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31.08.2015

08:14 Uhr

Syrien

IS zerstören noch einen Tempel in Palmyra

Die Zerstörungswut der Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien geht weiter. Erneut trifft es einen antiken Tempel in Palmyra. Ein Bewohner berichtet: „Es war eine Explosion, die Taube hören würden.“

Stätte aus der Römerzeit

Beobachter: IS zerstört wieder antike Tempel

Stätte aus der Römerzeit: Beobachter: IS zerstört wieder antike Tempel

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BeirutDie Terrormiliz Islamischer Staat setzt die Zerstörung von Kulturgütern in der syrischen Ruinenstadt Palmyra unvermindert fort. Am Sonntag hätten deren Gefolgsleute den Baaltempel gesprengt und dabei schwer beschädigt, meldeten Aktivisten. Die 2000 Jahre alte Anlage gilt als eine der bedeutendsten Stätten der Antike. Erst vor wenigen Tagen hatte der IS mit Bildern von der mutmaßlichen Sprengung des ebenfalls jahrtausendealten Baalschamin-Tempels weltweit für Empörung gesorgt, die Unesco bezeichnete den Vandalismus als ein Kriegsverbrechen. Auch im benachbarten Irak hat die Extremistengruppe bedeutende Kulturgüter dem Erdboden gleichgemacht.

Gefolgsleute der Dschihadisten sehen in den antiken Relikten Symbole, die Götzendienst und Abfall vom Glauben begünstigten. Ein Bewohner Palmyras, der sich Nasser al-Thaer nannte, berichtete von einer gewaltigen Explosion, die IS-Extremisten gegen 13:45 Uhr ausgelöst hätten. „Da ist totale Zerstörung“, sagte er über den Schauplatz der Detonation. „Es war eine Explosion, die Taube hören würden.“ Ziegel und Säulen lägen am Boden. Nur die Außenwand des Tempels stehe noch, fügte er hinzu.

Auch die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die sich in Syrien auf ein Aktivistennetzwerk stützt, meldete die Zerstörung des Baaltempels. Details nannte die Gruppe jedoch nicht.

Der Tempel wurde zu Ehren der Gottheit Baal im Jahr 32 nach Christus eingeweiht und war gut erhalten. Die Stätte stand in der Nähe der berühmten Großen Kolonnade von Palmyra, die unter Syrern liebevoll als „Braut der Wüste“ bekannt ist.

Palmyra ist eine der spektakulärsten historischen Stätten im Nahen Osten und zählt zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Ruinenstadt befindet sich direkt neben der gleichnamigen modernen Stadt im geografischen Zentrum Syriens. Der IS eroberte Palmyra im Mai. Anfang August hatte die Extremistengruppe den 81-jährigen Archäologen Chaled al-Asaad getötet, der sein Leben der Erforschung von Palmyra gewidmet hatte.

Von

ap

Kommentare (2)

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Frau Ich Kritisch

31.08.2015, 08:53 Uhr

Vorausschicken möchte ich, dass ich die Zerstörung absolut nicht richtig finde.
Aber genau das Gleiche, wenn auch mit anderen Mitteln hat in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung die christliche Kirche in Deutschland - vor allem in Norddeutschland gemacht. Alle Relikte des alten Glaubens an Wotan wurden zerstört. Versammlungsplätze wurden dem Erdboden gleich gemacht und dann eine Kirche drauf gesetzt.

Ich möchte damit nicht behaupten, dass die IS-Anhänger geistig nicht weiter sind als die Europäer um 500 n.Ch. waren, aber die Parallelen sind nicht zu übersehen.

Herr Peter Spiegel

31.08.2015, 09:29 Uhr

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