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02.08.2012

14:42 Uhr

Syrien-Konflikt

Rebellen greifen Militärflughafen an

Um die Attacken mit Kampfflugzeugen auf Aleppo zu verhindern haben syrische Rebellen einen nahegelegenen Militärflughafen angegriffen. Unterdessen soll es in Damaskus zu einem neuen Massaker gekommen sein.

Der Konflikt in Syrien droht zu einem Stellvertreterkrieg zu werden. AFP

Der Konflikt in Syrien droht zu einem Stellvertreterkrieg zu werden.

BeirutIm Nordwesten der umkämpften Wirtschaftsmetropole Aleppo haben syrische Rebellen am Donnerstag einen wichtigen Militärflughafen unter Beschuss genommen. Die Aufständischen attackierten mit einem eroberten Panzer den Flughafen von Menagh, von dem Flugzeuge und Helikopter für Angriffe auf Aleppo starteten, teilte die Syrische Beobachtungstelle für Menschenrechte mit. Nach ihren Angaben verübten Regierungstruppen ein Massaker mit 43 Toten.

Ein AFP-Reporter hörte aus Richtung des Flughafens Explosionen. Rebellen sagten ihm, sie wollten den Flughafen erobern, da von dort Angriffe auf Aleppo geflogen würden. Seit Tagen toben heftige Kämpfe um die strategisch wichtige Stadt im Nordwesten des Landes. Eigenen Angaben nach kontrollieren die Aufständischen inzwischen die Hälfte der Stadt sowie weite Teile des Umlands. Derzeit versuchen sie, die Zentralen des Geheimdiensts in der Stadt unter ihre Kontrolle zu bringen.

Nach Angaben der in London ansässigen Beobachtungsstelle richteten Regierungstruppen in der Ortschaft Dschdaidet Artus südwestlich von Damaskus ein Blutbad an. Demnach nahmen die Sicherheitskräfte am Mittwoch bei einer Razzia rund hundert junge Menschen fest. Sie seien zu einer Schule gebracht und dort gefoltert worden. Am Donnerstagmorgen seien dann die Leichen von 43 Opfern gefunden worden, teilweise seien sie gruppenweise exekutiert worden.

Insgesamt wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle allein am Mittwoch 163 Menschen in Syrien getötet, unter ihnen 98 Zivilisten. Seit Mittwochabend waren in Aleppo demnach die Mobilfunknetze und das Internet abgeschaltet, was auf eine bevorstehende Armeeoffensive hindeuten könnte. UN-Beobachter erklärten, die Armee habe am Mittwoch erstmals Kampfflugzeuge über Aleppo eingesetzt, und die Rebellen hätten erstmals Panzer erobert.

Die US-Fernsehsender NBC und CNN berichteten derweil, US-Präsident Barack Obama habe dem Auslandsgeheimdienst CIA die verdeckte Unterstützung der syrischen Aufständischen erlaubt. Das Weiße Haus wollte die Berichte nicht kommentieren, stritt aber nicht explizit ab, dass die Rebellen verstärkt mit Geheimdienstinformationen versorgt würden. Es gab jedoch keinen Hinweis darauf, dass die US-Regierung ihnen auch Waffen liefern wolle.

Kommentare (17)

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Wahlvieh

02.08.2012, 15:16 Uhr

Der Fischer, der mit der naiven Verharmlosungspolitik seiner Grünen Gesinnungsgenossen den radikalislamischen Kräften in Deutschland ein sicheres Rückzugsgebiet eröffnet hat, warnt auf einmal vor religiösen Konflikten? Ich dachte bisher der Ausdruck "religiöser Konflikt" existiert gar nicht im Grünen Jargon, denn es darf nicht benannt werden, was nicht ins heile Weltbild passt. Ist Herr Fischer etwas aufgewacht? Wohl kaum, denn er schwadroniert schon wieder von Chancen. Die werden dann wohl so aussehen, unser Land mit noch mehr radikalen Islamisten unter dem Deckmantel des Asyls kulturell zu bereichern.

scecpticus

02.08.2012, 15:16 Uhr

Warum werden die Folterer und Mörder "Sicherheitskräfte" genannt?

Account gelöscht!

02.08.2012, 15:52 Uhr

Schon beeindruckend wie ein paar "Rebellen" mit AK-47 einen gesicherten Millitärflughafen einnehmen können.

Naja, heute ist alles möglich, selbst Flugzeugentführungen mit einem Teppichmesser :P

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