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12.03.2013

13:51 Uhr

Syrien-Konflikt

Peres fordert Einmarsch arabischer Truppen

Israels Präsident Schimon Peres hat von der Arabischen Liga eine Militär-Intervention gefordert, um dem Bürgerkrieg in Syrien Herr zu werden. Vor dem EU-Parlament warnte Peres zudem vor der Gefahr durch chemische Waffen.

Israels Präsident Shimon Peres sprach am Dienstag vor dem EU-Parlament. dpa

Israels Präsident Shimon Peres sprach am Dienstag vor dem EU-Parlament.

StraßburgDer israelische Präsident Schimon Peres hat eine Intervention der Arabischen Länder in Syrien gefordert. Die Arabische Liga sollte von den Vereinten Nationen ermächtigt werden, in Syrien zu intervenieren, sagte Peres am Dienstag vor dem EU-Parlament. Dies sei die beste Lösung, um die syrische Tragödie zu beenden. Die Uno sollte eine arabische Blauhelm-Truppe unterstützen. Die Arabische Liga „kann und sollte eine provisorische Regierung in Syrien bilden, um das Massaker zu beenden“, sagte Peres.

Die freie Welt dürfe nicht dabei zusehen, wie der syrische Präsident Baschar al-Assad Massaker an seinem eigenen Volk verübe, mahnte Peres. „Dies bricht unser aller Herzen.“ Assad habe heimlich eine nukleare Anlage und ein Arsenal von chemischen Waffen bauen lassen. Während die Atomanlage rechtzeitig zerstört worden sei, seien die chemischen noch immer seinen Händen. Diese „schreckliche Gefahr“ bedrohe das syrische Volk, die gesamte Region und sogar Europa.

Israel befürchtet eine Machtübernahme durch radikale Islamisten in Syrien. In den vergangenen Monaten waren mehrere in Syrien abgefeuerte Granaten auf den von Israel besetzten Golanhöhen eingeschlagen. Ende Januar hatte Israels Luftwaffe ein Ziel in der Nähe von Damaskus angegriffen. Nach Angaben von Experten handelte es sich um einem Konvoi, der Flugabwehrraketen an die radikal-islamische Hisbollah-Miliz im Libanon liefern sollte. Nach syrischer Darstellung sei ein militärisches Forschungszentrum angegriffen worden.

Seit dem Beginn des Aufstands gegen Assad vor knapp zwei Jahren wurden in Syrien nach Angaben der Vereinten Nationen 70.000 Menschen getötet. Im vergangenen Jahr hatte unter anderem das Golfemirat Katar, das der Arabischen Liga angehört, eine militärische Intervention in Syrien gefordert. Russland als ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates und traditioneller Verbündeter Syriens spricht sich dagegen strikt gegen ein militärisches Eingreifen im Syrien-Konflikt aus.

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