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17.09.2013

13:58 Uhr

Syrien-Krise

Russland und Westen streiten über die Schuldfrage

Der UN-Bericht hat die Vermutungen zur Gewissheit werden lassen: In Syrien wurde Giftgas eingesetzt. Doch von wem? Russland zweifelt daran, dass es das Assad-Regime war. Der Westen hält Assads Täterschaft für bewiesen.

Offene Fragen: Die UN-Delegation hatte nur den Auftrag herauszufinden, ob Giftgas eingesetzt wurde – und nicht von wem. dpa

Offene Fragen: Die UN-Delegation hatte nur den Auftrag herauszufinden, ob Giftgas eingesetzt wurde – und nicht von wem.

Moskau/ New YorkNach der Veröffentlichung des UN-Berichts über den Giftgaseinsatz in Syrien ist zwischen dem Westen und Russland ein Streit um die Schuldfrage entbrannt. Der Bericht beweise allein die Tatsache, dass Chemiewaffen benutzt wurden, sagte Außenminister Sergej Lawrow am Dienstag nach einem Treffen mit seinem französischen Kollegen Laurent Fabius in Moskau.

Es seien noch viele Fragen offen. Fabius hingegen machte erneut den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad für den Einsatz des Nervengifts Sarin sowie für die angeblich 1400 Toten verantwortlich.

Die Führung in Damaskus warf dem Westen vor, dem syrischen Volk seinen Willen aufzwingen zu wollen. Das syrische Außenministerium beschuldigte die UN-Vetomächte USA, Frankreich und Großbritannien, unter dem Vorwand einer politischen Lösung die Krise in Syrien verlängern zu wollen.

Chemische Kampfstoffe

Was sind Chemiewaffen?

Chemische Waffen gehören zu der Kategorie der ABC-Waffen (Atomar, Biologisch, Chemisch). In der Regel sind Chemiewaffen künstlich produzierte Giftstoffe, die fest, flüssig oder gasförmig sein können. Nervengifte wie Sarin und Hautkampfstoffe wie Senfgas werden gezielt zur Tötung oder Verletzung von Menschen eingesetzt. Zumeist werden auch Reizstoffe wie Tränengas dazugezählt.

Chemiewaffenkonvention

Die Chemiewaffenkonvention (CWK) ist ein Übereinkommen von Staaten der Vereinten Nationen, um die Herstellung, Verbreitung und Verwendung chemischer Waffen zu verhindern. Die CWK verbietet den Unterzeichnern, Chemiewaffen herzustellen, zu besitzen und einzusetzen. Reizstoffe wie Tränengas werden allerdings nur geächtet. Die CWK steht in der Tradition des Genfer Protokolls, das bereits 1925 den Einsatz von Giftgas in Kriegen verhindern sollte.

Nicht-Mitglieder der CWK

Israel und Myanmar haben 1993 die Chemiewaffenkonvention zwar unterzeichnet, doch bislang nicht durch ihre Parlamente ratifiziert. Angola, Ägypten, Nordkorea, Südsudan und Syrien haben das Abkommen weder unterschrieben noch ratifiziert.

Die OPCW

Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) überwacht die Einhaltung der Chemiewaffenkonvention. Die OPCW wird von den Mitgliedern der Uno finanziert. Der Hauptsitz ist in Den Haag.

Dies geschehe etwa durch die Unterstützung von bewaffneten „Terrorgruppen“ wie der Al-Kaida-nahen Al-Nusra-Front, hieß es nach Angaben der Nachrichtenagentur Sana in einer Mitteilung.

Bei dem Giftgaseinsatz vom 21. August könne es sich durchaus um eine Provokation von Assad-Gegnern handeln, betonte Lawrow. Er forderte eine genaue Analyse des Berichts sowie Untersuchungen über weitere mögliche Chemiewaffeneinsätze. Moskau ist ein enger Partner des Regimes in Damaskus. Auch die UN-Vetomacht China will den UN-Bericht zunächst „sorgfältig studieren“.

Für den Westen hingegen ist die Schuldfrage nun geklärt. „Dieser Bericht beweist die Verantwortung des Assad-Regimes für die Chemie-Attacke vom 21. August“, sagte Fabius in Moskau. Frankreichs Präsident François Hollande kündigte an, die Unterstützung für die oppositionelle Syrische Nationale Koalition (SNC) auszuweiten. Die Sicherheitsberaterin von US-Präsident Barack Obama, Susan Rice, teilte am Montagabend (Ortszeit) mit, die in dem Report enthaltenen technischen Beweise „bekräftigen unsere Einschätzung, dass diese Attacken vom syrischen Regime ausgeführt wurden“.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

17.09.2013, 14:08 Uhr

Ganz einfache Frage: wer würde von einem Giftgas-Angriff profitieren?

a) Die syrische Regierung oder

b) die saudifinanzierten Al-Kaida-Truppen, die sich die Luftwaffe des "Obama bin President" zur Unterstützung wünschen, weil sie gerade am Verlieren sind?

Na also! War doch nicht schwer.

Mir schleierhaft, warum das die Systempresse nicht auch schon längst durchschaut hat und immer noch jeden Blödsinn aus Washington nachbetet.

Account gelöscht!

17.09.2013, 14:10 Uhr

Liegt es vielleicht daran?

wurde Bildzeitung von CIA gegründet?

http://www.marktorakel.com/index.php?id=7311302886780683025

http://www.youtube.com/watch?v=ZtcLz-pNTN4&feature=player_embedded

"Andreas von Bülow gehörte viele Jahre der Parlamentarischen Kontrollkommission der Nachrichtendienste an. Hier spricht er über die deutschen Medien, die allesamt nach 1945 gegründet, amerikanische Presse-Lizenzen bekommen, Verträge über nur positive Berichterstattung über USA und Israel unterschrieben und von CIA geleitet wurden."

Die Frage ist, wieviel Kontrolle haben die Amis heute noch: ein Blick in die Systemmedien, insbesondere die derzeitige Syrien-Kriegshetzerei (mehr noch früher bei Libyen) beantwortet die Frage schlüssig.

Wir leben in einer anglo-amerikanisch gesteuerten Matrix!
Auf Ebene ALLER Institutionen!

Holen wir uns die Kontrolle über unser Land und die Früchte unserer Arbeit wieder zurück. AMI GO HOME!

pro-D

17.09.2013, 14:13 Uhr

soviel ich gehört hatte, wurden die Giftgas Raketen von einem israelischen UBoot abgefeuert, was wir den Israelis schenken mussten.

Deutsche Uboote sind zwar die besten der Welt, aber eben für "verdeckte" Aktienen.

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