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22.10.2015

19:46 Uhr

Syrien-Konflikt

USA wohl offen für militärische Zusammenarbeit mit Russland

Schon länger spricht sich Russlands Präsident Putin für eine engere Zusammenarbeit mit den USA im Syrien-Konflikt aus. Nun stehe ein Durchbruch bevor, so Putin. Selbst eine politische Lösung hält er für denkbar.

Die USA fliegen seit gut einem Jahr Luftangriffe gegen die IS-Miliz. Russland griff vor etwa drei Wochen erstmals mit Luftangriffen in den Konflikt ein. dpa

Putin in Sotschi

Die USA fliegen seit gut einem Jahr Luftangriffe gegen die IS-Miliz. Russland griff vor etwa drei Wochen erstmals mit Luftangriffen in den Konflikt ein.

MoskauDie USA sind nach Einschätzung von Russlands Präsident Wladimir Putin offen für eine militärische Zusammenarbeit in Syrien. Er erhalte entsprechende Signale aus den Vereinigten Staaten, sagte Putin am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Sotschi. Eine militärische Koordination mit den westlichen Staaten könne bedeuten, dass auch eine politische Einigung erreichbar sei, sagte Putin. Die syrische Führung müsse dafür einen Kontakt zu den Oppositionskräften herstellen, die den Dialog wollten. Syriens Präsident Baschar al-Assad sei dazu bereit. Ob er seinen Platz räumen solle, müsse die syrische Bevölkerung in transparenten Wahlen entscheiden.

Zuvor hatte Putin bereits erklärt, Russland arbeite mit dem Westen an einer engeren Koordination des militärischen Vorgehens in Syrien. So stehe man kurz davor, Daten über Stellungen von Islamisten in dem Bürgerkriegsland auszutauschen.

Die USA fliegen mit einer internationalen Militärallianz seit gut einem Jahr Luftangriffe gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Russland griff vor etwa drei Wochen erstmals mit Luftangriffen in den Konflikt ein. Eine Koordination fand bislang kaum statt.

Wer kämpft gegen wen in Syrien?

Bürgerkrieg in Syrien

Seit mehr als vier Jahren tobt in Syrien ein Bürgerkrieg. Dem Regime in Damaskus steht eine Vielzahl von Gegnern gegenüber, die Lage ist unübersichtlich. Längst werden die Rebellen von islamistischen und radikalen Gruppen dominiert.

Regime

Die Armee kontrolliert noch immer die meisten großen Städte wie Damaskus, Homs, Teile Aleppos sowie den Küstenstreifen. Unterstützt werden Assads Anhänger von der libanesischen Schiiten-Miliz Hisbollah sowie von iranischen Kämpfern.

Islamischer Staat (IS)

Die Terrormiliz ist die stärkste Kraft in Syrien. Sie kontrolliert im Norden und Osten riesige Gebiete. Allerdings mussten die Extremisten in diesem Jahr mehrere Niederlagen gegen die syrischen Kurden einstecken.

Dschaisch al-Fatah

Dabei handelt es sich um ein Bündnis verschiedener moderater und radikaler Gruppen, darunter die radikale Al-Nusra-Front, die islamistische Miliz Ahrar al-Scham und Brigaden, die sich als Teil der moderaten Freien Syrien Armee (FSA) sehen. Das Bündnis beherrscht im Nordwesten Syriens die Provinz Idlib.

Al-Nusra-Front

Der Ableger des Terrornetzwerkes Al-Kaida vertritt eine ähnliche Ideologie wie IS, beide Gruppen sind aber miteinander verfeindet. Die Nusra-Front ist vor allem im Nordwesten des Landes stark, kämpft aber auch im Süden.

Ahrar al-Scham

Die islamistische Miliz ist neben der Nusra-Front die wichtigste Kraft des Rebellenbündnisses Dschaisch al-Fatah. Sie gibt sich pragmatischer und weniger radikal als der Al-Kaida-Ableger.

Freie Syrische Armee

Die FSA ist keine Armee im eigentlichen Sinne, es gibt auch keine einheitliche Führung. Mehrere moderate Gruppen rechnen sich ihr jedoch zu. Stark sind diese im Nordwesten, wo sie auch zu dem Rebellenbündnis gehören, sowie im Süden.

Kurdische Volksschutzeinheiten

Mit Hilfe der US-Luftwaffe konnte die YPG den IS aus großen Gebieten im Norden Syriens zurückschlagen. Dort haben die Kurden eine Selbstverwaltung aufgebaut. Sie kooperieren mit dem Regime, aber auch mit dessen Gegnern. Zuletzt kam es jedoch zu Zusammenstößen mit Rebellengruppen in Aleppo.

Von

rtr

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