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01.03.2016

14:50 Uhr

Syrien-Krieg

Der Wolf im Schafspelz?

Syriens Präsident Assad gibt sich in einem Interview mit deutschen Medien friedliebend: „Wir werden das Unsrige tun, damit das Ganze funktioniert“, sagt er über die Waffenruhe. Und mahnt einmal mehr den Westen.

„Wir werden das Unsrige tun, damit das Ganze funktioniert“,  sagt Assad über die Waffenruhe in Syrien. AP

Baschar al-Assad

„Wir werden das Unsrige tun, damit das Ganze funktioniert“, sagt Assad über die Waffenruhe in Syrien.

DamaskusDiplomatisch, versöhnlich und um die Einhaltung der Waffenruhe bemüht - so gibt sich Syriens Präsident Baschar al-Assad in einem Interview mit deutschen Medien. „Wir werden das Unsrige tun, damit das Ganze funktioniert“, sagte Assad in einem am Dienstag vorab veröffentlichen TV-Interview mit der SWR/ARD-Sendung „Weltspiegel-Extra“. Seit Samstag gilt in Syrien eine Waffenruhe.

Assad bot zudem Rebellen eine Amnestie und gegebenenfalls eine „Rückkehr in ihr normales ziviles Leben“ an. Bedingung sei, dass sie die Waffen abgeben.

Syriens Präsident nannte die Lage der Bevölkerung in seinem Land ein „humanitäres Desaster“. Er bestritt jedoch, dass seine Truppen Rebellen-Gebiete von jeglicher Versorgung abschneide. Die syrische Armee und Städte unter ihrer Kontrolle würden aus diesen Regionen heraus bekämpft und bombardiert. „Wie sollten wir diese Gebiete von der Nahrungsmittelzufuhr abschließen, wenn wir sie doch nicht an der Beschaffung von Waffen hindern können?“, sagte Assad.

Waffenruhe in Syrien: Erste Hilfslieferung erreicht belagerten Ort

Waffenruhe in Syrien

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Die ersten von insgesamt 50 Lastwagen mit Hilfsgütern sind in dem vom syrischen Regime eingekesselten Ort Muadamija südwestlich der Hauptstadt Damaskus eingetroffen. Mehr als 150.000 Menschen sind auf Hilfe angewiesen.

Mit Blick auf Deutschland sagte er, es sei gut, wenn Flüchtlinge aufgenommen werden, die ihr Land aufgrund der herrschenden Not verlassen. Es stelle sich aber die Frage, ob es nicht klüger und weniger kostspielig sei Syrern zu helfen, in ihrem eigenen Land leben zu können. Dafür müsste sich der Westen entschließen, gegen den Terror zu kämpfen und nicht gegen sein Land.

Assad räumte ein, dass Syrien nicht mehr „vollständig souverän“ sei und militärische Hilfe aus Russland, dem Iran und aus dem Libanon erhalte. Dies geschehe, um das Übergreifen des islamistischen Terrors zu begrenzen. Letztendlich „sind sie nicht zu unserer Verteidigung gekommen, sondern zu ihrer eigenen Verteidigung“, sagte Assad.

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