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05.07.2012

18:45 Uhr

Syrien-Konflikt

Russland will Assad kein Asyl gewähren 

„Wir dachten, das sei ein Scherz“: Russland verspürt wenig Neigung für den Vorschlag des Westens, es solle dem syrischen Machthaber Asyl gewähren. Derweil wächst die Sorge, der Konflikt könnte zum Flächenbrand anwachsen.

Russland will ihn nicht: Syriens Machthaber Bashar al-Assad. AFP

Russland will ihn nicht: Syriens Machthaber Bashar al-Assad.

MoskauDeutliches „Njet“ Russlands im diplomatischen Ringen um Syrien: Die Regierung in Moskau hat am Donnerstag abermals eine Einmischung von außen vehement abgelehnt. Den Vorschlag des Westens, Russland solle Präsident Baschar Assad Asyl gewähren, bezeichnete Außenminister Sergej Lawrow als „Scherz“.

Im Nahen Osten wächst inzwischen die Sorge, der blutige Konflikt könnte zu einem Flächenbrand in der Region führen. Besonders im Libanon nehmen die Spannungen immer weiter zu. Auch Al-Kaida-Terroristen aus dem Irak sollen mittlerweile in Syrien aktiv sein.

Der Irak habe „handfeste Informationen“, wonach Extremisten von seinem Staatsgebiet aus die Grenze nach Syrien überquerten, um dort Anschläge zu verüben, sagte der irakische Außenminister Hoschjar Sebari. Gleichzeitig warnte er - wie bereits viele hochrangige Politiker im Westen und in der Arabischen Welt vor ihm -, dass die Kämpfe in Syrien auf den Irak und andere Länder übergreifen könnten.

Auch die Spannungen zwischen der Türkei und Syrien haben seit dem Abschuss eines türkischen Kampfjets vor knapp zwei Wochen deutlich zugenommen. Am Donnerstag wurden die Leichen der beiden Piloten geborgen, die mit ihrem Flugzeug ins Mittelmeer gestürzt waren.

Im Libanon, wo es in der Vergangenheit bereits zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen den Gegnern und Anhängern des syrischen Regimes gekommen war, wurde am Donnerstag offenbar ein Anschlag auf einen anti-syrisch eingestellten Politiker vereitelt. Am Arbeitsplatz von Butros Harb seien Sprengsätze entdeckt worden, sagte Innenminister Marwan Kharbel am Donnerstag.

In Syrien selbst hat die Welle der Gewalt mittlerweile ein „beispielloses Niveau“ erreicht, wie der Chef der UN-Beobachtermission, Robert Mood, am Donnerstag erklärte.

Kommentare (4)

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Amerikafreund

05.07.2012, 19:24 Uhr

Ich denke, Amerika und die mit ihnen Verbündeten, täten gut daran, keine Spielchen im Hinterhof Russlands zu machen.
Es könnte die nächste Schlappe nach Georgien werden.
Noch einen Krieg sollte sich das marode kapitalistische System in Amerikas aus finanziellen Gründen nicht gönnen.
Es könnte zu seinem Untergang führen.

Account gelöscht!

06.07.2012, 00:12 Uhr

Das Russland Herrn Assad nicht haben will ist nachvollziehbar.
Wer möchte gern einen Schwerverbrecher in das eigene Land holen. Zudem würde dies zwischen Russland und der restlichen Welt politischen Zwiespalt hervorrufen. Allerdings schleimt Putin zurzeit noch. Reformen müssen in Syrien unblutig realisiert werden.

Numismatiker

06.07.2012, 09:29 Uhr

Syrien ist nicht Rußlands Hinterhof und Georgien auch nicht.

Wer das nicht versteht, sollte seinen Namen besser in "Rußlandfreund" ändern.

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