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02.09.2013

16:25 Uhr

Syrien-Krise

Obama ringt um Zustimmung für Militärschlag

Der Rückhalt für einen Militäreinsatz der USA gegen Syrien bröckelt. In der Heimat regt sich Widerstand, international wird gemauert. Die Zeit drängt für Obama – jetzt schauen alle nach St. Petersburg.

Barack Obama sucht unter Hochdruck Unterstützer für einen Syrien-Einsatz. ap

Barack Obama sucht unter Hochdruck Unterstützer für einen Syrien-Einsatz.

WashingtonVor dem G20-Gipfel sucht US-Präsident Barack Obama unter Hochdruck Unterstützer für einen Militärschlag gegen Syrien. Doch Russland fordert klare Beweise für einen Giftgaseinsatz der dortigen Regierung ein, und China beharrt auf die Einbindung der Vereinten Nationen. Im eigenen Land weht Obama zudem Gegenwind im Kongress entgegen, den er überraschend um Zustimmung für ein Eingreifen gebeten hatte.

Syrien warnte die USA am Montag erneut vor einem Angriff. Ein Militärschlag unterstütze nur das Terrornetzwerk Al-Kaida und dessen Ableger, sagte der stellvertretende syrische Außenminister Faisal Mekdad dem britischen Sender BBC. Ein Eingreifen der USA werde den „Hass auf die Amerikaner“ verstärken und den gesamten Nahen Osten destabilisieren.

Mekdad wiederholte die Darstellung des Regimes, wonach nicht die Regierungstruppen, sondern die von den USA unterstützten Rebellengruppen für die Angriffe mit chemischen Waffen verantwortlich seien. Eine der Führung in Damaskus nahestehende Hackergruppe attackierte derweil eine Internetseite des US-Militärs und platzierte dort eigene Propaganda.

Die nächsten wichtigen Termine in der Syrien-Krise

Mittwoch, 11. September

12. Jahrestag der Terroranschläge in den USA.

Dienstag, 17. September

Auftakt der 68. Session der UN-Vollversammlung. Etwa zu dieser Zeit will auch das Expertenteam, das den mutmaßlichen Giftgasanschlag untersucht, seinen Bericht vorlegen.

Sonntag, 22. September

Bundestagswahl in Deutschland.

Dienstag, 24. September

Beginn der diesjährigen Generaldebatte der UN-Vollversammlung mit Rede von US-Präsident Obama.

Die USA werfen dem Regime von Präsident Baschar al-Assad vor, am 21. August in der Nähe der syrischen Hauptstadt das Nervengas Sarin in Siedlungen eingesetzt zu haben, die von Rebellen gehalten werden. Dabei sollen mehr als 1400 Menschen getötet worden sein. Die Ergebnisse der am Wochenende aus dem Land gereisten UN-Chemiewaffeninspekteure liegen erst Mitte September vor.

Obama hatte am Wochenende seine Entscheidung über einen Militärschlag aufgeschoben und überraschend angekündigt, vorher den Kongress zu konsultieren. Die Sommerpause der Abgeordneten und Senatoren endet offiziell am 9. September.

Doch das Werben um sie hat bereits begonnen: 83 US-Abgeordnete unterbrachen am Wochenende ihre Sommerpause und eilten nach Washington, um sich hinter verschlossenen Türen von Vertretern der Sicherheitsbehörden über die Lage in Syrien informieren zu lassen, wie die „Washington Post“ am Montag berichtete.

Einige Kongressmitglieder bezweifeln, dass der von Obama favorisierte kurzzeitige Militärschlag sinnvoll und effektiv ist. Sie befürchteten, dieser würde die USA nur tiefer in den Konflikt hineinziehen. Die „New York Times“ berichtete, das Weiße Haus wolle den Abgeordneten und Senatoren vor Augen führen, dass eine fehlende Unterstützung für die Intervention nur Feinde Israels wie den Iran und die mit ihm verbündete libanesische Hisbollah ermutigen würde.

Kommentare (9)

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02.09.2013, 17:05 Uhr

Alle, die sich mit kriegslüsterner Rethorik aus dem Fenster gelehnt haben werden es büßen.

Der eine durch das Urteil der Geschichte, die andere am 22. September.

Hannes

02.09.2013, 17:41 Uhr

Liebes HB!
"Das Regime" ist immer noch die Regierung eines souveränen Staates!
Oder habt Ihr den Auftrag, schon mal vorab ein bereits gefälltes Urteil zu verkünden?
Das könnte man auch ohne weiteres mit Kriegshetze gleichsetzen.
Seit ihr wirklich schon so tief gesunken?

Matze

02.09.2013, 18:31 Uhr

Beweise eines Giftgasangriffes von Assad, die geheim gehalten werden ?? Sind die Völker blöd, um diese Beweise, die nicht genannt werden, dem Kriegstreiber Obama (Friedensnobelpreisträger) abzunehmen. Ich glaube, Obama pockert diesmal zu hoch. Es gibt wieder Mitspieler, die ebenbürdig sind. Russland, China, die die gezinkten Karten der Amerikaner auf dem Tisch liegen sehen. Merkel scheint auf diese gezinkten Karten reinzufallen oder sie spielt auch mit falschen Karten .

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