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05.09.2016

19:16 Uhr

Syrien

IS verübt Anschlagsserie mit mindestens 48 Toten

Nach Niederlagen an der Front schlägt der IS zurück: Allein in Tartus, wo sich ein russischer Marinestützpunkt befindet, sterben 35 Menschen. Die Bemühungen um einen Waffenstillstand kommen nicht voran, räumt Obama ein.

Hier zündeten Angreifer eine Autobombe auf einer Brücke der Küstenstraße. Als Menschen zur Hilfe eilten, sprengte sich ein weiterer Täter in die Luft. AFP; Files; Francois Guillot

Tartus

Hier zündeten Angreifer eine Autobombe auf einer Brücke der Küstenstraße. Als Menschen zur Hilfe eilten, sprengte sich ein weiterer Täter in die Luft.

Damaskus/HangzhouDie Terrormiliz Islamischer Staat hat auf ihre empfindlichen militärischen Niederlagen in Syrien mit einer Anschlagsserie geantwortet. Sie verübte am Montag nahezu zeitgleich Anschläge in von Regierungstruppen kontrollierten Gebieten und auf kurdische Milizen, wie ihr Sprachrohr Amak meldete. Mindestens 48 Menschen wurden dabei nach Berichten staatlicher syrischer Medien und der Syrischen Beobachtungsstelle in London getötet.

US-Präsident Barack Obama gestand derweil ein, dass auch sein direktes Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin keinen Durchbruch für einen Waffenstillstand im syrischen Bürgerkrieg gebracht habe. Es gebe einfach zuviel Misstrauen auf beiden Seiten, deshalb seien die Verhandlungen sehr schwierig, sagte Obama nach einem 90-minütigen Gespräch mit Putin am Rande des G20-Gipfels in Hangzhou.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erneuerte ebenfalls in Hangzhou ihren Appell an Russland, humanitäre Hilfe in das von syrischen Truppen wieder eingekesselte Aleppo zu ermöglichen. Eine kurze Waffenruhe reiche nicht zur Versorgung der notleidenden Zivilbevölkerung, darum setze sie auf einen Erfolg der amerikanisch-russischen Verhandlungen, sagte sie nach einem Treffen mit Putin am Sonntagabend. Doch der blieb aus.

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In Syrien hält die Gewalt weiter an: Dutzende Menschen fielen einer Anschlagsserie des IS zum Opfer. Hoffnung macht derweil eine Äußerung von Russlands Präsident Wladimir Putin am Rande des G20-Gipfels.

Das russische Verteidigungsministerium wiederum warf den USA vor, sie hielten Rebellen in Aleppo nicht davon ab, Korridore für humanitäre Hilfe anzugreifen. Die syrische Regierung habe Garantien für sichere Passage gegeben, Rebellengruppen „unter US-Kontrolle“ nicht, hieß es in einer E-Mail des Ministeriums.

Die Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad hatten am Sonntag einen Versorgungskorridor der Rebellen in die von ihnen kontrollierten Viertel der einstigen Wirtschaftsmetropole wieder unterbrochen und damit wie zuletzt im Juli Aleppo komplett eingekesselt. Etwas weiter nördlich vertrieben am Wochenende türkische Truppen und mit ihnen verbündete syrische Rebellen den IS aus dem 90 Kilometer langen Grenzstreifen von Asas bis Dscharablus. Damit sind alle Nachschublinien des IS in sein in Teilen Syriens und des Iraks ausgerufenes Kalifat gekappt.

Obama und Putin vereinbarten nach Angaben eines US-Diplomaten eine weitere Verhandlungsrunde. Sie solle wie die vorigen von den Außenministern John Kerry und Sergej Lawrow geleitet werden. Das könnte möglicherweise noch in dieser Woche geschehen.

Der IS bekannte sich zu Anschlägen in Tartus, wo sich ein russischer Marinestützpunkt befindet, Homs, dem Damaszener Vorort Sabbura und auf kurdische Kämpfer in Hasaka und Kamischli um Norden.

Der folgenschwerste Angriff fand auf einer Fernstraße in die Regierungshochburg Tartus statt. Angreifer zündeten eine Autobombe auf einer Brücke der Küstenstraße, ein Selbstmordattentäter sprengte sich in die Luft, als Menschen zur Hilfe eilten. Die Syrische Beobachtungsstelle in London meldete unter Berufung auf ihr Aktivistennetzwerk in Syrien 35 Tote und Dutzende Verletzte.

Von

ap

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