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12.02.2014

11:23 Uhr

Syrien-Konflikt

Obama kritisiert Russland für Blockade-Haltung

Die Gespräche der syrischen Konfliktparteien in Genf kommen kaum voran. Und nun gibt es auch zwischen außenstehenden Großmächten neuen Ärger: Die USA kritisieren Russland, das eine eigene Syrien-Resolution vorlegen will.

Die humanitäre Situation in Syrien und die bisher dazu erreichten Kompromisse der Konfliktparteien seien vollkommen unzureichend, kritisieren die USA und andere Staaten. Russland beklagt die chaotische Lage. dpa

Die humanitäre Situation in Syrien und die bisher dazu erreichten Kompromisse der Konfliktparteien seien vollkommen unzureichend, kritisieren die USA und andere Staaten. Russland beklagt die chaotische Lage.

WashingtonUS-Präsident Barack Obama hat Russland vorgeworfen, im UN-Sicherheitsrat eine Resolution für eine bessere humanitäre Versorgung der syrischen Bevölkerung zu verhindern. Mit dieser Blockadehaltung seien die Russen ebenso wie die Syrer für verhungernde Zivilisten in dem Bürgerkriegsland verantwortlich, sagte Obama in Washington bei einer Pressekonferenz mit seinem französischen Amtskollegen François Hollande.

„Es gibt unter den meisten Mitgliedern des Sicherheitsrates große Einigkeit über diese Resolution“, sagte Obama am Dienstag (Ortszeit). „Russland ist ein Verweigerer“, kritisierte er. Der russische Vizeaußenminister Gennadi Gatilow wies die Vorwürfe zurück. Der Resolutionstext sei in der jetzigen Form „politisiert“ und „inakzeptabel“, sagte Gatilow der Agentur Interfax. Ziel sei lediglich, eine „Basis für militärische Aktionen“ zu schaffen. Moskau ist ein enger Partner des Regimes von Präsident Baschar al-Assad.

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Obama und Hollande erklärten, in dem Resolutionstext gehe es unter anderem um die Lieferung von Lebensmitteln, Kleidung und Brennstoff für belagerte syrische Städte. Zu Syrien machte Obama zudem klar, dass die Ergebnisse der bisherigen Friedensverhandlungen in Genf vollkommen unzureichend seien. „Niemand kann das bestreiten: Hier gibt es enorme Frustrationen.“ Auch Moskau müsse seiner Verantwortung gerecht werden.

Gatilow kündigte an, dass die UN-Vetomacht Russland schon bald dem Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf zum Kampf gegen den Terrorismus in Syrien vorlegen werde. Dort seien viele Gruppen aktiv, die zum Terrornetzwerk Al-Kaida gehörten. „Sie bilden eine reale Gefahr für die territoriale Einheit des Landes sowie für die gesamte Region“, sagte Gatilow. Das syrische Regime bezeichnet die Rebellen generell als Terroristen.

Von

dpa

Kommentare (3)

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pro-d

12.02.2014, 12:31 Uhr

Oky,
ich werfe den Amis auch vor, dass sie im Irak für die Bürgerkriegs-ähnlichen, chaotischen Zustände verantwortlich sind.

Bevor die Amis schon wieder in der Ukraine einen neuen Brand legen, sollten sie erst einmal im Irak für Ruhe und Ordnung sorgen.

Die Amis sind wie die Hunnen. Überall fallen sie ein, wie die Heuschrecken und hinterlassen nur Not und elend.

compact-magazin_com

12.02.2014, 15:37 Uhr

Kann man alles glauben, was in den gleichgeschalteten Massenmedien steht?

Wie wir den gleichgeschalteten Westmedien entnehmen konnten, hat jetzt ein Expertenbericht anhand von Bildern eines übergelaufenen Fotografen der syrischen Militärpolizei publik gemacht, dass in Syrien seit Beginn des Bürgerkrieges bis zu 11.000 Häftlinge zu Tode gequält worden sein sollen. Verantwortlich dafür sei der syrische Präsident Assad.

Doch ich bin hier skeptisch. Schon oft in der jüngeren Vergangenheit stellten sich solche angeblichen Beweise dann später als Fälschung heraus.

So wurden beispielsweise von den gleichgeschalteten Massenmedien auch vor dem Kosovo-Krieg der NATO gegen Serbien 1999 angebliche Beweisfotos für ermordete Zivilisten präsentiert, die sich später als Fälschung herausstellten!

Sie kennen sicher das Zitat des US-Politikers Hiram Johnson: "Das erste Opfer des Krieges ist die Wahrheit." Und manchmal bleibt die Wahrheit eben schon im Vorfeld auf der Strecke – damit überhaupt Gründe für einen Krieg vorliegen.

Das hat die Geschichte immer wieder gezeigt. Und mit gezielt gestreuten Horrormeldungen in den Medien ist schon so mancher Konflikt eskaliert.

Speziell heute in unserem Medienzeitalter sorgen immer wieder Bilder von Unruhen für massive Stimmungsmache – und dann stellt such heraus, dass es sich um komplett gestellte Bilder handelte.

Wenn Öl im Spiel ist, geht es meist um Macht und nicht um die Menschen.

Vielleicht sind die gleichgeschalteten Massenmedien Teil des Problems und nicht die Lösung?

RumpelstilzchenA

12.02.2014, 16:04 Uhr

Obama macht doch lieber Selfis mit der dänischen Ministerpräsidentin.
Hat seine Frau ihn dafür schon in den Hintern getreten???

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