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23.11.2013

16:12 Uhr

Syrien

Islamisten erobern Ölfeld

Im syrischen Bürgerkrieg halten sich Fortschritte und Rückschläge die Waage. Während auf dem diplomatischen Feld in Genf kleine Erfolge erzielt werden konnten, tobt in Syrien die Schlacht um ein Ölfeld.

Das Ölfeld nahe Homs: Die Luftwaffe schlägt gegen die islamistischen Rebellen zurück. dpa

Das Ölfeld nahe Homs: Die Luftwaffe schlägt gegen die islamistischen Rebellen zurück.

Istanbul, DamaskusIslamistische Rebellen haben nach Angaben von Aktivisten eines der größten Öl-Felder Syriens erobert. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete, an der Schlacht um das Öl-Feld Omar seien mehrere Brigaden beteiligt gewesen, darunter auch die Al-Nusra-Front, die von mehreren westlichen Staaten als Terrororganisation eingestuft wird. Die Luftwaffe habe auf die Eroberung des Öl-Feldes in der Provinz Deir as-Saur mit Luftangriffen geantwortet. Bei Angriffen der Luftwaffe auf das Viertel Tarik-al-Bab in Aleppo wurden nach Angaben von Regimegegnern am Samstag 29 Menschen getötet, darunter auch Kinder.

Nachdem sich die syrische Exil-Opposition wochenlang geweigert hatte, nach Moskau zu fahren, reiste eine Delegation der Nationalen Syrischen Allianz am Samstag zu einem Treffen mit Vizeaußenminister Michail Bogdanow nach Genf. Ein Mitglied der Allianz sagte der Nachrichtenagentur dpa, der Generalsekretär des Oppositionsbündnisses, Badr Dschamus, und der Sprecher der Allianz, Luai Safi, würden an dem Gespräch am Sonntag teilnehmen, nicht aber der Vorsitzende Ahmed al-Dscharba.

Ziel dieses Treffens sei es, die Bedingungen der Allianz für die geplante Friedenskonferenz zu erklären. Die Allianz fordert von Russland und den USA Garantien dafür, dass nach den Genfer Verhandlungen in Syrien ein Übergangsrat eingesetzt wird. Diesem Rat soll weder Präsident Baschar al-Assad angehören, noch irgendein Vertreter seines Regimes, der an der Bekämpfung der Aufständischen beteiligt ist. Russland ist der wichtigste Waffenlieferant des Assad-Regimes. Die Oppositionellen hatten eine Einladung nach Moskau zuletzt ausgeschlagen.

Bei einem Attentat auf den syrischen Minister für nationale Versöhnung, Ali Haidar, wurde dessen Fahrer getötet. Nach Informationen des libanesischen Fernsehsenders „Al-Mayadeen“ eröffneten Unbekannte in der Nähe der Küstenstadt Tartus das Feuer auf das Fahrzeug des Ministers.

Die oppositionelle syrische Website „Zaman al-Wasl“ berichtete am Samstag, Abu Abdel Rahman al-Masri, der Militärkommandeur der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS), habe in seiner Freitagspredigt in der Kleinstadt Al-Bab (Provinz Aleppo) gesagt, man werde „jedem, der ein positives Wort über Baschar al-Assad sagt, und jedem, der mit der Nationalen Syrischen Allianz zusammenarbeitet, den Kopf abschneiden“.

ISIS-Terroristen hatten am Freitagabend eine Ortschaft nahe der türkischen Grenze eingenommen. Das berichteten Aktivisten aus dem Ort Atmeh in der nördlichen Provinz Idlib. In Atmeh gibt es ein Lager für Vertriebene.

Von

dpa

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