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10.04.2012

17:48 Uhr

Syrien-Konflikt

Türkei droht Syrien mit Konsequenzen

Die Regierung in Ankara verurteilt Schüsse der syrischen Truppen in ein türkisches Flüchtlingslager. Mit Konsequenzen hält sich die Türkei aber zurück - sie will die Beziehungen zum Iran nicht gefährden.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wirft dem syrischen Regime eine Verletzung der türkischen Staatsgrenze vor. dpa

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wirft dem syrischen Regime eine Verletzung der türkischen Staatsgrenze vor.

Istanbul„Krieg an der Grenze“, titelt die türkische Zeitung „Günes“. Seit syrische Truppen bei der Verfolgung von Regimegegnern auch über die Grenze Richtung Türkei geschossen haben, wächst in Ankara spürbar die Nervosität. Der syrische Angriff verstärkt die Forderungen in der Türkei nach Errichtung einer sogenannten Pufferzone auf der syrischen Seite der Grenze. Damit könnten türkische Militärs Regimegegner schützen. Doch zugleich will es sich Ankara nicht mit dem mächtigen Nachbarn Iran verderben.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan erklärt während einer Auslandsreise von Peking aus, die Schüsse syrischer Truppen in ein Flüchtlingslager seien eine klare Verletzung der Staatsgrenze seines Landes. Die Türkei werde den Fall untersuchen und künftig mit den notwendigen Maßnahmen reagieren, „so wie andere Staaten auf solche Verletzungen in der Vergangenheit reagiert haben“. Genauer wurde er nicht. Aber die Drohung mit einem türkischen Militäreinsatz zur Einrichtung einer Pufferzone steht im Raum.

Der Waffenstillstand zwischen Syrien und Türkei scheint hinfällig. Reuters

Der Waffenstillstand zwischen Syrien und Türkei scheint hinfällig.

Nicht nur wegen der Kämpfe nahe der Grenze zu Syrien hat Ankara in den vergangenen Monaten die Grenztruppen verstärkt. Auch ein Eindringen von Kämpfern der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK will die Regierung verhindern. Dass das Regime von Präsident Baschar al-Assad die Lage eskalieren lässt, könnte das Fass zum Überlaufen bringen. Nachdem die eigentlich vereinbarte Waffenruhe hinfällig zu sein scheint, werde ein neues Kapitel aufgeschlagen, sagte ein ranghoher türkischer Diplomat.

Und doch betont die Türkei, die über die zweitgrößte Armee des NATO-Bündnisses verfügt, auf den syrischen Angriff hin sei von türkischer Seite kein Feuer erwidert worden. Als zu groß hat die Türkei bisher die Gefahr eines Flächenbrandes erachtet, wie türkische Politiker erklärt haben. Das Verhältnis zum Nachbarland Iran ist wegen gegensätzlicher Meinungen im Syrien-Konflikt bereits angespannt. Die Türkei ist auf Energielieferungen Teherans dringend angewiesen, wenn sie nicht ihrem Wirtschaftsboom den Treibstoff abdrehen will.

Kommentare (2)

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10.04.2012, 18:56 Uhr

Die Wirtschaft der Türkei ist 3-mal größer als die,des Irans.Sie haben die schlagkräftigste Armee nach Amerika in der NATO-Iran kann da nichts ausrichten.Die Türkei hat sich am Lybien Krieg betiligt und die türkischen Energieunternehmen werden davon massiv profitieren.Ankara kann auch Energie aus Russland(Bluestream)oder Azerbaidschan(BTC-Pipeline) beziehen.Der Grund warum Erdogan es sich mit den Iraner nicht verschärzen will ist,weil er und seine AKP aus Teheran finanziert werden um die Türkei zu re-islamisieren.

AllesQuatsch

11.04.2012, 08:31 Uhr

das wird noch spannend. einerseits die spannungen zwischen iran und israel und dann nun türkei gegen syrien. aber solange erdogan an der macht ist, wird wohl nix passieren. sollte es aber zu einem militärputsch in der türkei kommen, dann sähe die asache anders aus.

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