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26.07.2012

11:42 Uhr

Syrien-Konflikt

Kampf um die Handelsmetropole Aleppo

Syriens größter Stadt Aleppo kommt bei der Auseinandersetzung zwischen Regierung und Rebellen eine besondere Bedeutung zu. Auch die Kämpfe in der Hauptstadt Damaskus dauern an.

Die Wirtschaftsmetropole Aleppo ist weiter umkämpft. AFP

Die Wirtschaftsmetropole Aleppo ist weiter umkämpft.

Berlin/BeirutSyrische Rebellen und das Militär des Landes haben auch am Donnerstag weiter um die nordwestliche Wirtschaftsmetropole Aleppo gekämpft. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London waren vor allem die Stadtviertel Mohafasa, Maschhad und Salaheddin betroffen. Zwei Menschen, darunter ein Kind, seien getötet und sieben weitere Menschen verletzt worden.

In der Hauptstadt Damaskus gab es nach Angaben von Augenzeugen Kämpfe im palästinensischen Flüchtlingslager Jarmuk im Süden der Stadt. Dabei seien Panzerabwehrraketen und Maschinengewehre zum Einsatz gekommen, sagte ein Bewohner des Camps der Nachrichtenagentur AFP. Der Londoner Beobachtungsstelle zufolge wurden im Stadtviertel Kabun, das derzeit von der syrischen Armee kontrolliert wird, 14 Leichen entdeckt.

Mit rund drei Millionen Einwohnern ist Aleppo die größte syrische Stadt und als regionales Handelszentrum von wirtschaftlicher Bedeutung. In Aleppo treffen sich seit jeher die aus dem Osten und aus dem Süden kommenden Handelswege, werden Waren etwa aus Indien, Ägypten, Jerusalem und Europa umgeschlagen. Nur rund 60 Kilometer von der türkischen Grenze und gut 200 Kilometer von der zu Libanon entfernt, steht Aleppo derzeit im Fokus des syrischen Bürgerkriegs.

Regierungstruppen und Rebellen liefern sich dort seit knapp einer Woche erbitterte Gefechte. Zuvor schien es so, als ob die Bürger der Stadt mehrheitlich das Regime von Präsident Baschar Assad unterstützen. Aber wie auch in Damaskus bringen Flüchtlingen ihre Erlebnisse aus dem Bürgerkrieg in die Städte. Manche Sunniten, die lange Zeit den Aufständischen gegenüber neutral blieben, schließen sich mittlerweile den Protesten gegen Assad an.

Für die Rebellen wäre Aleppo aufgrund seiner Nähe zur Türkei ein idealer Ort, um sich zu sammeln. Experten gehen davon aus, dass die Freie Syrische Armee (FSA) Waffenhilfe aus dem Ausland erhält, die über die türkische Grenze geliefert wird. Zudem verfügt die Stadt über eine landwirtschaftliche Tradition und kann ihre Einwohner mit Nahrungsmitteln versorgen.

Assads Streitkräfte setzen in Aleppo Kampfhubschrauber ein und bedrohen dadurch auch die Zivilbevölkerung. Augenzeugen berichten, dass strategische Einrichtungen wie Flughafen und Fernsehturm besonders umkämpft sind. Es deutet wenig auf ein schnelles Ende der Gewalt hin.

Die Unesco rief schon am 30. März dazu auf, bei den Auseinandersetzungen in Syrien das Weltkulturerbe zu schonen. Dazu zählen auch Aleppos Altstadt und die westlich gelegenen Toten Städte.

Kommentare (4)

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Tabu

26.07.2012, 12:02 Uhr

Meine Meinung dazu..Galt auch für Libyen..

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2012/03/pro-assad-demonstration-in-london.html

Account gelöscht!

26.07.2012, 14:37 Uhr

Vorgestern Abend war ein Bericht von Dietmar Ossenberg im ZDF zu sehen. Ort der Handlung: Damaskus.

Es ist Ramadan. Da ist es tagsüber nicht gestattet zu essen, zu rauchen oder zu trinken. Aber in dem Teil der von Assad kontrolliert wird sassen die Menschen in Cafes und taten genau das. Es war so wie ich es bei einem Besuch in Damaskus vor ein paar Jahren erlebt habe. Auch damal war Ramadan. Kämen die Terroristen aber an die Macht, dann wäre das nicht mehr möglich.

Ob sich unser Außenminister dessen bewußt ist? Ich glaube nicht.

Tarok

27.07.2012, 21:06 Uhr

Die Westliche Welt soll sich aus diesem Fiasko raus halten. Es ist Sache Syrien, die Angelegenheit zu entschärfen. Letztendlich ist es keine Freie Armee Syriens, sondern Banditen, Mörder und Rebellen, die vom Westen gekauft worden sind. Das hat mit Befreiung keineswegs etwas zu tun.

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