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14.02.2016

20:44 Uhr

Syrien im Bürgerkrieg

Vor der Waffenruhe sprechen die Waffen

Am kommenden Freitag soll die Waffenruhe in Syrien beginnen. Doch in Aleppo wird unvermindert gekämpft und bombardiert. Die USA und Russland weisen sich die Schuld zu, und die Türkei greift weiter die Kurden an.

Syrer begutachten den Schaden nach Kämpfen: Zweifel, ob die Waffenruhe tatsächlich beginnen kann. AFP

Zerstörung in Syrien

Syrer begutachten den Schaden nach Kämpfen: Zweifel, ob die Waffenruhe tatsächlich beginnen kann.

MünchenAuch wenige Tage vor dem geplanten Start einer Waffenruhe für Syrien wird in der Provinz Aleppo unvermindert weitergekämpft. Die syrischen Regierungstruppen setzten am Sonntag mit russischer Luftunterstützung ihre Offensive im Norden des Bürgerkriegslandes fort, ebenso wie die kurdischen Milizen, die ihrerseits von der Türkei beschossen wurden.

Die komplexe Lage in Aleppo und die nicht enden wollenden Kämpfe schürten Zweifel, ob die in München zwischen mehreren Staaten vereinbarte vorübergehende Waffenruhe auch tatsächlich am Freitag beginnen kann. Die Konfliktparteien versuchten jedenfalls, in den verbleibenden Tagen sich so viel Territorium wie möglich abzutrotzen.

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Auch wenn es beim Treffen der globalen Sicherheitselite angesichts so mancher Wortwahl vielleicht den Eindruck machte: Die Welt steht nicht vor dem Armageddon. Die Lage ist ernst – aber nicht hoffnungslos. Eine Analyse.

US-Außenminister John Kerry erklärte, dass weitere ausländische Truppen in den Konflikt eingreifen könnten, wenn es nicht gelinge eine Waffenruhe in Syrien zu erreichen. Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew warnte daraufhin, dass ein Einsatz ausländischer Bodentruppen in Syrien zu einem umfassenden und langen Krieg führen würde. In einem Interview des TV-Senders Euronews sagte er, Kerry solle nicht versuchen, andere einzuschüchtern.

US-Präsident Barack Obama hat die Entsendung von Bodentruppen nach Syrien ausgeschlossen. Allerdings hat Saudi-Arabien kürzlich solche Einheiten angeboten, um die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) zu bekämpfen. „Lassen Sie mich betonen, niemand ist an einem neuen Krieg interessiert, und Bodeneinsätze bedeuten einen vollumfassenden langen Krieg“, warnte Medwedew.

Syrische Regierungsgegner berichteten am Sonntag von schweren syrischen und russischen Bombardements in Hajan, Anadan und Hreitan, nördlich der Provinzhauptstadt Aleppo. Die sogenannten Syrischen Demokratischen Kräfte – ein Bündnis von kurdischen und arabischen Kämpfern – setzten ganz in der Nähe ihren Vormarsch in Richtung der Grenzstadt Asas fort.

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