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30.10.2011

12:03 Uhr

Syrien-Konflikt

Al-Assad warnt Westen vor„neuem Afghanistan“

Baschar al-Assad hat offenbar wenig Angst vor einer militärischen Intervention. „Syrien ist in jeder Hinsicht anders als Ägypten, Tunis oder Jemen“, sagt der Machthaber. Allein am Wochenende starben Dutzende Syrer.

Bashar al-Assad gibt sich in öffentlichen Stellungnahmen kämpferisch. dapd

Bashar al-Assad gibt sich in öffentlichen Stellungnahmen kämpferisch.

London/Damaskus/KairoDas syrische Regime reagiert nicht auf internationalen, auch arabischen Druck. „Wir sehen nicht, dass die syrische Seite irgendwelche Fortschritte macht; die Arabische Liga hatte ein Ende des Blutvergießens gefordert, die Freilassung der Gefangenen und den Beginn echter Reformen, all dies ist nicht geschehen“, sagte der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, einer ägyptischen Tageszeitung.

Am Samstag wurden nach Angaben von Aktivisten landesweit 21 Zivilisten getötet. Zwei von ihnen sollen zu Tode gefoltert sein worden. Am Sonntag sei in der Provinz Idlib ein junger Mann an den Folgen einer Schussverletzung gestorben, hieß es.

Al-Arabi flog am Samstag nach Katar, wo eine Gruppe arabischer Außenminister mit syrischen Regierungsmitgliedern zusammentreffen will. Das bestätigte ein Sprecher der Liga in Kairo.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete unterdessen, an diesem Montag werde ein von Präsident Baschar al-Assad eingesetztes Komitee, das die Verfassung überarbeiten soll, zum ersten Mal tagen.

Am Samstag seien 15 Angehörige der Sicherheitskräfte begraben worden, die als „Märtyrer“ gestorben seien. In der Stadt Homs habe es Gefechte zwischen der Armee und „bewaffneten Terrorgruppen“ gegeben. Die Soldaten hätten sechs Angehörige dieser Gruppen getötet und 20 festgenommen.

Al-Assad hat den Westen nachdrücklich vor einem Eingreifen zugunsten der Opposition in seinem Land gewarnt. Jede Intervention gegen sein Regime könnte ein „neues Afghanistan“ bewirken, sagte Assad in einem Interview des Londoner Blattes „Telegraph“.

„Syrien liegt an der Bruchlinie, und jeder Eingriff am Boden wird ein Erdbeben auslösen“, warnte Assad. „Wollen sie noch ein Afghanistan erleben, oder noch zehn Afghanistans?“

Assad erwartete durchaus weiteren Druck der westlichen Länder. „Aber Syrien ist in jeder Hinsicht anders als Ägypten, Tunis oder Jemen“, sagte er mit Blick auf die unterschiedlichen Erfolge des Arabischen Frühling in diesen Staaten. „Jedes Problem in Syrien wird die ganze Region verbrennen.“ Er räumte ein, dass seine Sicherheitskräfte zu Beginn der Unruhen im Land „viele Fehler“ begangen hätten. Allerdings werde jetzt „ausschließlich gegen Terroristen“ vorgegangen.

Von

dpa

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