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06.03.2012

22:54 Uhr

Syrien

Kämpfe werden immer grausamer

Die Kämpfe in Syrien werden immer grausamer. Jetzt gibt es Berichte, dass Menschen die Kehle durchgeschnitten wurde - selbst Kindern. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig - und die Welt schaut zu.

Ein syrischer Befreiungskämpfer hält eine selbstgemachte Granate in der Hand. Von immer grausameren Kämpfen ist die Rede. dapd

Ein syrischer Befreiungskämpfer hält eine selbstgemachte Granate in der Hand. Von immer grausameren Kämpfen ist die Rede.

Damaskus/New YorkDie Gewalt in Syrien hat eine neue Dimension erreicht. Fünf Tage nach dem Einmarsch der Armee in die Stadt Homs zeigten regimetreue Medien am Dienstag Bilder von Männern, Frauen und Kindern, die mit Messern massakriert wurden. Der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig forderte, in einem UN-Register Informationen über Verbrechen in Syrien zu sammeln. Ein militärisches Eingreifen lehnen aber fast alle Politiker ab.

Die Zivilisten seien von den Deserteuren der sogenannten Freien Syrischen Armee getötet worden, meldete der Staatssender Al-Dunia. Die Gegner von Präsident Baschar al-Assad erklärten dagegen, die Truppen des Regimes hätten den Zivilisten am Donnerstag bei ihrem Versuch, aus Baba Amro zu fliehen, die Kehlen durchgeschnitten. Das jüngste Opfer des Massakers sei ein einjähriges Mädchen namens Fatin.

Die syrischen Staatsmedien berichteten, nach der „Säuberung“ von Baba Amro kehrten nun die ersten Bewohner in das Viertel in der einstigen Oppositionshochburg Homs zurück. Dem Internationalen Roten Kreuz wird der Zugang zu dem Viertel jedoch immer noch verwehrt. Am Mittwoch sollte UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos in Syrien eintreffen, nachdem sie zuvor tagelang abgewiesen worden war. Diplomaten in New York waren aber skeptisch, ob sich Amos, die zu den höchsten UN-Repräsentanten gehört, frei bewegen kann, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

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Trotz der tödlichen Gewalt des Regimes gehen die Proteste aber weiter. Die Demonstrationen dauerten im ganzen Land an, sagte der Leiter der politischen Abteilung der Vereinten Nationen, Lynn Pascoe, nach Angaben von Diplomaten im Sicherheitsrat. Allein in den vergangenen drei Tagen seien mehr als 150 Menschen getötet worden.

US-Senator John McCain forderte Luftangriffe auf Syrien. Das sei „der einzig realistische Weg“, um dort das „Gemetzel zu stoppen und unschuldige Leben zu retten“, sagte der einstige Präsidentschaftskandidat im US-Senat. Mit einem militärischen Eingreifen, angeführt von den USA, solle die syrische Opposition unterstützt werden. Für die Opposition müssten im Norden des Landes Rückzugsgebiete geschaffen werden.

Die US-Regierung lehnt bislang ein militärisches Vorgehen ab. Die Gewalt gegen die Zivilisten sei „herzzerreißend und empörend“, sagte Präsident Barack Obama. Die USA arbeiteten eng mit den arabischen Ländern zusammen, um die syrische Bevölkerung zu unterstützen und Machthaber Baschar al-Assad weiter zu isolieren. „Es ist keine Frage, ob Assad stürzt, sondern wann“, sagte der US-Präsident.

Kommentare (18)

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dadafiffi

06.03.2012, 23:05 Uhr

Assad wehrt sich gegen fremde Truppen in seinem Land. Das sind die gleichen die auch in Libyen Massaker angerichtet haben, unterstützt von der Nato. Die Presse sollte das wissen, schweigt aber lieber bei uns.

Thomas-Melber-Stuttgart

07.03.2012, 00:11 Uhr

Hätten die "Rebellen" keine Unterstützung vom Ausland wäre die Sache schon längst erledigt. Im übrigen gilt es noch das Referendum vom letzten Sonntag umzusetzen.

Account gelöscht!

07.03.2012, 00:36 Uhr

du bist auch nur noch krank in deinem kommentar! schäm dich........... für immer und such hilfe

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