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07.03.2014

19:42 Uhr

Syrien

Kontrolleure fordern Eile bei Abrüstung der Chemiewaffen

Bis zum 27. April soll Syrien alle Kampfstoffe außer Landes zu schaffen. Doch der Staat hat schon die erste Frist verstreichen lassen. Nun fordern die Kontrolle das Land zu mehr Eile bei der Abrüstung auf.

Syrien hat zugesagt, alle Kampfstoffe bis zum 27. April außer Landes zu schaffen. dpa

Syrien hat zugesagt, alle Kampfstoffe bis zum 27. April außer Landes zu schaffen.

Den HaagDie Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) hat Syrien dringend aufgefordert, seine Kampfstoffe in kürzester Zeit aus dem Land zu schaffen. Außerdem müssen die alten Produktionsanlagen für Chemiewaffen zerstört werden, mahnte der Exekutivrat der OPCW zum Abschluss seiner Tagung am Freitag in Den Haag. Syrien hatte 12 Anlagen zwar unbrauchbar gemacht, sie jedoch nicht zerstört. Die Kontrollbehörde soll nun ein Expertenteam zur Unterstützung nach Syrien entsenden.

Das Leitungsgremium kritisierte die Verzögerung beim Abtransport der Kampfstoffe. Die ursprüngliche Frist vom 5. Februar hatte das Land nicht eingehalten. Erst 29 Prozent wurden verschifft. Syrien hat nun zugesagt, alle Chemikalien bis zum 27. April außer Landes zu schaffen.

Chemische Kampfstoffe

Was sind Chemiewaffen?

Chemische Waffen gehören zu der Kategorie der ABC-Waffen (Atomar, Biologisch, Chemisch). In der Regel sind Chemiewaffen künstlich produzierte Giftstoffe, die fest, flüssig oder gasförmig sein können. Nervengifte wie Sarin und Hautkampfstoffe wie Senfgas werden gezielt zur Tötung oder Verletzung von Menschen eingesetzt. Zumeist werden auch Reizstoffe wie Tränengas dazugezählt.

Chemiewaffenkonvention

Die Chemiewaffenkonvention (CWK) ist ein Übereinkommen von Staaten der Vereinten Nationen, um die Herstellung, Verbreitung und Verwendung chemischer Waffen zu verhindern. Die CWK verbietet den Unterzeichnern, Chemiewaffen herzustellen, zu besitzen und einzusetzen. Reizstoffe wie Tränengas werden allerdings nur geächtet. Die CWK steht in der Tradition des Genfer Protokolls, das bereits 1925 den Einsatz von Giftgas in Kriegen verhindern sollte.

Nicht-Mitglieder der CWK

Israel und Myanmar haben 1993 die Chemiewaffenkonvention zwar unterzeichnet, doch bislang nicht durch ihre Parlamente ratifiziert. Angola, Ägypten, Nordkorea, Südsudan und Syrien haben das Abkommen weder unterschrieben noch ratifiziert.

Die OPCW

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) überwacht die Einhaltung der Chemiewaffenkonvention. Die OPCW wird von den Mitgliedern der Uno finanziert. Der Hauptsitz ist in Den Haag.

Gut 500 Tonnen Giftstoffe sollen auf einem Schiff der US-Marine im Mittelmeer neutralisiert werden. Die restlichen weniger gefährlichen Stoffe sollen in Anlagen in mehreren Ländern, darunter im deutschen Munster, vernichtet werden.

Von

dpa

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