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22.02.2013

21:23 Uhr

Syrien-Krieg

Syriens Opposition will mit Übergangsregierung Chaos lindern

Im brennenden Syrien soll eine Übergangsregierung Ruhe in die „befreiten Zonen“ bringen. Schon in einer guten Woche soll die Führung bestimmt werden. Doch noch stellen sich viele Fragen – und es fehlt Geld.

Dieser großen Explosion in Damaskus folgte ein Raketenangriff auf Aleppo. dpa

Dieser großen Explosion in Damaskus folgte ein Raketenangriff auf Aleppo.

Damaskus/KairoIm syrischen Bürgerkrieg will die Opposition für die von ihr kontrollierten Gebiete eine Übergangsregierung bilden. Darauf habe sich das größte Oppositionsbündnis Nationale Koalition geeinigt, sagte sein Sprecher Walid al-Bonni am Freitag. Nach der Anschlagsserie vom Donnerstag mit laut UNO „rund 100“ Toten wurden am Freitag bei Raketenangriffen auf das nordsyrische Aleppo mindestens zwölf Menschen getötet.

Al-Bonni sagte, über die Zusammensetzung einer Regierung für die Verwaltung der „befreiten Zonen“ und ihren Chef solle bei einem weiteren Treffen am 2. März entschieden werden. Dieses soll nach Angaben anderer Oppositionspolitiker in Istanbul stattfinden.

Die verschiedenen Strömungen des Bündnisses hätten sich bei zweitägigen Verhandlungen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo auf diesen Fahrplan verständigt. Dabei sei ein Kompromiss zwischen der einflussreichen Muslimbrüderschaft und den Befürwortern einer raschen Regierungsbildung erzielt worden. Über mögliche Kandidaten wurde zunächst nichts bekannt.

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Wie aus der Nationalen Koalition weiter verlautete, will die Opposition damit verhindern, dass die von Rebellen gehaltenen Gegenden in Syrien im Chaos versinken. Bisher haben im Exil lebende Oppositionelle aber wenig Macht über die Aufständischen im Land selbst.

Die fehlende Zusammenarbeit stellte sich in dem seit zwei Jahren andauernden Konflikt als große Schwäche heraus. Dem Vernehmen nach haben die Rebellen bereits etwa die Hälfte Syriens unter ihrer Kontrolle, müssen aber täglich Angriffe der Regierungstruppen aus der Luft und vom Boden fürchten.

Ziel der Übergangsregierung ist es, ihren Sitz in diese Gegenden zu verlagern. Unklar ist, ob dies bereits von Beginn an umsetzbar ist. Zudem ist noch ungeklärt, wie sich die Übergangsregierung finanziert. Experten gehen von monatlichen Kosten aus, die mehrere Milliarden Dollar umfassen.

Ein Diplomat mit Kontakt zu den Oppositionellen sagte: „Es entsteht eine Situation, wo Chaos herrscht in den befreiten Gebieten, während es in den von Assad gehaltenen Regionen weiter Benzin, Strom und eine Grundversorgung gibt. Wenn dies andauert, dann wird die Unterstützung für die Rebellen schwinden und der Krieg könnte verloren gehen.“ Andere betonten, die Wahl eines Anführers sei ein gutes Zeichen nach draußen.

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Auch am Freitag wurde in Syrien gekämpft. In der Großstadt Aleppo schlugen nach Angaben der Opposition mehrere Raketen ein. Mindestens zwölf Menschen seien bei dem Angriff auf zwei Viertel im Osten der Stadt getötet worden. Viele Familien seien unter den Trümmern ihrer Häuser verschüttet worden, berichtete ein Angehöriger der Opposition per Telefon.

In dem Konflikt wurden nach UN-Schätzungen bis zu 70.000 Menschen getötet. Der Bürgerkrieg zieht sich auch deshalb hin, weil die oppositionellen Kräfte lange Zeit zersplittert waren und immer noch unterschiedliche Interessen verfolgen. Die Nationale Koalition gilt aber als wichtigstes Oppositionsbündnis.

Kommentare (5)

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Steinweg

22.02.2013, 23:36 Uhr

Die Syrische Opposition besteht aus Leuten, auf die wir uns verlassen koennen.

dschungelmann

23.02.2013, 03:49 Uhr

Die syrische Opposition gibt es nicht. Das sind praktisch ca. 20 "Oppositionen''. Die zivilen 'Veranstalter' in Istanbul und Kairo haben keinen Einfluss auf die islamistischen Terrorbanden in Syrien. Wo dort der Zug hinfaehrt sieht man in den 'befreiten' Gebieten. Allerorts die schwarze Fahne der Islamisten und Al Kaidas ueber den Verwaltungsgebaeuden, sunnitische Shariagerichte. Entfuehrungen , Toetungen und Vergewaltigungen Andersdenkender. Man muss sich nur diverse Videos gut ansehen. Dazu kommen Selbstmordanschlaege und Autobomben. Die "demokratische'' FSA ruehmt sich oeffentlich mit Al Nusra zu paktieren. Wer hier noch von demokratischem Diktatorensturz schwadroniert muss blind sein. Die unterwuerfige Einseitigkeit der Presse hierzulande widert mich nur noch an. Wer diese Leute , wie auch immer, unterstuetzt ist selbst ein Terrorist im Geiste.

JohnDoe

23.02.2013, 11:31 Uhr

Der von der USA/Israel angeführte Westen unterstützt aktiv die Terroristen (sog. "Rebellen","Freiheiutskämpfer") in Syrien!

Diese vom Westen finanzierten und organisierten islamistiaschen Banden richten, wie bereits in Lybien, grausamste Verbrechen und Zerstörung in Syrien an.

Es sind Verbrecher aus saudischen Gefängnissen, aus Qatar, Tunesien, Yemen, der Türkei, etc. zusammen mit professionellen Terroristen wie der "Al-Nusra Front" und westlichen "Ausbildern". Agenten des französischen, britischen, amerikanischen und natürlich israelischen Geheimdienstes sind ebenfalls da.

Die Presse ist einer der Hauptschuldigen in dieser widerwärtig verlogenen Inszenierung. Es ist abstossend, wie gewissenlos und rückgradlos die meisten sog. Mainstream "Journalisten" sind. Hinzu kommt bei dieser unfassbaren Heuchelei und Hetze, daß die Presse damit aktiv den Terrorismus unterstützt und einen nicht mehr wieder gut zu machenden Schaden anrichtet.

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