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29.08.2012

11:55 Uhr

Syrien-Konflikt

Assad lehnt Sicherheitszonen ab

Die Lage in Syrien spitzt sich weiter zu. Präsident Assad zeigte sich in einem Interview kampfeslustig, er sprach von einer „Säuberung des Staates“. Sicherheitszonen hält aber nicht nur Assad für schwer umsetzbar.

Baschar al-Assad in dem Interview mit dem Fernsehsender Addounia. AFP

Baschar al-Assad in dem Interview mit dem Fernsehsender Addounia.

Damaskus/Istanbul/Paris/HamburgSyriens Präsident Baschar al-Assad hat sich am Mittwoch über ein Fernsehinterview zu Wort gemeldet und darin die von der Türkei vorgeschlagene Sicherheitszone für Flüchtlinge in Syrien abgelehnt. Eine solche Puffer-Zone auf syrischem Boden sei unrealistisch, sagte Assad in dem Interview des staatlichen Fernsehsenders Addunia, das in Teilen am Mittwoch ausgestrahlt wurde. Mit dem Interview versuchte er offenbar auch Bedenken über sein Wohlergehen zu zerstreuen nach einem Bombenangriff in der Hauptstadt Damaskus im Juli. Er sagte in dem Interview, er halte sich im Präsidentenpalast in Damaskus auf.

"Ich denke, die Gespräche über eine Sicherheitszone sind nicht umsetzbar, selbst für solche Länder, die eine feindliche Rolle (gegen Syriens) spielen", sagte Assad dem Sender. Die Lage im Land sei bereits besser geworden. Es sei aber noch mehr Zeit nötig, um den Kampf gegen die Rebellen zu gewinnen.

Die benachbarte Türkei, wohin die Flüchtlinge aus Syrien in Scharen strömen, hat eine Sicherheitszone in Syrien vorgeschlagen. Das türkische Außenministerium bemüht sich nach eigenen Angaben derzeit darum, in Gesprächen mit den Vereinten Nationen (UN) eine solche Lösung voranzutreiben. Bislang gibt es jedoch noch keine Hinweise darauf, dass sich der Vorschlag durchsetzen wird.

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Zudem forderte Assad in dem Interview seine Landsleute auf, sich aktiv am Kampf gegen die Revolutionäre zu beteiligen: „Wer ein echter Nationalist ist, der läuft jetzt nicht weg.“ Jeder müsse die „Helden“ der Armee in dieser „Schlacht des Willens“ unterstützen. Assad, der während der Aufzeichnung scherzte und lachte, sprach von einer „Säuberung des Staates“.

Assad deutete an, dass der Kampf gegen die „Terroristen“ noch eine Weile andauern werde. „Wir kommen aber voran“, betonte er. Ein Regimegegner in der Provinz Aleppo kommentierte Assads Auftritt mit den Worten: „Man hat das Gefühl, der Mann lebt in einem anderen Universum.“

Kommentare (5)

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ulrich1947

29.08.2012, 13:05 Uhr

habe gestern die eimalige gelegenheit gehabt im niederlaendischen fernsehsender bvn asien einen bericht zusehen.ein kammerateam zog mit der regulaeren syrischen armee aus,sie kamen in einen stadtteil wo vorher die freiheitskaempfer ihre wohltaten erledigt hatten,tote kinder ,frauen altere maenner keinerlei kaempfer zum teil schrecklich zugerichtet.mit ankunft der armee kamen verschreckte menschen aus den anderen strassen und berichteten was geschehen war. so ein fernsehbericht in deutschland ?? niemals!!!! sowas darf ein deutscher buerger nicht sehen ,da ja nur terroristische demokraten gegen assad kaempfen!!

Account gelöscht!

29.08.2012, 14:57 Uhr

Man stelle sich nur diese Situation 20 Jahre früher bei Ihren Ostdeutschen Landsleuten vor , wie wohl wäre dort gegen "aufständische " vorgegangen ?
Naja , dort gab es ja wesentlich mehr russische Panzer die die "ruhe und Ordnung " schon wieder hergestellt hätten .
Die STASI hätte im nachhinein sicher auch mit deutscher Gründlichkeit ganze arbeit gemacht .

Wem wollen wir nun kritisieren ? Die,die das Regime unterstützen , die Rebellen oder die,die die Rebellen mit Waffen und Geld unterstützen ?

Syrien ist ein suveränes Land , hat alle rechte der Staatengemeinschaft und hat eine(ob sie das nun wahrhaben wollen oder nicht) gewählte Regierung !!!
Schutzgebiete die andere Staaten einrichten wollen kann Syrien demnach zurecht verhindern !

Ich denke hier ist Iran und Russland gefordert mit POLITISCHEN mitteln ruhe und Ordnung wieder herzustellen und im Anschluss unabhängige und wirklich freie Wahlen zu ermöglichen . Andere Nationen werden weder von Assad noch vom Iran oder Russland in dieser Region geduldet !

AoH

29.08.2012, 17:41 Uhr

Ein hübscher Kontrtast ("Syrien ist ein suveränes Land...") zu ihrer üblichen Iran hetzte, für den der Status "Souverän" anscheinend nicht gilt oder zu gelten hat!

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