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08.07.2012

12:27 Uhr

Syrien-Konflikt

Clinton fordert schnelles Handeln von Damaskus

Die amerikanische Außenministerin befürchtet eine Eskalation des Konflikts in Syrien. Es bleibe nicht viel Zeit, um gegen die Kämpfe vorzugehen. Das syrische Militär hat am Wochenende wieder neue Übungen gestartet.

TV-Aufnahme: Das syrische Militär hat mit Übungen begonnen. dpa

TV-Aufnahme: Das syrische Militär hat mit Übungen begonnen.

Die USA haben vor einer weiteren Eskalation des Syrien-Konflikts gewarnt. Der Führung in Damaskus bleibe nicht mehr viel Zeit, um eine Verschärfung der Kämpfe zu vermeiden, sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am Sonntag. Die Rebellen würden immer schlagkräftiger.
"Es werden nicht nur umso weniger Menschen sterben, je schneller die Gewalt beendet werden und ein politischer Übergangsprozess beginnen kann, sondern es besteht auch die Chance, den syrischen Staat vor einem katastrophalen Angriff zu bewahren, der nicht nur für Syrien sehr gefährlich wäre sondern auch für die ganze Region", sagte Clinton nach einem Treffen mit ihrem japanischen Kollegen Koichiro Gemba in Tokio.

Panzer, Flugzeuge, Raketen: Syriens Armee

Soldaten

In Syrien stehen nach Angaben des Londoner Instituts für Strategische Studien (IISS) 295.000 Soldaten unter Waffen. Dazu kommen weitere 314.000 Reservisten.

Panzer und Artilleriegeschütze

Das syrische Heer soll über 4950 Kampfpanzer und mehr als 3440 Artilleriegeschütze verfügen, viele aus sowjetischer oder russischer Produktion.

Boden-Boden-Raketen

Syrien soll über 850 Boden-Boden-Raketen mit unterschiedlicher Reichweite verfügen.

Flugzeuge

550 Flugzeuge nennt die syrische Luftwaffe ihr Eigen. Davon sind rund 440 russische MIG-Kampfflugzeuge unterschiedlicher Baureihen.

Hubschrauber

Die Armee kann mehr als 70 Kampfhubschrauber einsetzen, darunter viele russische Typen, aber auch 30 französische „Gazelle-Maschinen“.

ABC-Waffen

Die USA haben den Verdacht, dass Syrien über chemische und biologische Waffen verfügt und dafür technische Hilfe aus dem Iran erhält. Außerdem soll Syrien nach US-Recherchen Interesse an Atomwaffen haben und Partner im Iran und Nordkorea suchen.

Waffenlieferungen

Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts (SIPRI) bekam Syrien im Jahr 2011 trotz der blutigen Unterdrückung des Aufstandes gegen das Regime 291 Waffenlieferungen - 246 aus Russland und 45 aus dem Iran. Darunter waren 126 Luftabwehrsysteme und 135 Raketen. Zwischen 2001 und 2011 hat Syrien 1201 von SIPRI registrierte Waffenlieferungen erhalten. Die mit Abstand meisten (857) kamen aus Russland, der Rest aus Weißrussland, dem Iran und Nordkorea.

Embargo

Die EU hat bereits im Mai 2011 neben Sanktionen ein Verbot von Waffenlieferungen nach Syrien beschlossen. Dazu zählen nicht nur Feuerwaffen, Bomben und Granaten, sondern auch technisches Gerät, das gegen Demonstranten eingesetzt werden kann, etwa Wasserwerfer. Auf internationaler Ebene ist ein Embargo im UN-Sicherheitsrat bisher gescheitert - vor allem am Widerstand Russlands, dem Hauptwaffenexporteur nach Syrien. Aber auch China verhinderte Sanktionen.

Am Samstag hatte das syrische Militär Augenzeugen zufolge mehrere Dörfer im Nord-Libanon mit Mörsergranaten beschossen und dabei fünf Menschen getötet. Zuvor sollen Rebellen aus Syrien die Grenze überquert haben, um im Libanon Schutz zu suchen.

Nach einem Bericht der der staatlichen Nachrichtenagentur Sana hat die syrische Armee am Sonntag mit mehrtägigen militärischen Übungen begonnen. Bodentruppen, Luftwaffe und Marine seien an den Manövern beteiligt, berichtete Sana am Sonntag. Damit solle die „Kampfbereitschaft der Armee“ getestet werden.

Kommentare (2)

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Thomas-Melber-Stuttgart

08.07.2012, 13:01 Uhr

Die außer-syrische Opposition will doch gar nicht verhandeln ?! Warum werden die sog. "Rebellen" angeblich immer stärker? Und: welcher Angriff auf Syrien droht denn? Ist das eine Kriegsdrohung von Frau Clinton? Was spricht das Völkerreht hierzu?

Icke

08.07.2012, 13:08 Uhr

[+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

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