, 19:12 Uhr

Hat unser beliebter Verbündeter Erdogan nicht bestätigt, dass es keinen gemäßigten oder moderaten Islam gibt?
Wie kann es dann einen gemäßigten Islamismus geben?
Werden christliche Bischöfe dann nur ein bisschen Enthauptet? Wer die "Rebellen" unterstützt, liefert Syriens Bevölkerung Mördern und Banditen aus!

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